PSO aktuell - Der Ratgeber bei Schuppenflechte (Psoriasis)

DER RATGEBER BEI SCHUPPENFLECHTE

 

Artikel aus PSO aktuell Heft Juni 2017

 

Arzneimittel bei Schuppenflechte

Wie Pharma-Marketing die Patienten benutzt

Für verschreibungspflichtige Arzneimittel darf in Deutschland nicht direkt bei den möglichen Verbrauchern geworben werden. Um den Absatz ihrer Produkte zu fördern, beschränkt sich die Pharmaindustrie aber längst nicht mehr auf die verordnenden Ärzte. Sie tritt als Anwalt der Patienten auf und tarnt das Marketing mit zusätzlichen Dienstleistungen nach deren Bedarf.

 

Neues Diagnoseverfahren bei Psoriasis arthritis: Xiralite®
© BOB Born

Wer in den USA an Psoriasis leidet, kennt das verordnete Medikament oft schon aus Fernseh- und Radiospots oder Anzeigen in allgemein zugänglichen Printmedien. Die Hersteller können die in Frage kommenden Kunden unmittelbar animieren, sich für das jeweils angepriesene Präparat ein Rezept ausstellen zu lassen oder es sogar ohne Arztbesuch über das Internet zu beschaffen. Eine 2004 veröffentlichte Untersuchung ergab: Auf jede Minute, die der amerikanische Patient bei einem Medical Doctor verbringt, kommen 100 Minuten TV-Direktwerbung von Pharmafirmen. Diese Verkaufsförderung ist den Unternehmen jedes Jahr viel Geld wert (siehe Kasten Seite 25).

 

In Deutschland verbietet § 10 des Heilmittelwerbegesetztes die Publikumswerbung für Medikamente, die verschreibungspflichtig sind, weil ihre Anwendung ohne ärztliche Überwachung auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch gefährden kann. Das Marketing musste sich daher beschränken auf jene Fachkreise, die bei öffentlichen Empfehlungen frei verkäuflicher Arzneimittel stets mit der gleichen Formel ins Spiel gebracht werden: Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie ihren Arzt oder Apotheker.

 

Was den verordnenden Medizinern und zum Handel mit Arzneimitteln befugten Personen von den Pharmafirmen an Wissen über ihre Produkte vermittelt wird, stellt der Verband forschender Arzneimittelhersteller (VfA) als „Sachinformation“ dar. Wobei zugleich beklagt wird, dass dies in der Rechtsprechung fast immer gleichgesetzt werde mit Werbung.

 

Der Einfallsreichtum, mit dem die Firmen früher Ärzte dazu brachten, möglichst oft ihre Produkte zu verschreiben, ist in Verruf geraten. Das schlug sich, wenngleich recht gemäßigt, in dem am 4. Juni 2016 in Kraft getretenen Antikorruptionsgesetz nieder (vgl. PSO aktuell 3/2015). Ergänzend zum ärztlichen Beratungsgespräch, so der VfA, sollten jedoch „mündige“ Patienten heute ebenfalls über rezeptpflichtige Medikamente durch deren Produzenten „sachlich und ausgewogen“ informiert werden können.

 

Wer sucht, darf auch finden

Nach einer Klage gegen die gesetzlichen Einschränkungen, die von der obersten deutschen Instanz schließlich an den Europäischen Gerichtshof verwiesen wurde, erklärte dieser Patienteninformationen unter ...

 

Den vollständigen Artikel können Sie in diesem Heft lesen:

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