Methotrexat (MTX)
Viele Fertigpräparate auf dem Markt
Als Gegenspieler der Folsäure, die zur Bildung von Zellkernbestandteilen gebraucht wird, kann MTX abnorme Zellvermehrung hemmen. Niedrig dosiert greift es in Entzündungs- und Immunvorgänge ein.
- Seit 1951 wird das Mittel bei Schuppenflechte eingesetzt. Es eignet sich vor allem für sonst nicht zu beherrschende Formen mit generalisierter Pustelbildung und Rötung sowie Gelenkerkrankung.
- Bewährt hat sich, einmal wöchentlich höchstens 30 mg einzunehmen. Diese gewöhnlich ausreichende Menge gelangt aus dem Darm meist vollständig in den Körper. Die von einigen Ärzten bevorzugten Spritzen sind also entbehrlich, es sei denn Übelkeit und Erbrechen erschweren die Einnahme.
- MTX wirkt bei allen Varianten schwerer Psoriasis. Im Allgemeinen tritt die Besserung nach zwei bis sechs Wochen ein. Manchmal genügt das schon, um einen seit Monaten laufenden Schub zu beruhigen. Sind die akuten Erscheinungen abgeklungen, wird mit UV und äußerlichen Mitteln weiterbehandelt. Berichtet wurden jedoch bei hochgradigem Haut- und Gelenkbefall auch niedrig dosierte Erhaltungstherapien über Jahrzehnte ohne Nebenwirkungen. Auszuschließen sind vorher besonders Schädigungen der Leber, deren Funktion während der Behandlung ebenso wie die von Niere und Knochenmark regelmäßig überwacht werden muss. Ab einer angehäuften (kumulativen) Gesamtdosis von 1,5 g ist eine mikroskopische Untersuchung von Lebergewebe (Biopsie) ratsam.
- Bei Gelenkbeteiligung zu beachten: Kortisonfreie (nichtsteroidale ) Antirheumatika können die Giftigkeit von MTX erhöhen. Kombinationen mit Retinoiden, Ciclosporin, Fumaraten und PUVA sollten vermieden werden.