Artikel aus PSO aktuell Heft 2/03
Italienische Hautärzte erfanden einen einfachen Trick. Sie vermischten das für die innerliche Einnahme gegen schwere Schuppenflechte hergestellte Medikament Ciclosporin mit Maiskeimöl und liessen diese Rezeptur mit einer kleinen Bürste zweimal täglich auf die betroffenen Nägel auftragen. Das Ergebnis war bei der ersten Gruppe von Testpersonen ermutigend.
Psoriasis an den Finger- und Zehennägeln kommt in rund 40 Prozent der Fälle vor, bei Patienten mit Gelenkbeteiligung sogar doppelt so häufig. Die Behandlung ist langwierig und oft unbefriedigend.
Salben, Cremes oder Tinkturen mit Kortison oder Vitamin D, die sonst auf der Haut wirksam sind, dringen schlecht durch die Hornplatte bis zum hinteren Nagelfalz vor, wo in der Keimschicht unter dem weissen Halbmond der Ort der Störung liegt.
Wirksamer, aber zeitraubend und oft auch nur in Fachkliniken möglich ist die UV-Behandlung mit einem sog. „Punktstrahler“. Am erfolgreichsten sind innerliche Therapien mit Methotrexat (MTX), Neotigason®, Fumaderm® oder Ciclosporin (Sandimmun® Optoral, Cicloral®), die bei schwerer Pso mit ausgeprägten Hautveränderungen oder Gelenkentzüngungen eingesetzt werden. Als erwünschte Nebenwirkung reagiert hier auch die Nagelpsoriasis. Wenn keine Haut- oder Gelenkbeschwerden behandelt werden müssen, wird man innerliche Medikamente wegen ihrer unerwünschten Nebenwirkungen allerdings nur dann wählen, wenn alle Nägel schwer betroffen sind.
Ermutigender Test
Dermatologen an der Universität von Messina führten kürzlich eine Vergleichsstudie durch, die Hoffnung auf die Entwicklung einer wirksamen äusserlichen Behandlungsmethode weckt.
Die Forscher vermischten eine zum Einnehmen hergestellte Ciclosporin-Lösung in einer Konzentration von 70 Prozent mit Maiskeimöl. Diese Lösung wurde zweimal täglich auf die betroffenen Nägel gebracht.
Bei drei von acht erwachsenen Patienten führte die zwölf Wochen lang fortgesetzte Behandlung zur vollständigen Rückbildung der Erscheinungen. Bei den restlichen fünf besserten sie sich. Maisöl ohne Zusatz des Medikaments änderte dagegen in vier von acht Fällen gar nichts, bei drei Patienten nahmen die Symptome geringfügig ab. Lediglich in einem Fall ließ sich eine Verbesserung feststellen, die auf der schwach Schuppen lösenden Eigenschaft des Öls beruhen könnte (Dermatology 206, 153-156; 2003).
© PSO aktuell 2003