PSO aktuell - Der Ratgeber bei Schuppenflechte (Psoriasis)

DER RATGEBER BEI SCHUPPENFLECHTE

 

Aus PSO aktuell Juni 2005

 

 

Was mache ich, wenn meine Schuppenflechte nach den Wintermonaten wieder schlimm wird?

Nachdem die Betriebskrankenkasse RWE im letzten Frühjahr die Akuteinweisung meiner Hautärztin in die Asklepios-Klinik auf Sylt nicht anerkennen wollte, hatte ich einen Anwalt eingeschaltet. Er wies darauf hin, dass die medizinische Notwendigkeit von der Krankenkasse höchstens bei begründetem Betrugsverdacht überprüft werden dürfe. Ich bekam dann doch die Zusage für einen Aufenthalt von 30 Tagen. Im Mai 2005 wurde die erneute Krankenhausverordnung für maximal drei Wochen genehmigt. Man teilte mir jedoch mit, „dass wir nicht alljährlich eine stationäre Krankenhausbehandlung in dieser Klinik bewilligen werden. Ihre Krankheit ist chronisch und lässt sich durch eine stationäre Rehabilitations-Maßnahme positiv beeinflussen. Da Sie noch erwerbstätig sind, ist hierfür die Rentenversicherung zuständig." Die behandelnde Ärztin wurde gleichzeitig informiert, man werde künftig die „Notfalleinweisung für die Asklepios-Klinik" nicht mehr akzeptieren. Sie solle gegebenenfalls rechtzeitig eine Reha-Maßnahme durch die Rentenversicherung veranlassen, „damit bei einem (zu erwartenden) akuten Schub im Frühjahr bereits eine Bewilligung vorliegt." Ist dies denn zulässig? Eine Reha steht einem doch meines Wissens nur alle vier Jahre zu. Was mache ich dann, wenn es nach den Wintermonaten wieder ganzschlimm wird?

Erwin M.

 

 

PSO aktuell: Geht es in erster Linie darum, die Arbeitskraft zu erhalten oder wiederherzustellen, sind bei Berufstätigen die Träger der Rentenversicherung zuständig. In solchen Fällen dürfen die Krankenkassen keine Reha-Leistungen erbringen. Diese sind andererseits der BfA, LVA etc. nicht erlaubt in der Phase akuter Behandlungsbedürftigkeit und anstelle einer sonst erforderlichen Krankenhausbehandlung. Von wem die Kosten einer stationären Rehabilitation zu tragen sind, muss die zuerst angesprochene Stelle innerhalb von zwei Wochen klären. 

 

Wird ein Gutachten zur Notwendigkeit und individuellen Rehabilitationsfähigkeit sowie den Aussichten einer solchen Maßnahme erstellt, soll spätestens zwei Wochen später über den Antrag entschieden sein. Liegt eine frühere medizinische Rehabilitation nicht die gesetzlich vorgesehenen vier Jahre zurück, kann sie bei dringender Notwendigkeit auch in kürzeren Abständen wiederholt werden. Die Linderung akuter Erscheinungen und Beschwerden im Rahmen der Krankenhausbehandlung, zu der man mit dem als „roter Schein" bekannten Formular eingewiesen wird, sollte für Patienten mit chronischer Schuppenflechte stets ergänzt werden durch Hilfen zur besseren Funktionsfähigkeit und Teilhabe am täglichen Leben.

 

 Insofern bietet die Asklepios-Klinik wie andere Einrichtungen, die zur Akut- und Rehabehandlung zugelassen sind, die besten Voraussetzungen. Leider kann dies durch die Abgrenzungsprobleme der Kostenträger nicht optimal genutzt werden. Gleichwohl scheint die Frage berechtigt, ob eine alljährliche Krankenhausverordnung die einzige Möglichkeit ist oder ambulante Behandlungen, angemessene Hautpflege, Vermeiden von Auslösern den Bedarf an stationären Aufenthalten vermindern könnten. 

 

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