PSO aktuell - Der Ratgeber bei Schuppenflechte (Psoriasis)

DER RATGEBER BEI SCHUPPENFLECHTE

 

 

 

PSOaktuell Heft 3/05

Ausgabe Nr. 1 | März 2003

 

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 umschau

Therapiekosten

UV-Bestrahlung ambulant wirtschaftlich

Beim Vergleich von drei Standardmethoden in den Niederlanden erwies sich die Lichtbehandlung als ebenso wirksam wie die Kurzkontakt-Therapie mit Dithranol. Sie war aber billiger und führte zu weniger Arbeitsausfällen.

 

Eine Befragung britischer Psoriasis-Patienten ergab, dass 42 Prozent die UV-Behandlung in der Klinik-Ambulanz unbequem fanden. Wegen langer Anfahrtswege oder Schwierigkeiten, die Termine mit Beruf und/oder Familie zu vereinbaren, hätten drei Viertel lieber zu Hause behandelt. Die Dermatologen unterwiesen dann eine Gruppe von Interessenten in der Heimtherapie mit dem UVB-Schmalspektrum (311 nm). Diese sei genauso wirksam wie beim Arzt, sicher und für die Betroffenen preiswert, lautet die Bilanz  (Br. J. Dermatol. 147, 957-965; 2002). Dabei wird allerdings eine angemessene Schulung und fachkundige Unterstützung vorausgesetzt (siehe zum Thema auch Seite 28 in diesem Heft).

 

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Laser

Plaques vom Blutzufluss abschneiden

Bei Psoriasis sind die kleinen Gefäße in der Lederhaut erweitert und verlängert. Werden sie mit einem gepulsten Farbstofflaser „beschossen“, können einzelne Herde schon nach wenigen Behandlungen jahrelang verschwinden.

 

Ein in den USA zur Behandlung der Schuppenflechte zugelassenes Gerät ("C-Beam"), das die Firma Candela auch in Deutschland vertreibt, arbeitet mit sichtbarem Licht der Wellenlänge von 585 nm (=Nanometer, der millionste Teil eines Millimeters). Damit lassen sich die starke verdickten Haargefäße (Kapillaren) unmittelbar unter den erkrankten Oberhautbezirken zerstören, was den Nachschub von Entzündungszellen aus dem Blut unterbricht.....(Dr. Klaus Fritz, im pfälzischen Landau praktizierender Dermatologe, hebt hervor, dass der Farbstofflaser nach seinen Erfahrungen bei sehr hartnäckigen Herden sinnvoll sein kann. Die Hautveränderungen besserten sich nicht so rasch wie mit dem Excimer-Laser; sie würden zunächst infolge des Blutergusses mit blauer Verfärbung eher schlechter aussehen, könnten aber nach ein bis drei Behandlungen im Abstand von vier Wochen langfristig wegbleiben. Die nur privat abzurechnenden Kosten betragen, abhängig von der Ausdehnung des behandelten Areals, je 50 Behandlung bis 200 Euro. 

 

Cartoon BoB Born

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Immunmodulation

Teure Spritze gegen Psoriasis: Doppelt hält besser

Mit zwölf einmal wöchentlichen Injektionen kann schwere Schuppenflechte etwa bei jedem zweiten Patienten deutlich gebessert werden. Eine weitere Behandlungsserie verstärkt die Wirksamkeit.

 

Der Countdown läuft seit langem. Für das gentechnisch hergestellte Eiweißmolekül war noch nicht die wissenschaftliche Kurzbezeichnung Alefacept üblich, da erfuhr die breite Öffentlichkeit schon von den Erfolgen mit dieser Immuntherapie (vgl. PSO aktuell 3/1999, S. 12). Jetzt ist das Unternehmen Biogen fast am Ziel: Sein „rekombinantes Fusionsprotein“ ist Anfang Februar 2003 von der US-Arzneimittelbehörde zugelassen worden und soll unter dem Namen Amevive® auch in Deutschland auf den Markt kommen.

 

WIE WEITER?

Die 553 in die Studie einbezogenen Patienten hatten 42 Forschungsgruppen in den USA und neun in Kanada "beschafft". Das spricht für eine strenge Auswahl. Mehr als zwei Drittel der Versuchspersonen waren zudem Männer. So könnten die Ergebnisse nur bedingt auf die Gesamtheit der Psoriasis-Kranken übertragen werden. UVB-Bestrahlung, Methotrexat und PUVA gehörten zu den häufigsten Vorbehandlungen in diesen Fällen. Damit verglichen ist die für Alefacept ermittelte Dauer der weitgehenden Symptombeseitigung wesentlich länger. Bisher lässt sich aber nicht vorhersagen, bei wem die Therapie tatsächlich so gut wirkt. 
Nach den vorliegenden Daten ist das Präparat relativ sicher. Wenn es daher mit längeren Pausen immer wieder angewandt wird, wäre bei dem zu erwartenden hohen Preis der Gewinn an Lebensqualität ebenso zu berücksichtigen wie die mögliche Einsparung bei sonst nötigen Behandlungen, Arbeitsunfähigkeit und anderen indirekten Kosten.

 

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Kurz notiert

Balneo-Fototherapie: Bilanz von 25 Jahren

Seit 1975 wurden in der Fachklinik Bad Bentheim über 66 000 Psoriasis-Kranke nach Solebädern mit UV-Licht bestrahlt. Von 8151 liegen vorher und nachher bestimmte Werte des Psoriasis Area and Severity Index (PASI) vor. Dabei nahm die Kennziffer für Ausdehnung und Schwere um 90 Prozent ab. Von den rund 3000 stationären Patienten des Forschungsprojekts THESOP II waren 70 Prozent eingewiesen worden, weil sie ambulant keine ausreichende Behandlungsmöglichkeiten hatten. In 414 Fällen hatte die bisherige Therapie versagt. Unter dieser Voraussetzung blieb die erzielte Besserung mit 86 Prozent unter der bei den übrigen (94 Prozent). Die Wirksamkeit des Verfahrens ist gut dokumentiert, urteilen Dr. Markward Ständer und Mitarbeiter (Akt. Dermatol. 28, 437-442; 2002).

 

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Kurz notiert

Zugelassenes Risiko durch Rheumapräparat

Damit ein neues Medikament die amtliche Vertriebserlaubnis bekommt, müssen Wirksamkeit, Unbedenklichkeit und pharmazeutische Qualität nachgewiesen werden. Dies ist die „Eintrittskarte“ zu einem Markt, „der weltweit mit zu den ... lukrativsten gehört“, verdeutlicht Prof. Gerd Glaeske, Arzneimittel-Experte an der Universität Bremen, in einem Beitrag für die Zeitschrift der Betrieblichen Krankenversicherung (Die BKK 1/2003, 20-25). Als Beispiel für Fehlentscheidungen nennt er Leflunomid (Arava®) zur langfristigen Rheumatherapie (vgl. PSO aktuell 1/2000, S.8).  Schon bei der Zulassung sei bekannt gewesen, dass es „nur ähnlich wirksam ist wie niedrig dosiertes Methotrexat“ und „erhebliche unerwünschte Wirkungen auslösen kann“, vor allem schwere Leberschäden. Das als „entbehrlich“ bewertete Mittel „sollte nicht mehr verordnet werden.“

 

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thema

Kur-Visite:

Sonne, Seeluft und Patientenschulung

 

NordseeklinikDie Akut- und Rehaklinik auf Sylt hat für Hautpatienten außen wie innen ein gutes Klima. Die Natur hilft bei Heilverfahren, die nicht bloß den momentan sichtbaren Zustand bessern, sondern auf den Alltag danach vorbereiten. 

 

Derzeit können zehn Betten zur dermatologischen Krankenhausbehandlung gemäß § 39 SGB V belegt werden. Chefarzt Dr. Norbert Buhles, inzwischen 15 Jahre in dem 1991 von der Asklepios Kliniken GmbH übernommenen Haus tätig, hält aber eine größere Kapazität für erforderlich. „Wir haben beantragt, die Zahl der Akutbetten weiter aufzustocken.“ 

Dann reicht der „rosa“ Einweisungsschein, und die stationäre Therapie lässt sich ohne Genehmigungsprozedur  beginnen. Einmal, berichtet Buhles, wurde dies sogar durch einstweilige Verfügung des Sozialgerichts erwirkt. Auch die heute nur zu begründete Sorge um den Job kann offensichtlich Anlass einer Akuteinweisung sein, wenn jemand seine plötzlich wieder stark sichtbare Schuppenflechte während des Urlaubs loswerden möchte, ohne dass der Arbeitgeber etwas merkt. Wo beide Möglichkeiten unter einem Dach bestehen, kann das eine nahtlos ins andere übergehen, wenn es der jeweilige Krankheitsfall rechtfertigt.

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Textilforschung

Stoffe mit erwünschter Nebenwirkung

Textilforschung

Creme zum Anziehen, Unterwäsche auf Rezept: Solche Schlagzeilen versprechen noch zu viel. Doch in einigen Jahren könnten Stoffe mit erwünschter Nebenwirkung für medizinische Kleidung verfügbar sein.

 

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rat & tipps

Ernährung

Bitte mehr (vom guten) Fett

Die unterstützend zur Gelenk- und Hautbehandlung empfohlene „antientzündliche“ Kost ist nicht unbedingt mager. Davon kann auch das Herz profitieren.

 

Lange Zeit wurden tierische Fette allgemein verdammt und pflanzliche gelobt. Leider passt die Natur nicht in dieses Schema. Gänseschmalz besteht beispielsweise zu mehr als der Hälfte aus einfach und zu zehn Prozent aus mehrfach gesättigten Fettsäuren. Dagegen liefert die Kokosnuss überwiegend die unerwünschten gesättigten Fettsäuren. Und aus Linolsäure in Mais-oder Sonnenblumenöl kann sich Arachidonsäure bilden, der Rohstoff für entzündungsfördernde Spaltprodukte.

Aufgrund der bisher vorliegenden Daten werden höchstens zweimal wöchentlich kleine Portionen Fleisch, mindestens ebenso oft Seefische wie Hering oder Lachs empfohlen. Die ansonsten pflanzliche Kost sollte möglichst viel Öl von Oliven, Raps, Soja und Nüssen enthalten. 

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Äußerliche Behandlung

Wie viel Salbe ist genug?

Wie viel Salbe ist genug?Beim Gebrauch von Salben werden oft Höchstmengen vorgeschrieben. Oder man soll sie nur bei einem Befall von soundsoviel Prozent der Körperoberfläche verwenden. Eine handliche Formel erleichtert die Dosierung.

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im gespräch

Hilfeschrei

Ich bin 19 und völlig verzweifelt. Es kommt mir so vor, als hätte der Arzt gestern zu mir gesagt, Sie sind HIV-positiv. Die Schuppenflechte ruiniert mein Leben. Ich kann mit so was nicht leben, möchte das für immer von meinem Körper weg haben. Gibt es denn gar nichts?? 

Astrid S.

 

PSO aktuell: So geht es vielen, bei denen die Erkrankung offenbar geworden ist. Der Wunsch, „das für immer von meinem Körper weg haben“ zu wollen, überkommt einen umso häufiger und heftiger, je weniger man akzeptieren mag, dass vermutlich auch in absehbarer Zeit die angeborene Bereitschaft zu dieser Hautreaktion noch nicht ein für allemal zum Verschwinden gebracht werden kann. Trotzdem lässt sich damit leben. Allein in Deutschland tun das Hunderttausende. Dabei brauchen sie Hilfe von Ärzten, die nicht nur die neuesten Behandlungsmethoden bei den jeweiligen Erscheinungen kennen, sondern auch zuhören und beistehen können, mit den durch die Krankheit wie ihre Therapie eingeschränkten persönlichen, beruflichen und sozialen Möglichkeiten fertig zu werden. Oft geht es nicht ohne psychologische Unterstützung, und in etlichen Fällen ist ein längerer Aufenthalt in einer gut ausgestatteten Fachklinik mit intensiver Patientenschulung ratsam. Dort lernt man zudem andere Betroffene kennen und kann durch den Erfahrungsaustausch für den Umgang mit der eigenen Krankheit profitieren. Manche suchen deswegen den Kontakt zu Selbsthilfegruppen. Andere wollen in erster Linie über alle wichtigen Entwicklungen und Behandlungsmöglichkeiten  informiert sein. So oder so muss jede(r) den individuell besten Weg finden, um das chronische Kranksein als Teil von sich selbst anzunehmen.

weitere "Fragen und Antworten" ab Seite 30 ...

 

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