PSO aktuell - Der Ratgeber bei Schuppenflechte (Psoriasis)

DER RATGEBER BEI SCHUPPENFLECHTE

 

Aus PSO aktuell September 2006

 

 

Biologics: "Ich fühle mich fast wie ein neuer Mensch"

Als langjährige Leserin von PSO aktuell und Psoriasis-Betroffene muss ich mich nach Erhalt der neuen Zeitschrift unbedingt melden.

Ich leide seit mehr als 30 Jahren an Psoriasis und kann nur sagen, dass ich einen unendlichen Leidensweg mit allen möglichen Medikamenten wie Neotigason®, Fumaderm®, Klinikaufenthalten, PUVA-Behandlungen, etc. hinter mir habe, also im Laufe der Jahre die ganze Palette. Dazu noch Akupunktur bei verschiedenen Ärzten und Heilpraktikern, Naturheilverfahren mit Eigenblutbehandlungen bis hin zur Kolonhydrotherapie. Ich habe die traditionelle chinesische Medizin ausprobiert, und ich habe mir chinesische Heiltees in London anmixen lassen. Ich habe in Mallorca eine Kräutersalbe empfohlen bekommen, die zeitweise linderte.

 

In Los Angeles empfahl mir eine Dermatologin vor drei Jahren Enbrel®. Ich sollte es damit in Deutschland versuchen. In der Klinik in Hannover sagte man mir, das Medikament wäre zu teuer und noch nicht genügend „ausgereift“. Ich war zeitweise so unglücklich mit meiner bunten Haut. Ich war befallen am ganzen Körper, außer im Gesicht, ich konnte im Sommer nur bedeckt gehen – also kein kurzärmeliges T-Shirt. Badevergnügen in Hotels oder im Schwimmbad waren fast unmöglich. Im Spätsommer letzten Jahres war ich wieder so schlimm befallen. Ich habe zum Glück einen zweiten Wohnsitz in Franken! Völlig verzweifelt meldete ich mich in der Dermatologie in Erlangen an. Man hat mich angesehen, fotografiert und mir sofort nach genauester Untersuchung (auch in der Rheumatologie: leichte Gelenkprobleme) Enbrel® verordnet. Ich habe gelernt, mich zu spritzen und gehe regelmäßig zur Blutkontrolle.

Jetzt das für mich fast an ein Wunder grenzende. Ich bin so gut wie beschwerdefrei. Meine Haut ist glatt und weich. Ich habe so gut wie keine Erscheinungen mehr, nur noch zwei bis drei kleine Stellen am Unterschenkel.

 

Meine Dosierung: drei Monate zweimal die Woche 50 mg, danach zweimal die Woche 25 mg, jetzt versuchen wir, die Spritzen nur noch alle vier Tage zu injizieren.

Zur Erstattung kann ich Folgendes berichten: Ich bin als Beamtin zu 70% beihilfeberechtigt und zu 30% bei der Debeka versichert. Obwohl sich die Beihilfe bei manchen Salben sehr mit der Erstattung ziert, haben sie die Kosten nach einer Aufstellung aller bisherigen Behandlungen und der Begründung bzw. dem Nachweis der Erfolglosigkeit dann „ohne zu murren“ bezahlt.

 

Als Nebenwirkung habe ich Probleme mit dem Immunsystem. Ich meide Menschenansammlungen. Ich habe im Flugzeug mit Mundschutz gesessen. Aber ich bin mit Engystol® und Gripp-Heel® gut durch den Winter und die Erkältungszeit gekommen.

 

Ich fühle mich fast wie ein neuer Mensch ohne Juckattacken und buntkarierter Haut. Dass ich manchmal matt oder müde bin, ist nach kurzer Erholungspause viel besser, als die Psoriasis zu ertragen.

 

Ach ja, ich bin 57 Jahre, Mutter eines Sohnes, der leider auch die Krankheit vererbt bekommen hat, aber in Kalifornien kaum Hautprobleme hat.

Ruth K.

 

PSO aktuell: Ein Mundschutz ist bei der Behandlung mit Biologics eigentlich nicht notwendig. Infektionen haben die Ärzte sowohl in Studien als auch im klinischen Alltag bisher kaum häufiger gesehen als bei anderen Menschen. Aber jeder, der sich mit einem Biologic behandeln lässt, sollte bei den Anzeichen einer Grippe oder anderen Infektionen umgehend einen Arzt aufsuchen, auch wenn gerade Wochenende ist. Unter Umständen muss nämlich die Behandlung mit dem Biologic vorübergehend unterbrochen werden.

 

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