Kopfhaut-Psoriasis
Scharf abgegrenzte Rötungen mit mehr oder weniger starken Schuppenauflagerungen, die besonders im Nacken, an der Stirn und den Schläfen auf die unbehaarte Haut übergreifen, können das einzige Anzeichen einer Psoriasis sein. Manchmal ist der behaarte Kopf auch insgesamt von Schuppen bedeckt. Wenn dabei vermehrt Haare ausfallen, werden sie nach dem Abheilen der Hauterscheinungen wieder erneuert, solange nicht eine massive Entzündung die Haarwurzeln zerstört. Ohne rechtzeitige Behandlung trägt Psoriasis dann ausnahmsweise zur Glatzenbildung bei.
- Schuppen entfernen: Salicylsäure in Olivenöl oder auswaschbaren Salben, am besten über Nacht unter einer Duschhaube. 10 %ig in Psorimed® Lösung.
- Waschen: Zum Ausspülen aufgetragener Wirkstoffe und Reinigen eignen sich milde Shampoos. Einige Produkte enthalten zusätzlich Substanzen, die den in Kosmetika nicht mehr zugelassenen Steinkohlenteer ersetzen sollen, z. B. Stieprox®, T/Gel® Plus.
- Behandeln:
1. Arzneimittel mit Steinkohlenteer, z. B. Berniter® Kopfhaut-Gel, Polytar ® Lösung (darin außerdem Wacholder- und Holzteer), Tarmed Shampoo, oder schwefelhaltigem Schieferöl (Ichtoderm® Creme) reichen in leichten Fällen allein aus und unterstützen die Therapie, wenn stärkere Mittel nötig sind.
2. Von den äußerlichen Medikamenten kann Dithranol verwendet werden. Vitamin D als Salbe, Creme oder Lösung. Die flüssige Zubereitung von Daivonex® / Psorcutan® nach dem Scheiteln der Haare möglichst nur auf die betroffenen Stellen der Kopfhaut. Starke Kortisonpräparate als Creme oder Lösung unter einer Plastikhaube kurzfristig überaus wirksam und unbedenklich.
3. Zur Lichtbehandlung gibt es verschiedene Geräte. Dichtes Haar muss mit einem Kammaufsatz gescheitelt werden, um die UV-Strahler langsam in gleichmäßigem Abstand über die freigelegten Herde zu führen.
4. Ist die Einnahme von Retinoiden, Ciclosporin oder Fumaraten ohnehin oder wegen der anders nicht beherrschbaren Erscheinungen auf dem behaarten Kopf angezeigt, bilden diese sich meist zurück.