PSO aktuell - Der Ratgeber bei Schuppenflechte (Psoriasis)

DER RATGEBER BEI SCHUPPENFLECHTE

 

 

Psychotherapie

Die Haut als „Spiegel der Seele“ zu deuten, ist so beliebt wie fragwürdig. Wäre doch Psoriasis demnach nur ein Alarmzeichen, dass „innen“ etwas nicht stimmt, und erst wenn das in Ordnung gebracht wird, könnte sich das äußere Erscheinungsbild bessern. Diese Vorstellung vereitelt eine ausreichende Behandlung der Haut und macht zugleich ihre jeweilige Verfassung zum Maßstab dafür, wie gut oder schlecht es einem geht. Jeder Fleck wird als Vorwurf empfunden, nicht mit sich im Reinen zu sein.

 

Eine ausschließlich dermatologische Betrachtung übersieht dagegen leicht, welche seelischen Probleme für die Betroffenen und ihre Angehörigen eine chronische Erkrankung mit sich bringen kann, obwohl – oder gerade weil – immer mehr Therapien verfügbar sind. Die Psoriasis-Veranlagung bleibt eine ständige Lebensbegleiterin, die oft erheblich zur Last fällt und bei anderen immer noch auf wenig Verständnis stößt. Ihr Sichtbarwerden lässt sich zwar heute auf vielfältige Art unterdrücken. Das raubt jedoch mintunter viel Zeit und Kraft. Vom vergeblichen Kampf um körperliche Makellosigkeit überwältigt, sehen die Betroffenen schließlich keinen Ausweg mehr. Lust- und mutlos, anhaltend deprimiert, voller Angst ziehen sie sich immer mehr zurück. Was Krisen in der Partnerschaft, Familie oder im Beruf heraufbeschwört und damit womöglich alles noch schlimmer macht.

 

Wer z. B. ein Bein gebrochen hat, sucht selbstverständlich professionelle Hilfe. Ebenso wenig ist es „verrückt“, einen (dafür zusätzlich ausgebildeten) ärztlichen oder psychologischen Psychotherapeuten aufzusuchen, falls jemand nicht allein aus seelischen Schwierigkeiten herausfindet. Das kommt auch ohne Psoriasis vor, kann aber den Umgang mit ihr besonders erschweren. Seit Januar 1999 ist diese Behandlung für gesetzlich Versicherte durch das neue Psychotherapeutengesetz einfacher geworden. Adressen sind etwa bei der Krankenkasse erhältlich. Mitunter ist die persönliche Situation so „verfahren“, dass am ehesten eine stationäre Psychotherapie noch die Chance bietet, Alternativen für das eigene Denken, Fühlen und Handeln zu entdecken.

 

 

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