Psoriasis arthritis
Eine entzündlich-rheumatische Gelenkerkrankung in Verbindung mit Schuppenflechte (Psoriasis arthritis) beginnt meist nach den Hauterscheinungen, selten gleichzeitig oder schon vorher. Die Verbreitung wird auf 5 bis über 20 % geschätzt. Dabei ist aber zu bedenken: Oft kommen immer wieder Gelenkschmerzen vor, ohne dass sich je Anzeichen einer Arthritis nachweisen lassen.
Am häufigsten betroffen sind Knie-, Finger-, Sprung- und Zehengelenke. Die Mitbeteiligung der Wirbelsäule und der Kreuz-Darmbeingelenke ähnelt der Bechterewschen Erkrankung. Schmerzen an der Ferse deuten auf eine Entzündung der dort befestigten Sehnen hin. Auch eine Gefäßhautentzündung des Augeninneren (Uveitis) kann mit der Gelenkerkrankung einhergehen.
Die Diagnose sollte durch einen internistischen Rheumatologen geklärt werden. Im Gegensatz zur chronischen Polyarthritis sind bei der psoriatischen Gelenkentzündung oft lange beschwerdefreie Phasen zu erwarten. Die Therapie kann daher gewöhnlich viel zurückhaltender sein.
Je nach dem Schaden, den der Krankheitsprozess voraussichtlich anrichtet, geht man stufenweise immer energischer dagegen vor. Grundlage ist auch hier die vorbeugende und unterstützende Lebensführung des informierten Patienten.
- Ernährung, die Übergewicht und Entzündung entgegenwirkt.
- Bewegung, je nach dem Zustand der betroffenen Körperteile. Krankengymnastische Übungen sind oft im erforderlichen Umfang erst möglich mit schmerzlindernden Maßnahmen.
- Physikalische Therapie. Bei akut geschwollenen und heißen Gelenken vor allem Kälte, örtlich oder für den ganzen Körper.
- Kortisonfreie Antirheumatika, auch als Salbe oder Gel. Eingenommen können diese rasch schmerzlindernden Medikamente vor allem im Magen und Darm schaden. Besser verträglich sind neuere Mittel wie Mobec®.
- Kortison. Kurzfristige Einnahme in stark schmerzhaften Entzündungsphasen, Spritzen ins Gelenk, aber nicht mehr als drei bis sechs pro Jahr.
- Basistherapie. Sie soll langfristig den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen. Die Wirkung wird jedoch erst nach einigen Wochen spürbar. Von den Langzeitmedikamenten sollten diejenigen bevorzugt werden, die auch für die Haut gut sind, z. B. Sulfasalazin, MTX, Ciclosporin, eventuell Fumarate. Der Stellenwert neuer Präparate wie Enbrel® und Arava® bei Psoriasis arthritis lässt sich noch nicht beurteilen. Eine sanfte Alternative können Weihrauch-Tabletten sein.
- Entfernen oder Veröden (chemisch, radioaktiv) der Gelenkinnenhaut, wenn ein Knorpel und Knochen zerstörender Verlauf anders nicht zu bremsen ist.
- Operative Korrektur von Fehlstellungen, Ersatz verformter Gelenke. Aber: Vor Operationen deren Notwendigkeit immer mit nicht chirurgisch tätigen Rheumatologen besprechen.