Teer
Fertigpräparat: Basiter®
Durch Erhitzen von Steinkohle oder verschiedenen Holzarten wird ein Gemisch aus bis zu 10 000 Stoffen gewonnen. Therapeutisch verwendet man heute meist gereinigte Auszüge des Steinkohleteers in Rezepturen und Fertigpräparaten. Chronische Hautkrankheiten wurden schon vor über 100 Jahren mit Steinkohlenteer behandelt. Die Weltgesundheitsorganisation zählt ihn nach wie vor zu den unverzichtbaren Medikamenten. Die darin enthaltenen Substanzen hemmen sowohl übersteigerte Zellteilung und Verhornung als auch Entzündung, lindern obendrein Juckreiz.
- Angezeigt ist Steinkohlenteer bei gewöhnlicher Schuppenflechte, ausgenommen lebhaft rote und nässende Stellen.
- Herkömmliche Zubereitungen mit Konzentrationen von 10 bis 20 % werden wegen des unangenehmen Teergeruchs sowie der Verfärbung von Haut und Kleidung höchstens noch stationär angewandt.
- Seit Anfang 1997 gibt es ein Gel (Basiter®), das die altbekannten Wirkungen ohne die Nachteile der bisherigen Darreichungsformen gewährleistet. Es kann vereinzelte Herde allein eindämmen und bei stärkerer Ausprägung z. B. Vitamin-D-Präparate ergänzen oder nach kurzfristiger Kortison-Behandlung den erreichten Zustand festigen.
- Als Kosmetika angebotene Shampoos dürfen keinen Steinkohlenteer mehr enthalten. Für Kopfhaut-Psoriasis zugelassene Arzneimittel sind jedoch weiterhin verfügbar.
- Schwangerschaft, Stillzeit und Säuglingsalter gelten als Gegenanzeigen. Vorsicht ist in Hautfalten oder am Hodensack geboten.
- Obwohl in Steinkohlenteer krebserzeugende Substanzen vorhanden sind, wurden Hauttumoren nur ausnahmsweise bei unkontrollierter Daueranwendung beobachtet.
- Trotz vorschriftsmäßigem Gebrauch kommen gelegentlich Reizungen der Haut vor. Sie kann außerdem empfindlicher auf Sonnenlicht reagieren. Das wird bei der 1925 beschriebenen Goeckermann-Methode für die Kombination mit UV- Therapie genutzt.