PSO aktuell - Der Ratgeber bei Schuppenflechte (Psoriasis)

DER RATGEBER BEI SCHUPPENFLECHTE

 

Aus PSO aktuell September 2001

 

 

Selenmangel

Als Dermatologin, die auch Umweltmedizin betreibt, möchte ich zu Ihrer Antwort auf die Frage, wie gesund Selen ist, bemerken: Ich bestimme oftmals die Selenspiegel im Serum und habe von Dr. Schiwara in Bremen (Laborarzt) 248 Untersuchungen innerhalb sechs Monaten statistisch aufarbeiten lassen. Dabei zeigte sich, dass ungefähr 70 Prozent meiner Patienten einen Selenmangel aufwiesen, das heißt Werte unter 75 µg/l. Neuerdings wird die Grenze sogar mit 80 µg/l angegeben ...Da in Westeuropa die Böden wenig Selen enthalten, sind auch die darauf wachsenden Pflanzen relativ selenarm. Das Spurenelement ist wichtig für die Entgiftung von Schwermetallen, zum Schutz vor Krebs und zur Stärkung des Immunsystems. Nahezu alle Patienten mit älteren Amalgamplomben weisen einen Selenmangel auf, da sie zur Bildung des entgiftenden Enzyms Glutathionperoxidase vermehrt Selen brauchen. Ein gut funktionierendes Immunsystem ist auch bei Hautkrankheiten von Vorteil. Daher empfiehlt sich nach Bestimmung des Selenspiegels im Serum meist eine Einnahme geeigneter Präparate. Das synthetisch hergestellte Natriumselenit (z. B. in Cefasel®, Selit®, Selenase®) bildet mit Schwermetallen allerdings Komplexe, die der Körper nicht ausscheiden kann. Deshalb ist nach meinen Erfahrungen natürliches hefegebundenes Selen vorzuziehen. ...Einen Selenmangel in unseren Breiten nur durch Ernährung auszugleichen, ist nahezu unmöglich. In den 20 Jahren meiner Praxistätigkeit ist mir nur eine Patientin mit einem hohen Selenspiegel ohne Substitution begegnet. Sie aß sechsmal pro Woche Seefisch, was bei uns im Allgäu zumindest sehr unüblich ist.

Dr. Barbara W.

 

PSO aktuell: Der in der Anmerkung zur Leserfrage zitierte Prof. Helmut Heseker, Ernährungswissenschaftler an der Universität Paderborn, gibt nach Rücksprache zu bedenken, dass die Unbedenklichkeit von Selenhefen keineswegs erwiesen ist. Man wisse nämlich nicht genau, welche Mengen des Spurenelements damit zugeführt würden. Das in den Präparaten enthaltene Selenomethionin werde zwar in den Organen eingelagert, insbesondere in der Muskulatur, stehe aber für biologische Reaktionen gar nicht zur Verfügung. Die Werte der Selenbestimmung im Serum erlaubten keine zuverlässige Auskunft über eine mögliche Unterversorgung. Deutschland zähle nicht wie z. B. Finnland oder Neuseeland zu den Selenmangel-Gebieten. Solange keine kontrollierten Studien den Nutzen einer Nahrungsergänzung mit den jeweils empfohlenen Produkten belegten, werde wegen der damit verbundenen Risiken von der Einnahme abgeraten.

 

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