Fumarsäure
Fertigpräparate: Fumaderm®
Fumarsäure kommt in Pflanzen und als Zwischenprodukt des Stoffwechsels vor. Aus dem Darm werden nur fettlösliche Fumarsäure-Ester genügend aufgenommen. Salze solcher Verbindungen (Fumarate) sind als Medikament verwendbar.
Nach dem Selbstversuch eines Chemikers von 1959 und den Erfahrungen eines praktischen Arztes haben immer mehr Betroffene die „alternative“ Therapie erprobt. Dafür gab es wechselnde Rezepte, bis 1994 ein standardisiertes Fertigarzneimittel (Fumaderm®) mit gesicherter Wirksamkeit eingeführt wurde. Wahrscheinlich beruht sie hauptsächlich auf einem Inhaltsstoff, so dass eine gezielte Therapie möglich wäre.Neuere Untersuchungen legen nahe, dass ähnlich wie durch Ciclosporin die Tätigkeit von Immunzellen reguliert wird. Der lange behauptete Fumarsäure-Mangel bei Psoriasis, den die Einnahme ausgleichen soll, ließ sich nicht nachweisen.
- Die Fachinformation bestimmt jetzt das Präparat für schwere Formen der Psoriasis vulgaris, sofern eine äußerliche Therapie nicht angezeigt ist. Das gilt beim früher ganz ausgeschlossenen Plaque-Typ, wenn die Ausdehnung mehr als 10 % der Körperoberfläche beträgt. Noch nicht allgemein empfohlen wird Fumaderm® bei pustulösen Sonderformen, da die Wirksamkeit nur in Einzelfällen belegt ist.
- Sind die Hauterscheinungen bei einschleichend gesteigerter Dosis innerhalb von vier bis acht Wochen abgeklungen, wird auf eine Erhaltungsmenge zurückgegangen. Sie kann individuell recht unterschiedlich sein. Auch wenn die Empfehlung, höchstens ein halbes Jahr lang zu behandeln, nicht bindend ist, sollte man durch Auslassphasen immer wieder die Notwendigkeit weiterer Tabletten-Einnahme überprüfen.
- Häufige Nebenwirkungen sind Gesichtsrötung und Hitzegefühl (Flush) sowie Übelkeit, Durchfälle und Magen- Krämpfe. Sie gehen im Lauf der Therapie meist zurück. Eine neue Zubereitung mit mikroverkapselten Wirkstoffen war bei ersten Versuchen wesentlich besser verträglich. Die oft registrierte Verminderung weißer Blutkörperchen ist wohl Ausdruck der Fumarat-Wirkung. Vereinzelt berichtete Nierenschäden waren in der Regel durch Überdosierung zu erklären, da neben Tabletten noch Fumarate als Salbe oder Bad benutzt wurden. Vorsichtshalber sind regelmäßige Laborkontrollen von Blutbild, Leber- und Nierenfunktion nötig.
- Von Kombinationen mit UV-Licht, besonders PUVA, wird abgeraten. Ebenso dürfen andere Immunsuppressiva und eventuell die Nieren schädigende Medikamente nicht gleichzeitig eingenommen werden.