PSO aktuell - Der Ratgeber bei Schuppenflechte (Psoriasis)

DER RATGEBER BEI SCHUPPENFLECHTE

Aus PSO aktuell März 2006

 

 

Mit Schuppenflechte erwerbsunfähig?

Ich leide seit etwa 15 Jahren sehr unter Psoriasis pustulosis palmoplantaris. Oftmals kann ich keine Hausarbeiten verrichten, da an den Händen, auch über die Fingerkuppen und auch unter den Nägeln Pustelherde auftreten. Schicke Schuhe tragen ist mittlerweile Utopie. Ich bin schon froh, wenn ich in ganz weichen Sommerschuhen gehen kann, oftmals nur auf Zehenspitzen. Wenn auch die Zehen befallen sind, unterpolstere ich sie mit einem leichten Verband und gehe nur die nötigsten Wege im Haus. Meine Lebensqualität ist erheblich gemindert. Zusätzlich habe ich an mehreren Gelenken Arthrose, ein degeneratives Syndrom an der Lendenwirbelsäule und Osteoporose. Der Rheumatologe bescheinigte mir eine Psoriasis arthritis und verordnete mir MTX, Actonel, Kortison, MCP und Diclofenac.

 

Vom Zentrum Bayern Familie und Soziales bekam ich nur den GdB 40 (GdB = Grad der Behinderung). Bei der Aufzählung der bewerteten Erkrankungen wurden die Füße völlig ignoriert.

 

Auf Anraten verschiedener Ärzte stellte ich den Antrag auf Erwerbsunfähigkeitsrente. Ein Gutachter der Deutschen Rentenversicherung bescheinigte völlige Erwerbsunfähigkeit (EU). Trotzdem wurde eine Rente abgelehnt. Gibt es neue Bewertungsgrundlagen für den GdB oder die EU-Rente?

 

 

PSO aktuell: Die Ablehnung der Rente ist nicht nachzuvollziehen, da ein Gutachter bei Ihnen volle Erwerbsminderung festgestellt hat. Daher sollten Sie Widerspruch einlegen, sofern Sie die folgenden Voraussetzungen erfüllen: Rente aufgrund einer vollen Erwerbsminderung erhalten Sie nämlich nur, wenn Sie in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung drei Jahre Pflichtbeiträge gezahlt und die allgemeine Wartezeit (Mindestversicherungszeit bei einem gesetzlichen Rentenversicherungsträger) von fünf Jahren erfüllt haben. Als voll erwerbsgemindert gilt übrigens, wer aus gesundheitlichen Gründen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt täglich keine drei Stunden mehr tätig sein kann.

 

Auch beim Grad der Behinderung könnte noch mehr drin sein. Nach unserer Erfahrung ist auch hier oftmals ein Widerspruch erforderlich, um eine angemessene Beurteilung zu erhalten. Alleine eine Psoriasis mit andauerndem ausgedehnten Befall oder stark beeinträchtigendem lokalen Befall (z.B. an den Händen) kann mit einem GdB von 30 – 50 bewertet werden.

 

Bei Ihnen kommen dann noch Gelenkund Wirbelsäulenerkrankungen hinzu, die zusätzlich zu bewerten sind. Bei entzündlich-rheumatischen Krankheiten der Gelenke und/oder der Wirbelsäule kann bei geringen Auswirkungen (leichtgradige Funktionseinbußen und Beschwerden, je nach Art und Umfang des Gelenkbefalls, geringe Krankheitsaktivität) ein GdB von 20 – 40 vergeben werden und bei mittelgradigen Auswirkungen (dauernde erhebliche Funktionseinbußen und Beschwerden, therapeutisch schwer beeinflussbare Krankheitsaktivität) ein GdB von 50 – 70. Zusätzlich kann das Merkzeichen G vergeben werden, wenn die Gehfähigkeit beeinträchtigt ist, z.B. durch Gelenkbefall der unteren Extremitäten.

 

 

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