Vitamin A
Fertigpräparat: Neotigason®
Wie Vitamin A können von ihm abgeleitete Substanzen (Retinoide) bei Schuppenflechte in geringerer Dosis mit weniger Nebenwirkungen helfen. Das zuerst verwendete Etretinat wurde 1993 durch Acitretin (Neotigason®) ersetzt. Beide unterscheiden sich nicht wesentlich.
- Gut sprechen vor allem pustulöse Formen und Erythrodermie auf das Retinoid an. Bei Plaque-Psoriasis ist Acitretin allein nicht genügend wirksam. Daher wird es als „systemische Basistherapie“ in Verbindung mit äußerlichen Mitteln und Bestrahlung angeboten.
- Die Tagesration (einschleichend auf maximal drei Kapseln à 25 mg erhöht) sollte zur Hauptmahlzeit eingenommen werden. So gelangt das fettlösliche Medikament am besten in den Organismus.
- Sobald die Lippen auszutrocknen beginnen, ist die Dosis zu reduzieren. Dann verschwinden die unerwünschten Effekte an den Schleimhäuten wieder. Der Hauttrockenheit beugen Pflegemittel vor.
- Neotigason® darf wie sein Vorläufer wegen der möglichen Keimschädigung nicht während der Schwangerschaft eingenommen werden. Eine sichere Empfängnisverhütung ist auch bis zu zwei Jahre danach nötig, da sich Acitretin in das viel langsamer ausgeschiedene Etretinat umwandeln kann. Nur vier Wochen warten müssen Frauen mit Kinderwunsch nach Isotretinoin (Roaccutan®), das zumal bei Psoriasis pustulosa ebenfalls wirkt.
- Fettstoffwechsel und Leberfunktion sollten überwacht werden. Knochenveränderungen sind erst nach mehrjähriger Acitretin-Einnahme zu befürchten. Fachleute empfehlen aber keine Dauertherapie.
- Kombiniert mit UVB und PUVA senkt das Retinoid, meist schon in gut verträglicher Menge, die Strahlendosis.