PSO aktuell - Der Ratgeber bei Schuppenflechte (Psoriasis)

DER RATGEBER BEI SCHUPPENFLECHTE

 

Aus PSO aktuell September 2001

 

 

Gibt es einen Zusammenhang zwischen einer Atemwegsinfektion und Psoriasis?

Seit 25 Jahren habe ich chronisch Schnupfen und Bronchitis, die im Lauf der Jahre schlimmer geworden sind. Alle Behandlungsversuche blieben ohne Erfolg. Eine Allergie ist ausgeschlossen, aber die Ursache fand bisher kein Arzt. Jetzt las ich in einem englischen Fachartikel, dass Psoriatiker (ein solcher bin ich seit 30 Jahren) häufig Staphylococcus aureus auf ihrer Haut haben und diese Bakterien in die Nase gelangen können. Ich muss annehmen, dass ich ein solcher Staphlococcus-Träger bin, wie man das offensichtlich in Medizinerkreisen nennt. Denn vor kurzem bin ich bei einer Knieoperation damit infiziert worden. Gerade diese Tatsache lässt mich nun hoffen, auf eine Erklärung für die Atemwegsinfektionen gestoßen zu sein. Sie führen inzwischen bei mir zu einem viel größeren Leidensdruck als die Schuppenflechte. Daher meine Frage: Ist ein solcher Zusammenhang bekannt? Wenn ja, welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Julia D.

 

 

PSO aktuell: Staphylococcus aureus heißen kleine Kugelbakterien, mit denen der menschliche Nasen-Rachen-Raum kurz nach der Geburt besiedelt wird. Keimträger sind schätzungsweise bis zu 40 % der Erwachsenen, im Krankenhausbereich ist die Rate noch höher. Zu klinisch offenkundigen Infektionen kommt es nur bei lokaler (z.B. durch Gewebsschädigung) oder allgemeiner Abwehrschwäche. So können die Erreger eine virusbedingte Lungenentzündung verschlimmern. Hautentzündungen mit Eiterbläschen, die so genannte Grindflechte, sind im Kindesalter häufig bei mangelnder Körperpflege und vorgeschädigter Haut, meist zusammen mit Streptococcus pyogenes. Nach Untersuchungen der dermatologischen Universitätsklinik Kiel schützt aber ein körpereigener Hemmstoff die Haut bei Psoriasis gegen Bakterien und Pilze. Solche Infektionen werden auch kaum beobachtet, im Gegensatz zu Patienten mit Neurodermitis. Wundinfektionen durch Staphylokokken, wie in diesem Fall nach einer Operation, sind keine Seltenheit. Da die Entzündung der Atemwege schon lange vorher bestand, ist ein ursächlicher Zusammenhang unwahrscheinlich. Antibiotika konnten die übeltäter offensichtlich nicht ausrotten. Sonst wären die Symptome ja nicht chronisch geworden. Gute Erfahrungen, die zahlreiche kontrollierte Studien bestätigen, gibt es mit einer Immuntherapie, bei der Extrakte verschiedener Bakterien aus dem Bereich der Atemwege eingenommen werden. Ein oft untersuchtes Präparat ist Broncho-Vaxom® der Firma Byk-Gulden.

 

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