PSO aktuell - Der Ratgeber bei Schuppenflechte (Psoriasis)

DER RATGEBER BEI SCHUPPENFLECHTE

 

Aus PSO aktuell Dezember 2003

 

 

Hand- und Fußbefall mit Schuppenflechte

Seit 13 Jahren habe ich Hautveränderungen an den Händen. Damals hieß es, ich hätte eine Allergie, und die wurde mit Kortisontabletten und Salben in Schach gehalten. Im Jahr 2000 kam es zu einer massiven Verschlechterung an den Händen, zusätzlich traten Veränderungen an den Fußsohlen auf. Bei einem stationären Krankenhausaufenthalt wurde dann eine Psoriasis pustulosa palmoplantaris diagnostiziert. Fumaderm® und Neotigason®, immer mit gleichzeitiger Einnahme von Kortisontabletten, brachten keinen Erfolg, nur schlimme Nebenwirkungen und mussten abgesetzt werden, ebenso verschiedene Salben und Bade-PUVA. Seit März 2002 nehme ich nun Methotrexat (MTX), das nach Aussage von Ärzten in der Hautklinik die letzte Möglichkeit sein soll. Doch eine Besserung ist nach 16 Monaten nicht festzustellen. Auch Aloe vera, Vitaminkuren und Diäten waren nutzlos. Tägliche Bäder mit Tannolact® oder Olivenöl-Milch machen die Haut für kurze Zeit geschmeidig und juckfrei, aber ich kann meinen Haushalt nur begrenzt erledigen.

Christine P.

 

PSO aktuell: Einzelne Herde können gut mit starken Kortisonpräparaten (z.B. Amciderm®, Ecural® oder Dermoxin® behandelnt werden. Ein abdeckender Verband steigert die Wirkung. Besonders für die Fußsohlen geeignet ist dazu das elastische Varihesive® (vgl. PSO aktuell 1/2002, S. 7). Auch chemische Abwandlungen von Vitamin A (Zorac® Gel 0,1 %) oder Vitamin D (z. B. Psorcutan® Creme) wurden zur Lokalbehandlung erprobt. Zusätzlich wird PUVA empfohlen. Das für die UVA-Bestrahlung empfänglich machende Psoralen kann im Badewasser oder mit einer Creme verabreicht werden. Bei ausgedehntem Befall, der eine innerliche Behandlung erfordert, hat sich Neotigason® bewährt. Es darf jedoch Frauen im gebärfähigen Alter nicht oder allenfalls gegeben werden, wenn während und bis zu zwei jahre nach der Therapie eine Schwangerschaft sicher ausgeschlossen ist. ln schweren Fällen wurden Ciclosporin (z. B. Sandimmun® optoral) und Methotrexat angewandt. Für Fumaderm® gilt pustulöse Schuppenflechte in der Fachinformation noch als Gegenanzeige. Schon früher war jedoch bei solchen Erscheinungen am ganzen Körper über Erfolge berichtet worden. Eine Untersuchung der Universitäts-Hautklinik Münster zeigte nun in 13 Fällen von pustulöser Psoriasis palmoplantaris, dass Fumarate allein gut und sicher wirksam sind. Daneben durften nur äußerlich pflegende Mittel angewandt werden. Im Allgemeinen waren relativ hohe Dosen, fünfmal sogar sechs Tabletten täglich, über lange Zeit (bis zu 24 Wochen) für ein deutliches Ergebnis notwendig, teilen Dr. Hartmut Ständer und Mitarbeiter im British journal of Dermatology (149, 220-222; 2003) mit. Die Einnahme von Kortison wird bei der auf Handflächen und Fußsohlen beschränkten Form nicht als gerechtfertigt angesehen.

 

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