Haben Sie Schuppenflechte (Psoriasis)?
Hier, in der Zeitschrift PSO aktuell - Der Ratgeber bei Schuppenflechte, finden Sie Antworten auf Ihre Fragen und viele Tipps zum Umgang
mit der Erkrankung.
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Ausgabe Nr. 3 / September 2005
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Preis: € 2,50
(zzgl. Versandkosten)

Endlich dürfen auch Menschen mit Schuppenflechte öffentliche Schwimmbäder aufsuchen. Was für die meisten Menschen selbstverständlich ist, musste der Deutsche Psoriasisbund bei der Deutschen Gesellschaft für Badewesen erst mühsam durchsetzen.
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Wer seinen Urlaub in Tirol verbringt, kann sich ein ganz besonderes Badevergnügen gönnen. Die Brauerei Schloss Starkenberg in Tarrenz bietet seit kurzem ein Bierschwimmbad an.
Um mehr Verständnis für die Situation der Psoriatiker wollen die internationalen Patientenvereinigungen am Welt-Psoriasis-Tag werben. Folgende Botschaften sollen der Öffentlichkeit am 29. Oktober 2005 näher gebracht werden:
Psoriasis ist
- keine kosmetische Angelegenheit, sondern eine ernsthafte Krankheit,
- eine innerlich verursachte, chronische Erkrankung
- nicht ansteckend
- nicht tödlich, aber schließt viele Betroffene von einem normalen Leben aus.
Geplant sind unter anderem eine Plakataktion in Arztpraxen und Hautkliniken, ein Werbespot in der Berliner U-Bahn sowie ein Experten-Chat im Internet, bei dem Betroffene Fragen stellen können. Die Pharmaunternehmen Serono, Wyeth, Schering-Plough (in Deutschland: Essex-Pharma) und Biogen-Idec unterstützen die Aktivitäten zum Welt-Psoriasis-Tag.
EXPERTEN-CHAT IM INTERNET |
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Dr. Markus Friedrich vom Psoriasis-Studienzentrum der Charité Berlin hat sich bereit erklärt, im Rahmen eines Chats im Internet zwei Stunden lang Fragen zur Schuppenflechte zu beantworten. Organisiert hat die Fragestunde Rolf Blaga, Berlin, von der Psoriasis Selbsthilfe Arbeitsgemeinschaft (PSO AG).
TERMIN: 27. OKTOBER VON 19 BIS 21 UHR.
Der Link zum Chat wird unter www.psoriasis-netz.de zu finden sein. |
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Menschen, die an chronisch-entzündlichen rheumatischen Erkrankungen leiden, tun sich am Arbeitsmarkt schwerer als gesunde Menschen. Auch Patienten mit Psoriasis arthritis droht mit dem Beginn der Gelenkerkrankung der Verlust des Arbeitsplatzes. Das zeigt eine Untersuchung des Instituts für Rehabilitationsmedizin der Universität Halle.
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Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA (Food and Drug Administration) erwägt, Arzneimitteln mit den beiden Wirkstoffen Pimecrolimus (Elidel®, Douglan®) oder Tacrolimus (Protopic®) einen Warnhinweis zu verpassen. Hintergrund ist ein mögliches Krebsrisiko. Die amerikanische Arzneimittelbehörde stützt sich dabei auf Einzellfallberichte und Tierexperimente.
WAS IST ELIDEL®? |
Elidel®-Creme ist derzeit zur Behandlung der Neurodermitis zugelassen, nicht aber bei Psoriasis. Trotzdem können die Ärzte Elidel® auch bei Schuppenflechte verordnen. Die kortisonfreie Salbe hemmt die Entzündungsreaktion in der Haut und somit auch den Juckreiz. |
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Obwohl die Alexanderhausklinik in Davos Ende des letzten Jahres ihre Pforten geschlossen hat, können Hautkranke weiterhin ins beliebte Schweizer Hochgebirgsklima zur Reha fahren.
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Bei Hautkranken wird seit der Gesundheitsreform in besonderem Maße gespart. Ihnen verordneten die Ärzte im letzten Jahr um 46% weniger Medikamente als 2003. Das zeigt der Gesundheitsreport 2005 der Techniker Krankenkasse.
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Auf schwere Nebenwirkungen eines verordneten Medikamentes muss ein Arzt ausdrücklich hinweisen. Tut er dies nicht, muss er unter Umständen Schadenersatz leisten, wenn die Nebenwirkungen tatsächlich eintreten. Das entschied kürzlich der Bundesgerichtshof in Karlsruhe (AZ: VI ZR 289/03).
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Seit August 2005 ist mit Humira® (Wirkstoff Adalimumab) ein weiteres Biological für die Behandlung der Psoriasis arthritis zugelassen. Bei dem Medikament der Firma Abbott handelt es sich um einen TNF-alpha-Blocker, der bereits zur Behandlung von Patienten mit rheumatoider Arthritis eingesetzt wird. Wie bei Rheumakranken soll Humira® auch bei Psoriatikern nur dann zum Einsatz kommen, wenn krankheitsmodifizierende Antirheumatika nicht ausreichend wirken. In klinischen Studien bremste das Medikament bei Patienten mit aktiver Psoriasis arthritis, die drei oder mehr geschwollene und druckschmerzempfindliche Gelenke hatten, das Fortschreiten der Gelenkschäden. Außerdem besserte sich bei 42% der Patienten der Hautzustand nach 24 Wochen um 90%, und auch die Lebensqualität stieg an.
weitere "Notizen" ab Seite 4 ...
Es
stinkt nach faulen Eiern – aber das schreckt die wenigsten. Einige Patienten mit
Hautproblemen oder chronisch entzündlichen Gelenkerkrankungen schwören auf das
Baden in warmen Schwefelquellen. Die meisten Kurorte, die über natürliche
Schwefelquellen verfügen, führen Schuppenflechte und Psoriasis arthritis
ausdrücklich als Anwendungsgebiete auf. Tun sie dies nur aus Tradition oder
spricht der medizinische Erfolg tatsächlich für das Baden in den unangenehm
riechenden Thermalwässern?
Neben der Haut können bei einigen Patienten
auch die Gelenke von der Psoriasis betroffen sein. Die Beschwerden und Zeichen
einer solchen Arthritis psoriatica sind bunt und vielgestaltig; sie können brutal
schmerzhaft daherkommen, oder die Erkrankung glimmt nur
leise vor sich hin. In keinem Fall ist abzusehen, wie sich die Erkrankung weiterentwickelt:
Das Krankheitsbild verändert manchmal unversehens ihr
Gesicht.
Ob in öffentlichen Duschen oder im Schuhgeschäft – Fußpilz lauert überall. Jeder dritte Deutsche hat angeblich mit diesem unangenehmen Übeltäter zu kämpfen. Doch die Schuppenflechte macht es diesen Krankheitserregern nicht immer leicht. Für manche Pilzarten herrschen auf der Haut von Psoriatikern sogar geradezu feindliche Bedingungen. Trotzdem bedeutet dies keine generelle Entwarnung. Vor manchen Haut- und Darmpilzen muss sich auch der Psoriatiker in Acht nehmen.
Im Interview mit PSO aktuell erklärt Prof. Dr. Hans-Jürgen Tietz, Leiter des Instituts für Pilzkrankheiten in Berlin, worauf Menschen mit Schuppenflechte achten müssen und wie sie sich vor Pilzbefall schützen können.
25 Millionen Rezepturarzneimittel stellen die Apotheker Jahr
für Jahr her. Der Vorteil: Individuell angefertigte Salben, Tinkturen und Arzneimitteltees
können auf die Bedürfnisse der Patienten zugeschnitten werden. Wann lohnt sich die
Bestellung maßgeschneiderter Präparate für Psoriatiker?
Hochrechnungen zufolge erkranken in Deutschland jährlich 144.000 Menschen neu an Hautkrebs. Weil Psoriatiker ihre Haut gerne in der Sonne und oder unter künstlicher UV-Strahlung pflegen, gehören auch sie zur Risikogruppe und sollten an regelmäßige Haut-Checks denken. Wenn Hautkrebs frühzeitig erkannt wird, bestehen gute Heilungschancen.
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Biologics sind bekanntermaßen sehr teuer. So kosten zum Beispiel vier Injektionen Raptiva® 1354,60 Euro. Wie steht es mit der Kostenübernahme durch die (gesetzlichen) Krankenkassen? Kann grundsätzlich jeder Dermatologe (oder sonstige Ärzte?) diese Medikamente verschreiben?
Dieter B., Heiligenberg
PSO aktuell: Die von Ihnen angeschnittene Frage ist in der Tat der entscheidende Punkt. Eine abschließende Antwort gibt es darauf noch nicht. Grundsätzlich kann bisher jeder Arzt die neuen Mittel bei den zugelassenen Anwendungsgebieten verordnen. Dem steht freilich das Budget des jeweiligen Arztes gegenüber, das er nicht überschreiten darf, wenn er sich keine Regressforderungen einhandeln will. Bei den hohen Kosten für Raptiva® und ebenso für Enbrel® oder Remicade® ist dies natürlich schwierig. Vor Regressforderungen ist der Arzt nur geschützt, wenn solche teuren Innovationen als Praxisbesonderheit angibt. Allgemein anerkannt als eine der Möglichkeiten systemischer Therapie sind Biologics derzeit nur von der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein. Außerhalb ihres Geltungsbereichs muss der Arzt individuell begründen, warum er in Einzelfällen die kostspieligen Medikamente für medizinisch notwendig, ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich hält. So schreibt es das Sozialgesetzbuch V vor. Das bedeutet konkret den dokumentierten Nachweis, dass einem Patienten, der dafür überhaupt in Frage kommt, mit anderen systemischen Arzneimitteln wie Fumarsäureester, Ciclosporin, Methotrexat oder PUVA nicht genügend zu helfen war oder deren Anwendung kontraindiziert ist bzw. wegen unerwünschter Wirkungen ausscheidet. Den damit verbundenen Aufwand scheuen wohl die meisten Hautärzte. Angestrebt wird „eine von den gesetzlichen Krankenkassen abgesegnete Anleitung zum Einsatz dieser teuren Arzneimittel und formalisierte Anträge zur Kostenübernahme", so Prof. Dr. Jörg Prinz von der Universitäts-Hautklinik München.
DER EINSATZ VON BIOLOGICS sollte unseres Erachtens auf besonders erfahrene und geschulte Dermatologen in Schwerpunktpraxen oder Ambulanzen beschränkt bleiben, um auch die vielen noch offenen Fragen zu ihrer Wirksamkeit und langfristigen Unbedenklichkeit klären zu können.
weitere Fragen und Antworten ab Seite 30 ...
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