PSO aktuell - Der Ratgeber bei Schuppenflechte (Psoriasis)

DER RATGEBER BEI SCHUPPENFLECHTE

 

Aus PSO aktuell März 2004

 

 

Verstärkt die Schuppenflechte den Haarausfall?

Eine Bekannte wies mich auf eine Methode hin, mit der männliche Glatzenbildung erfolgreich bekämpft werden soll. Eine Ursache, heißt es, sei Mineralstoffmangel, und dazu bietet unsere Apotheke entsprechende Haaranalysen an. Ist so etwas sinnvoll? Bei mir habe ich den Eindruck, dass die Schuppenflechte der Kopfhaut den Haarausfall verstärkt hat.

Bruno K.

 

 

PSO aktuell: Der erblich-hormonell bedingte Haarausfall betrifft früher oder später jeden zweiten Mann. Auch Frauen können, vor allem nach den Wechseljahren, eine solche androgenetische Alopezie entwickeln. Hier sind bis zu einem gewissen Grad Kopftinkturen mit dem weiblichen Sexualhormon Estradiol (z. B. Ell-Cranell® alpha) oder eingenommene Hemmstoffe der männlichen Androgene (z. B. Diane®-35) wirksam. Bei Männern haben bisher nur zwei Mittel nachweisbare Erfolge gezeigt: äußerlich Minoxidil-Lösung (Regaine® 5 %), innerlich Finasterid (Propecia®). Dabei ist weniger mit einem dichten Bewuchs kahler Stellen zu rechnen, vielmehr wird die weitere Glatzenbildung gebremst. Die rezeptpflichtigen Präparate werden allerdings als "Lifestyle"-Medikamente nicht von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet. Alle sonstigen Versprechungen halten einer Prüfung nicht stand. Dazu zählt auch die in Zeitungsinseraten angepriesene "Valerias-Methode". Sie geht von der unhaltbaren Annahme aus, dass eine "Entmineralisierung des Haarbodens" durch „übersäuerung des Körpers" zur Alopezie führt. Die sehr teuere "Kur" nützt nur dem Anbieter, urteilt Prof. Hans Wolff von der Münchner Universitäts-Hautklinik Innenstadt. Der bei Psoriasis der Kopfhaut oft vorkommende Haarausfall ist in der Regel durch eine wirksame Therapie rückgängig zu machen (vgl. PSO aktuell, 2/2003, S 23-228).

 

 

 

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