PSO aktuell - Der Ratgeber bei Schuppenflechte (Psoriasis)

DER RATGEBER BEI SCHUPPENFLECHTE

 

Aus PSO aktuell September 2010

 

 

Was hilft bei entzündeten Sehnen?

Als langjähriger Abonnent von PSO aktuell wende ich mich nun erstmals mit einer Frage an Sie mit der Hoffnung um Hilfestellung.

Seit ca. 25 Jahren leide ich an Psoriasis vulgaris. Seit ca. 14 Jahren zusätzlich an Psoriasis arthritis. Jedoch an einer Sonderform – laut Diagnose. Und zwar entzünden sich bei mir hauptsächlich Sehnen und Bänder. Gelenke sind eher weniger betroffen. Eine Schädigung ist nur im Zeigefingergrundgelenk zu sehen (Röntgen).

Seit ca. 14 Jahren spritze ich einmal wöchentlich 15 mg Methotrexat und nehme bei Bedarf Celebrex® bzw. Arcoxia ®. Seit elf Monaten nahm die Erkrankung eine erhebliche Dynamik an. Bänder und Sehnen am ganzen Körper entzündeten sich: Achillessehnen, Bizepssehnen, Sehnen der Schultern, Muskelansätze der Schultern, Bänder der Wirbelsäule, der rechten Hand und des Handgelenks.

Die Schmerzen wurden unerträglich und nur mit hohen Dosen Schmerzmittel einigermaßen in den Griff zu bekommen. Medikation: Kortison, Methotrexat, Arcoxia®, Tramadol.

Die schmerzbefallenen Muskel, Sehnen, Bänder änderten sich nahezu im Stundenrhythmus: Kniesehnen-, Hüftsehnen- und Gelenke der Finger, Sehnen der Fußsohle usw.

Der Effekt der Medikamentenerhöhung war mäßig. Jetzt im Sommer wurde alles etwas besser. Aber leider rissen bzw. rauten viele Bänder und Sehnen während dieser Zeit auf bzw. ab. Mein rechtes Handgelenk ist durch die gerissenen Bänder so stark geschädigt, dass es jetzt versteift werden soll. Der Schulterspezialist meinte, „da kann ich Ihnen nicht mehr helfen, das ist irgendein Rheumaproblem. Methotrexat schadet Ihnen mehr als es hilft.“

Nun ja, Rheumatologe und Orthopäde/ Chirurg waren gänzlich unterschiedlicher Meinung. Mir hat die Kortisontherapie 15 kg Fett und Wassereinlagerungen eingebracht. Nach nur zwei Tagen Reduktion auf 10 mg täglich waren Schmerzen und Schwellungen da wie vor der Therapie. Ich nehme nun kein Kortison mehr, da ich glaube, es schadet dauerhaft mehr als dass es hilft.

Mein Rheumatologe meint jedoch, dass es eben nichts anderes gibt. Methotrexat und Kortison sind gut und günstig. Bei Biologics (z.B. Arava®) gäbe es auch keine Garantie, dass sie helfen, außerdem haben sie auch Verträglichkeitsrisiken.

 

Ich bin da anderer Meinung, es gibt meistens Alternativen, deshalb meine Fragen:

1. Gibt es ein Medikament, welches speziell auf Bänder- und Sehnenentzündungen wirkt?

2. Ist Methotrexat 25 mg pro Woche bzw. eine Celebrex® 200 mg täglich unbedenklich? Meine Leberwerte waren bisher ohne auffälligen Befund.

 

Ich habe eigentlich sowieso keine Wahl, da ich Schmerzen habe, dass ich fast aufschreie bei schnellen Bewegungen

 

 

PSO aktuell: 1. Uns ist kein Medikament bekannt, das speziell auf Bänderund Sehnenentzündungen wirkt. Hilfreich können neben der medikamentösen Behandlung auch verschiedene Formen der Physiotherapie und Wärmebäder sein. Hat Ihr Arzt Ihnen schon einmal Krankengymnastik verordnet?

2. So gut wie kein Medikament ist völlig unbedenklich.

Wie Sie wissen, kann Methotrexat leberschädigend wirken. Deshalb sollten Ihre Leberwerte regelmäßig überprüft werden. Solange sie in Ordnung sind, können Sie das Medikament weiterhin einnehmen.

Das Rheumamittel Celebrex soll nur nach gründlicher Nutzen-Risiko-Abwägung verschrieben werden, da es bei langfristiger Einnahme das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall steigert.

Ihr Rheumatologe hat zwar Recht, wenn er sagt, dass die Wirkung von Biologics nicht garantiert ist und Nebenwirkungen auftreten können. Deswegen keinen Therapieversuch zu unternehmen, ist aber auch keine Lösung. Wenn Ihnen die bisherigen Medikamente nicht ausreichend helfen, wäre es durchaus sinnvoll, andere Therapiemöglichkeiten auszuprobieren. In Frage kommen neben Arava® auch Humira®, Enbrel®, Simponi® oder Remicade®.

 

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