PSO aktuell - Der Ratgeber bei Schuppenflechte (Psoriasis)

DER RATGEBER BEI SCHUPPENFLECHTE

 

 

 

PSOaktuell Heft 3/05

Ausgabe Nr. 4 | Dezember 2003

 

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 umschau

Arzneitherapie

über dem Neuen Altes nicht vergessen

Auch mit neuen biotechnisch hergestellten Wirkstoffen lässt sich die Krankheit nicht einfach "wegspritzen". Hohe Kosten begrenzen zudem die Anwendung.

 

"Wir können stolz sein auf das, was bei Psoriasis erreicht wurde", betonte Prof. Wolfram Sterry, Direktor der Berliner Universitäts-Hautklinik Charité. Er leitete das 61. Reinbeker Kolloquium, zu dem auf Einladung der Firma Hermal über 200 Dermatologen nach Würzburg gekommen waren.

 

"Immunologische Erkenntnisse" so Sterry, bieten verschiedene Ansätze für neue Medikamente und machen die Wirkmechanismen altbekannter Substanzen wie Fumarsäureester gut verständlich. Von lebenden Zellen produzierte Eiweißverbindungen, heute "Biologics" genannt, sollen gezielt in den Krankheitsprozess eingreifen. Die biotechnischen Arzneien sollen gezielt in den Krankheitsprozess eingreifen, dadurch einen hohen therapeutischen Nutzen bei geringem Risiko unerwünschter Wirkungen haben. Inwieweit diese Rechnung aufgeht, ist wegen mangelnder Erfahrung noch ungewiss. Bisher mussten sich die neuen Mittel überdies nur mit Scheinbehandlung (Placebo) messen. Die erhofften Vorteile gegenüber den bisherigen innerlichen (systemischen) Therapien können erst direkte Vergleiche zeigen. Auf jeden Fall hat der Fortschritt seinen Preis.

 

Prof. Bernd Bonnekoh, Oberarzt der Universitäts-Hautklinik Leipzig, ermittelte die Kosten für jeweils drei Monate. Bei weitem am billigsten ist Methotrexat (MTX). Abhängig von den Dosierungen kann Neotigason® schon bis zu zehnmal teuerer sein,Ciclosporin sogar als Generikum (gleichwertige Nachahmung von Sandimmun®) mit 932 Euro zu Buche schlagen. Bei der Höchstmenge (dreimal zwei Tabletten) kommt Fumaderm® auf 1346 Euro.

 

Noch wesentlich mehr kosten jedoch die Nachfolger: Enbrel® 6400 Euro, Rernicade® 8400 Euro, Amevive® 13.500 Euro. Diese Summen sprengen natürlich die in den einzelnen Fachgruppen festgelegten Richtgrößen für die je Fall und Quartal verordneten Arzneimittel. Die Biologicals, meinte Prof. Sterry, bleiben also wohl Schwerpunktpraxen vorbehalten. Dort könnten sie, wie dies bei Krebstherapien üblich sei, außerhalb des Budgets angewandt werden, wenn die herkömmlichen Methoden versagten oder aufgrund von Unverträglichkeiten ausscheiden.

Dermatologen


Die Medikamente werden immer besser, aber nur gut informierte Dermatologen können richtig damit umgehen

 

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Lokaltherapie

Was, wo, wie?

Neue allgemein wirkende Mittel machen die örtliche Behandlung keineswegs überflüssig. Zumindest als Kombinationspartner wird sie weiter gebraucht.

 

"Im Rausch der Biologicals" hofften viele, dass man bald nicht mehr örtlich behandeln müsse. "Doch das ist ein Irrtum," stellte Prof. Thomas Schwarz von der Universitäts-Hautklinik Münster klar. Die Grenzen der topischen (griech. topos = Ort) Therapie seien dort erreicht, "wo es keine Grenzen mehr gibt", die Psoriasis also über mehr als zehn Prozent des Körpers ausgebreitet ist, entsprechend der mindestens zehnmal von einer Hand mit angelegten Fingern bedeckten Fläche. Obwohl Salben, Cremes etc. allein in solchen Fällen sicherlich nicht genügten, würden sie doch die Licht- oder Systemtherapie einschließlich der zur Zeit geprüften Gentechnik-Produkte sehr vorteilhaft ergänzen.

 

Fortschritt auch vor Ort

Ein gleichwertiger Ersatz für Kortison ist nicht in Sicht. Die fachsprachlich Kortikosteroide genannten Abwandlungen des körpereigenen Hormons haben sich laut Schwarz den Alternativen wie Protopic® stets überlegen erwiesen. Die starken Vertreter (Klasse 111 und IV) seien auch wirksamer als von Vitamin D hergeleiteten Substanzen, deren unerwünschte Effekte dagegen "wesentlich geringer ausgeprägt". Dalvonex® / Psorcutan®, Curatoderm® oder Silkis® eigneten sich deshalb jür eine Langzeitanwendung". Besonders bewährt habe sich dies nach kurzfristiger Behandlung mit einem leistungsfähigen Kortison, das rasch den Zustand bessern könne. Die einander ergänzende Verstärkung wird in Dalvobet® / Psorcutan® Beta genutzt (vgl. PSO aktuell 4/2002, S. 9).

 

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Lichtbehandlung

Strahlende Vielfalt

Das Spektrum der heute möglichen Methoden ist breit. Aber in der Praxis wird ultraviolettes Licht oft nicht optimal genutzt.

 

Bei drei bis fünf Bestrahlungen pro Woche veranschlagt die Frankfurter Gruppe für das UVB-Breitspektrum "in der Regel 25 bis 30" Anwendungen bis zur Rückbildung der Erscheinungen und empfiehlt danach noch eine Erhaltungstherapie zunächst zweimal, schließlich einmal wöchentlich für zwei Monate. Mit dem Schmalspektrum werden "zwischen 15 und 25 Bestrahlungen" für erforderlich gehalten. Hingegen rät Hans Meffert energisch zu einer Begrenzung auf 12 bis 20 Anwendungen. Meist könne man aufhören, wenn sich der Hautbefund um etwa zwei Drittel gebessert habe. Die Wirksamkeit ist "zu Beginn der Bestrahlungsserie maximal, um dann immer stärker abzunehmen," begründet er diese Auffassung in der soeben aktualisierten Zweitauflage des Buches "Psoriasis auf einen Blick" (vgl. PSO aktuell 2/2003, S. 28).

 

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Kurz notiert

MTX so gut wie Ciclosporin

Das zunächst zur Krebsbehandlung entwickelte Methotrexat (MTX) wird schon lange niedrig dosiert gegen Schuppenflechte eingesetzt. Das später aus der Transplantationsmedizin für dieses Anwendungsgebiet übernommene Ciclosporin soll die Hautveränderungen schneller und stärker beeinflussen, langfristig aber problematisch sein (vgl. PSO aktuell 3/2003, S. 9). Dermatologen der Universität Amsterdam behandelten 88 Patienten je zur Hälfte mit einer der beiden Substanzen, ohne dass sie oder die Ärzte wussten, wer zufällig die eine oder andere bekam. Nach 16 Wochen waren keine wesentlichen Unterschiede beim Rückgang der Erscheinungen sowie der dadurch gebesserten Lebensqualität festzustellen. Die Entscheidung für dieses oder jenes Medikament hängt daher von den Nebenwirkungen, der Anwendungsart und den Kosten ab, schreiben die Autoren (N. Engl. J. Med. 349; 658-665;2003).

 

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thema

Forschung

Die Krankheit verstehen, den Kranken helfen

Schon äußerlich unauffällige Oberhautzellen sind bei vererbter Empfänglichkeit sozusagen Zeitbomben. Dem Zündmechanismus ist man an der Düsseldorfer Uni-Hautklinik auf der Spur, vergisst aber darüber die Patienten nicht.

 

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rat & tipps

Hautpflege

Warum wir im Winter anfälliger sind

Warum wir im Winter anfälliger sind

Sonne macht die Hornschicht dicker. Wird der natürliche Schutz im Winter abgebaut, vermindert sich zugleich die Widerstandsfähigkeit gegen Kälte und trockene Luft. Was man tun oder lassen kann, lesen Sie 

 

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Rehabilitation

Was beim Antrag auf stationäre Behandlung zu beachten ist

Viele brauchen ihn nie. Etliche haben den Aufenthalt in einer entsprechend ausgestatteten Einrichtung dringend nötig. Er wird aber oft nicht bewilligt. Die Chancen erhöhen sich, wenn der Warum, Wie und Wozu klar dargelegt ist.

 

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im gespräch

Hand- und Fußbefall

Seit 13 Jahren habe ich Hautveränderungen an den Händen. Damals hieß es, ich hätte eine Allergie, und die wurde mit Kortisontabletten und Salben in Schach gehalten. Im Jahr 2000 kam es zu einer massiven Verschlechterung an den Händen, zusätzlich traten Veränderungen an den Fußsohlen auf. Bei einem stationären Krankenhausaufenthalt wurde dann eine Psoriasis pustulosa palmoplantaris diagnostiziert. Fumaderm® und Neotigason®, immer mit gleichzeitiger Einnahme von Kortisontabletten, brachten keinen Erfolg, nur schlimme Nebenwirkungen und mussten abgesetzt werden, ebenso verschiedene Salben und Bade-PUVA. Seit März 2002 nehme ich nun Methotrexat (MTX), das nach Aussage von Ärzten in der Hautklinik die letzte Möglichkeit sein soll. Doch eine Besserung ist nach 16 Monaten nicht festzustellen. Auch Aloe vera, Vitaminkuren und Diäten waren nutzlos. Tägliche Bäder mit Tannolact® oder Olivenöl-Milch machen die Haut für kurze Zeit geschmeidig und Juckfrei, aber ich kann meinen Haushalt nur begrenzt erledigen

Christine P.

 

PSO aktuell: Einzelne Herde können gut mit starken Kortisonpräparaten (z. B. Amciderm®, Ecural® oder Dermoxin® behandelt werden. Ein abdeckender Verband steigert die Wirkung. Besonders für die Fußsohlen geeignet ist dazu das elastische Varihesive®. Auch chemische Abwandlungen von Vitamin A (Zorac® Gel 0, 1 %) oder Vitamin D (z. B. Psorcutan®Creme) wurden zur Lokalbehandlung erprobt. Zusätzlich wird PUVA empfohlen. Das für die UVA-Bestrahlung empfänglich machende Psoralen kann im Badewasser oder mit einer Creme verabreicht werden. Bei ausgedehntem Befall, der eine innerliche Behandlung erfordert, hat sich Neotigason® bewährt. Es darf jedoch Frauen im gebärfähigen Alter nicht oder allenfalls gegeben werden, wenn während und bis zu zwei Jahre nach der Therapie eine Schwangerschaft sicher ausgeschlossen ist. In schweren Fällen wurden Ciclosporin (z. B. Sandimmun® optoral) und Methotrexat angewandt. Für Fumaderm® gilt pustulöse Schuppenflechte in der Fachinformation noch als Gegenanzeige. Schon früher war jedoch bei solchen Erscheinungen am ganzen Körper über Erfolge berichtet worden. Eine Untersuchung der Universitäts-Hautklinik Münster zeigte nun in 13 Fällen von pustulöser Psoriasis palmoplantaris, dass Fumarate allein gut und sicher wirksam sind. Daneben durften nur äußerlich pflegende Mittel angewandt werden. Im Allgemeinen waren relativ hohe Dosen, fünfmal sogar sechs Tabletten täglich, über lange Zeit (bis zu 24 Wochen) für ein deutliches Ergebnis notwendig, teilen Dr. Hartmut Ständer und Mitarbeiter im British Journal of Dermatology (149,220-222; 2003) mit. Die Einnahme von Kortison wird bei der auf Handflächen und Fußsohlen beschränkten Form nicht als gerechtfertigt angesehen.

weitere "Fragen und Antworten" ab Seite 30 ...

 

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