Weihrauch
In Indien sind Extrakte aus dem heimischen Weihrauchbaum ein seit 3000 Jahren bekanntes Heilmittel. Tübinger Pharmakologen identifizierten darin Boswelliasäuren, die ausschließlich das Enzym 5-Lipoxygenase und damit die Bildung von Leukotrienen aus Arachidonsäure hemmen. Möglicherweise gibt es noch weitere Wirkungsmechanismen. Denn der in Indien und einem Kanton der Schweiz zugelassenen Weihrauchextrakt H 15 Ayurmedica besteht zu 45 % aus anderen, bislang unbekannten Säuren. Im Gegensatz zu den zahlreichen Nachahmer-Präparaten ist gesichert, dass die gesamten Inhaltsstoffe mit gleich bleibender Qualität im Körper verfügbar sind.
Wahrscheinlich halten vermehrt gebildete Leukotriene viele chronische Entzündungen aufrecht. Bisher konnte dies nicht so gezielt ohne Nebenwirkungen unterbunden werden.
- Bei rheumatoider Arthritis eignen sich die ausgezeichnet verträglichen Weihrauch-Tabletten als nicht unmittelbar schmerzstillende, aber langfristig den Krankheitsprozess beeinflussende Basistherapie. Für Gelenkerkrankungen bei Psoriasis gibt es keine systematischen Untersuchungen. Doch nach den Erfahrungen etlicher Patienten wirkt sich die Einnahme ebenfalls günstig aus. Vereinzelt konnte sogar MTX abgesetzt werden.
- Vielen Kranken mit schweren Darmentzündungen wie Morbus Crohn, die häufig zusammen mit Schuppenflechte vorkommen, erlaubt das Weihrauchmittel, weitgehend oder ganz auf das sonst oft nötige Kortison zu verzichten. Eine kontrollierte Erprobung wird 1999 abgeschlossen, eine umfangreiche Langzeitstudie hat begonnen.
- Auch einige Dermatologen interessieren sich für den Pflanzenextrakt, der zumindest die Hautbehandlung unterstützen könnte. Eine wissenschaftliche Überprüfung der positiven Beobachtungen von Betroffenen ist vorerst nicht geplant, da sich der Hersteller auf die Zulassung bei einem Anwendungsgebiet konzentrieren muss.
- Das aus Indien importierte H 15 kann jede Apotheke mit ärztlichem Rezept bestellen.