Artikel aus PSO aktuell Heft 3/01
Eingenommen hat sich das aus Baumharz gewonnene Medikament bei entzündlichen Erkrankungen lange bewährt. Jetzt gibt es ein Präparat zur äußerlichen Anwendung.
Das Gummiharz des indischen Weihrauchbaums (Boswellia serrata) liefert den Rohstoff für die im Ursprungsland zugelassenen und auch nach Deutschland eingeführten Tabletten (H15 Ayurmedica). Ihr Nutzen wurde unter anderem bei der als Morbus Crohn bekannten Darmentzündung in einer kontrollierten Studie gezeigt.
Zudem liegen zahlreiche Erfahrungsberichte von Ärzten und Patienten vor, dass sich ebenso rheumatische Erkrankungen und Schuppenflechte günstig beeinflussen lassen. Dabei halten wahrscheinlich die Leukotriene genannten Gewebshormone den Entzündungsprozess in Gang. Für ihre vermehrte Entstehung beim Abbau von Arachidonsäure ist das Enzym 5-Lipoxygenase nötig. Das wird durch Boswelliasäuren des Weihrauchs gezielt gehemmt. Außer diesem experimentell nachgewiesenen Wirkmechanismus tragen in dem Naturprodukt möglicherweise noch andere Faktoren zu den heilsamen Eigenschaften bei.
Davon sollen Hautkranke unmittelbar profitieren, wenn sie an den betroffenen Stellen dreimal täglich „dermal C“ dünn auftragen. Die seit Mai 2001 von der Trisana GmbH im bayerischen Penzberg angebotene Creme enthält nach ihren Angaben fünf Prozent eines Trockenextraktes aus indischem Weihrauch, der stets die gleiche Wirkstoff-Menge garantiere.
An der Universitäts-Hautklinik Freiburg hat die Arbeitsgruppe von Priv.-Doz. Matthias Augustin das neue Mittel erprobt. Es wurde gut vertragen, sollte aber nicht auf nässenden Hautbereichen angewandt werden, da dort ein unangenehmes Brennen vorkommen kann. Bei 25 Patienten mit verschiedenen Ekzem-Formen zeigte sich ein deutlicher Trend, dass „dermal C“ der Cremegrundlage ohne Weihrauch-Extrakt überlegen war. Das müsste, so Augustin, „in einer kontrollierten Studie überprüft werden.“ Bei Schuppenflechte erlaubt die dermatologische Anwendung in wenigen Fällen noch keine Aussage.
Die Wirkung der Weihrauch-Creme lässt sich einleuchtend erklären. Das Präparat ist jedoch nicht als Arzneimittel zugelassen. So fehlen die hierfür geforderten wissenschaftlichen Untersuchungen.
Trisana empfiehlt Psoriasis-Patienten „dermal C“ nach dem akuten Schub zur Pflege der strapazierten Haut und Verlängerung des erscheinungsfreien Intervalls. Das könnte einen Versuch wert sein.
Das Mittel ist über öffentliche Apotheken (Pharmazentralnummer 1662772) oder „Fachberater“ der Vertriebsfirma zu beziehen.