Artikel aus PSO aktuell Heft 2/01
Bevor man wirksam behandeln kann, müssen Schuppen entfernt werden. Das offenbart oft erst den Verlust von Haaren. Sie wachsen nach, sobald die krankhafte Störung in der Kopfhaut behoben ist. Sonst droht ihren Wurzeln bleibender Schaden.
Wenn sie rot sind, bedecken durchschnittlich 85 000 Haare den Kopf. Ein blonder Schopf kann es auf 150 000 bringen. Unabhängig von der Gesamtmenge, die bis zu einem gewissen Grad der Farbtyp bestimmt, sind etwa 300 Haare auf einem Quadratzentimeter normal.
Was ins Auge fällt, mag üppig oder schütter, glänzend oder stumpf sein – sichtbar ist stets nur totes Gewebe. Der lebende Teil steckt unter der Kopfhaut, und dort entscheidet sich, ob der darüber hinaus wachsende Haarschaft fest genug ist, dass er die gewünschte Länge erreichen kann, oder abbricht, was dann beim Kämmen oder Waschen sichtbar wird.
Die Wurzeln der Haare befinden sich in der Lederhaut, die mit der Oberhaut durch Vorwölbungen (Papillen) verzahnt ist. Über ihre Blutgefäße und Nerven wird das von der Haarzwiebel ausgehende Wachstum beeinflusst, zum Beispiel durch hormonelle Reize, Mangelernährung, Nikotin-, Drogen- oder Alkoholkonsum. Auch die Entzündung bei Schuppenflechte wirkt sich auf den Zustand der Haarwurzeln aus. Unter dem Mikroskop sieht man dabei, dass der Anteil von Haaren in der Ruhephase gegenüber denen im Wachstum vermehrt ist.
Schuppen als letzter Halt
Die in den Psoriasis-Herden meist weniger dicht sprießenden Haare sind feiner und brüchiger. Daher werden sie durch Schuppenkrusten, zu denen sich die im Übermaß gebildeten und unvollständig ausgereiften Hornzellen zusammenballen, leicht abgeknickt.
Löst man die Schuppen, gehen die nur noch daran klebenden Haare beim Waschen mit aus. So kann der Eindruck entstehen, die hierfür verwendeten Mittel seien Ursache des licht werdenden Kopfschmuckes. Wird deswegen kurzschlüssig auf entschuppende Maßnahmen verzichtet, riskiert man dauerhaft kahle Stellen. Denn: Ausgefallene Haare erneuern sich nur dann nicht wieder, wenn der krankhafte Prozess ihre Wurzeln zerstört.
Das kann eine rechtzeitige und konsequente Therapie verhindern. Voraussetzung ist jedoch immer, dass Wirkstoffe wie Kortison und Calcipotriol (Daivonex®/Psorcutan®) oder UV-Strahlen zum Grund der Störung vordringen können. Darum müssen unbedingt erst die Schuppen gründlich von der Kopfhaut entfernt werden.
Dazu eignet sich Salicylsäure (mindestens fünf Prozent) in Vaselin, Öl oder einer leichter abwaschbaren Salbe, die nach folgender Rezeptur ebenso wie die anderen Zubereitungen von der Apotheke angefertigt wird: Acid. Salicyl. 5,0/Ung. emuls. aquos. ad 100. In hartnäckigen Fällen bleibt die Mischung am besten unter der Duschhaube über Nacht. Zum morgendlichen Auswaschen kann ein teerhaltiges Shampoo (z. B. Tarmed®) verwendet werden. Dadurch scheint sich oft der Haarausfall zu verstärken. Doch ohne diese „Bereinigung“ kann die entzündungshemmende Behandlung nicht den Boden bereiten, dass wieder Nachschub in der üblichen Menge gedeiht.
Andere Ursachen
Wie oben schon erwähnt, gibt es verschiedene Gründe für einen zeitlich begrenzten Haarausfall. Auch wenn ihn z. B. eine ungenügende Versorgung mit Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen begünstigt, kann zugleich Schuppenflechte der Kopfhaut im Spiel sein. Ebenso muss sie nicht allein dazu beitragen, wenn jemand büschelweise Haare verliert. Zusätzlich oder als eigentliche Auslöser kommen etwa hormonelle Veränderungen, Schilddrüsen-Überfunktion, aber auch die dagegen verabreichten Arzneimittel ebenso wie eine Reihe weiterer Medikamente (z. B. Blutdruck senkende Betablocker) in Betracht.
Sind solche Ursachen erkannt, sollten sie ausgeschaltet werden. Bei ungenügender Versorgung mit Nährstoffen, kann unterstützend die Einnahme von Biotin, Gelatine oder Kieselerde nachhelfen. Ein Rückgang des Haarverlustes ist frühestens nach drei bis sechs Monaten bemerkbar.
Haarausfall stoppen
Gegen die erblich bedingte Kahlköpfigkeit des Mannes, medizinisch als androgenetische Alopezie klassifiziert, bietet die pharmazeutische Industrie neuerdings „Lifestyle-Medikamente“ an.
Innerlich soll Propecia® den Schwund des Haupthaares stoppen. Seit September 2000 verspricht Regaine® Lösung, von außen etwa bei jedem Dritten die Glatze aufzuhalten. Sie enthält das zunächst nur als Blutdrucksenker verwendete Minoxidil.
Im Gegensatz zu diesen verschreibungspflichtigen Medikamenten gibt es Maxilene® Lotion rezeptfrei in der Apotheke. Die Kombination von organischem Silicium, einer körpereigenen Substanz, und pflanzlichem Öl ist nicht nur für Männer, sondern auch für Frauen zugelassen. Außerdem soll die Wirkung über die (in der Regel dreimonatige) Kur hinaus anhalten.
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