PSO aktuell - Der Ratgeber bei Schuppenflechte (Psoriasis)

DER RATGEBER BEI SCHUPPENFLECHTE

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Arthritis psoriatika

Wolfgang Miehle

Rheumamed Verlag 2003
114 Seiten, 41 Abbildungen,
26 Tabellen

 

Vor zwanzig Jahren veröffentlichte der Leitende Arzt der Reha-Klinik Wendelstein in Bad Aibling die erste wissenschaftliche Einzeldarstellung des unter zahlreichen Namen bekannten Krankheitsbildes. Der zweiten Auflage von 1987 folgt nun die dritte, völlig neu gestaltet und vor allem hinsichtlich der Therapie ganz aktuell. Der Austausch von "c" durch "k" in dem die Arthritis kennzeichnenden Zusatz ist ein eigenwilliger Beitrag zur Rechtschreibreform.

 

Noch immer konnte man sich nicht auf eine weltweit anerkannte Zuordnung der entzündlichen Veränderungen an Wirbelsäule und Gelenken (Spondarthritis) einigen. Als Besonderheit und oft nicht erkannte Schmerzursache wird die Beteiligung der Ansatzstellen von Sehnen und Bändern am Knochen hervorgehoben. Eine solche "Enthesitis" lasse sich meist durch die üblichen Langzeit-Medikamente, z. B. Methotrexat, nicht bessern.

 

Die psoriatische Arthritis betreffe häufig zunächst nur einzelne Gelenke, weitere folgten dann erst nach einer längeren Pause. Bevorzugt würden funktionell nicht so bedeutsame Lokalisationen wie Finger- und Zehengelenke. Günstig seien außerdem anhaltende Phasen, in denen die Krankheitsaktivität von selbst auf Null absinken könne. Unter dem Deckmantel der Gutartigkeit, warnt der Experte, komme jedoch eine fortschreitende Zerstörung von Knorpel und Knochen mit entsprechenden Einschränkungen der Beweglichkeit und Lebensqualität vor. Für einen schlechten Verlauf spreche ein früher Beginn und gleichzeitig ausgeprägter Hautbefall. Zum Glück relativ selten würden zahlreiche Gelenke befallen oder von vornherein verstümmelt.

Diagnostische und therapeutische Probleme bei der Gelenkentzündung in Verbindung mit Schuppenflechte, so verdeutlicht Miehle, ergeben sich daraus, dass die Patienten je nach den im Vordergrund stehenden Symptomen unterschiedliche Fachrichtungen aufsuchten: "Hausarzt, Internist, internistischer Rheumatologe, Orthopäde, orthopädischer Rheumatologe und Dermatologe". Aufgrund der Spezialisierung sei die Chance gering, zur gleichen Diagnose und Einschätzung der notwendigen Therapie zu kommen.

 

Bis zu zehn Prozent der Psoriasis-Betroffen empfinden subjektiv Gelenkschmerzen, ohne dass sich je auf dem Röntgenbild nachweisbare Veränderungen entwickeln. Hier genügen physikalische Maßnahmen (Gymnastik, Bäder) und kortisonfreie Entzündungshemmer.

 

Immer wieder werden diese hundertfach häufigeren Arthralgien (griech. algos = Schmerz) jedoch schon als Arthritis gedeutet und mit Methotrexat behandelt, solche langfristig wirksamen Mittel dagegen in fälschlich als mild klassifizierten Fällen echter Gelenkentzündung zu spät eingesetzt, nämlich erst, wenn radiologisch Schäden erkennbar sind. Damit rechnet man heute immerhin bei einem Drittel der Patienten. In diesem Zusammenhang geht Dr. Miehle ausführlich auf neue biotechnische Wirkstoffe ein. Am besten sei der Nutzen bisher für Etanercept (Enbrel®) dokumentiert.

 

Aus PSOaktuell Dezember 2003

 

 

 

 

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