PSO aktuell - Der Ratgeber bei Schuppenflechte (Psoriasis)

DER RATGEBER BEI SCHUPPENFLECHTE

 

Aus PSO aktuell Juni 2013

 

 

Behandlung der Psoriasis mit Fumaderm® in Italien?

über 20 Jahre wurde meine Schuppenflechte sehr erfolgreich mit Fumaderm® behandelt. Jetzt bin ich nach Südtirol verzogen, dort mittlerweile auch beim Sanitätsdienst (Krankenkasse) eingeschrieben, aber weiterhin in Deutschland Mitglied der Barmer GEK. Nach Aussage hiesiger Ärzte kann ich das Medikament an meinem neuen Wohnort nicht erhalten, da es in Italien keine Zulassung hat. Meine deutsche Krankenkasse teilte mir mit, dass ich hier laut Verordnungen der Europäischen Union auch keinen Anspruch auf Fumaderm® hätte.

Zöge ich nach Deutschland zurück oder verbrächte dort meinen Urlaub, könne mir das Mittel wieder verschrieben werden. Wie lässt sich die Behandlung trotzdem fortsetzen?

Marianne S.

 

PSO aktuell: Nach Auskunft der Biogen Idec GmbH wird die Zulassung des Präparates auch künftig auf Deutschland beschränkt bleiben. Hier war die Kombination mehrerer Fumarsäureester lange Zeit umstritten. Seitdem die Wirksamkeit durch die heute geforderten Studien bestätigt und geklärt wurde, worauf sie beruht, gilt Fumaderm® unter deutschen Dermatologen als wichtiges Mittel der systemischen Therapie. Dennoch ist aus uns unbekannten Gründen nicht geplant, die Vertriebsgenehmigung in anderen Ländern zu beantragen. Die Sozialversicherungsabkommen zwischen Staaten der Europäischen Union würden eine Erstattung nur ermöglichen, wenn Fumaderm® in Italien ebenfalls zugelassen wäre. Da dies nicht der Fall ist, kann auch keine Verordnung zu Lasten der Südtiroler Krankenkasse erfolgen.

 

Als Mitglied der Barmer GEK, der die Patientin ja nach wie vor angehört, hat sie aber bei einem Aufenthalt in Deutschland wieder Anspruch auf das bei ihr offensichtlich hilfreiche Medikament, könnte es sich also von ihrem Arzt dort verschreiben lassen und das Rezept in einer deutschen Apotheke einlösen.

 

Die EU-Vorschriften grenzen diesen Ausweg allerdings auf den Zeitraum des Besuchs oder Urlaubs in Deutschland ein, so dass die Verschreibung eines zur fortgesetzten Behandlung an Ihrem jetzigen Wohnsitz nötigen Vorrates ausgeschlossen ist.

 

Somit wäre die einzige Alternative ein Privatrezept, um Fumaderm® über eine internationale Apotheke zu besorgen. Bei dem angegebenen Jahresbedarf von etwa 650 Tabletten und 679 Euro für eine 200er-Packung müsste jedoch ein erheblicher Betrag aus eigener Tasche bezahlt werden. Es ist für Bürger im vereinten Europa schwer nachvollziehbar, dass man sie derart finanziell dafür bestraft, mit einem „deutschen“ Arzneimittel ihre chronische Erkrankung gut beherrschen zu können, sobald sie einige Kilometer weiter in einem Nachbarland leben.

 

Das in dieser Situation erwogene Umsteigen auf Fumarsäureester- Kapseln, die von einer deutschen Apotheke hergestellt und vertrieben werden, ist angesichts der damit angebotenen Einsparmöglichkeit verständlich, trotzdem nicht empfehlenswert. Die angegebene Zusammensetzung weicht von der des Fertigarzneimittels ab. Ebenso bleibt ungewiss, ob die Apothekenrezeptur hinsichtlich der Zubereitungsart, mithin auch der Verträglichkeit und Wirksamkeit ebenbürtig ist.

 

 

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