Artikel aus PSO aktuell Heft 4/01
Bei einer kontrollierten Vergleichsstudie in Frankreich war das UVB-Schmalspektrum allein genauso wirksam wie zusammen mit Salzwasser-Bädern.
In Deutschland laufen mehrere Vorhaben, die den vom Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen geforderten Wirksamkeitsnachweis für die Bade-Lichtbehandlung erbringen sollen. Französische Hautärzte haben bereits Ergebnisse veröffentlicht. Sie zeigen nicht den von vielen erwarteten Nutzen der Kombination (Arch. Dermatol. 137, 1035-39; 2001). Die Untersuchung bezieht sich auf 71 Patienten mit einem Psoriasis Area and Severity Index (PASI) über 10, was einer mittelgradigen Ausdehnung und Schwere der Schuppenflechte entspricht. Die Dermatologen in Bordeaux teilten ihre Versuchsteilnehmer willkürlich in drei Gruppen ein. Eine bekam lediglich Solebäder, die zweite nur Bestrahlungen im Bereich des UVB-Spektrums um 311 nm (= Nanometer, der millionste Teil eines Millimeters). In der dritten Gruppe wurde gebadet und bestrahlt.
Die den verschiedenen Behandlungsarten zugewiesen Personen waren hinsichtlich Alter, Geschlecht, Hauttyp, Krankheitsdauer und Beschwerden vergleichbar. Um andere Einflüsse auszuschließen, wurden sie während des Testzeitraums alle im selben Hotel untergebracht und verpflegt.
Für die Bäder verwendete man Wasser der Heilquelle Salies-de Béarn, die einen hohen Gehalt an Kochsalz und Magnesium hat. Auswertbar waren 67 Fälle. Dabei verminderten Bäder den PASI bloß um 29 Prozent. Die Kennziffer ging mit UVB 311nm um 64 Prozent zurück. Wenn zusätzlich gebadet wurde, nahm der Index um 55 Prozent ab, ohne dass für diese annähernd gleiche Besserung eine geringere UV-Dosis ausgereicht hätte.