Hier einige Höhepunkte des Heftes Nr. 4 - Dezember 2004:
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Der als Vioxx® verkaufte Wirkstoff einer neuen Gruppe kortisonfreier Entzündungshemmer schont zwar nachweislich den Magen, kann aber Herz und Gefäße schädigen. Überraschend wurde das Präparat vom Markt genommen.
Die NSAR abgekürzten
nichtsteroidalen Antirheumatika sind zusammen mit reinen Schmerzmitteln die am
häufigsten verwendeten Medikamente. Sie können bei Gelenkerkrankungen die
Entzündung eindämmen. Dies tun sie aber auf andere Weise als Kortison, das
zu den Steroiden gehört. Den Unterschied betont die Bezeichnung „nichtsteroidal".
NSAR hemmen vor allem Prostaglandine. Die so genannten Gewebshormone werden
aus der mit tierischen Lebensmitteln aufgenommenen Arachidonsäure gebildet.
Das dazu gebrauchte Enzym Cyclooxygenase (COX) kommt in zwei Formen vor. COX-1
führt zu Verbindungen, die z. B. die Schleimhaut in Magen und Darm schützen.
COX-2 ist aktiv beim Aufbau von Prostaglandinen, die neben weiteren Stoffen
die Entzündung antreiben.
Auch wenn die Werbung das Gegenteil behauptet: Kein Mittel ist langfristig unbedenklich
VORLÄUFIGE BILANZ |
Wie viele Opfer das beliebte Rheumamittel gefordert hat, konnte nach dem Verkaufsstop niemand seriös angeben. Der Verdacht, den die deswegen abgebrochene Studie bei Darmkranken nahelegt, wird durch weitere Daten bestätigt. Mag der ursächliche Zusammenhang nicht endgültig geklärt sein, musste die Firma doch Schadenersatzklagen befürchten. Zudem hatte sie mit Arcoxia® kurz vor der Entscheidung einen möglichen Ersatz für das aus dem Sortiment gestrichene Produkt eingeführt. Sein Wirkstoff Etoricoxib gehört freilich chemisch zur gleichen Gruppe wie Rofecoxib, so dass es wahrscheinlich auch nicht harmloser ist als Vioxx®. Erfahrene Rheumatologen wie Dr. Wolfgang Miehle, Leitender Arzt der Klinik Wendelstein in Bad Aibling, halten das mit Celebrex® verwandte Bextra® für eine mögliche Alternative. Wer jedoch Diclofenac (z. B. Voltaren®) verträgt oder von Ibuprofen (z. B. Imbun®) nicht zu hohe Dosen benötigt, sollte bei diesen obendrein viel billigeren NSAR bleiben. |
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Nach dermatologischer Lehrmeinung schließen beide Erkrankungen einander aus. Einzelne Ärzte und Patienten wussten es schon immer besser. Eine umfangreiche Untersuchung gab ihnen Recht.
Nach Anzeichen beider Hautkrankheiten fahndeten Dr. Alla Stepanova und Mitarbeiter von der Universitäts-Hautklinik Halle bei 1520 Patienten der Tomesa-Fachklinik (Bad Salzschlirf). 5,3 Prozent der Fälle waren doppelt belastet. Die Diagnose hat Konsequenzen für die Therapie. Diese muss bei nachgewiesener Neigung zu Neurodermitis vor allem Hautreizungen vermeiden. Neben der milden Entzündungshemmung ist eine ausreichende Versorgung der empfindlichen Haut mit Fett und Feuchtigkeit besonders wichtig.
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Bei Sonnenbestrahlung bilden sich in der Haut aus Vorstufen zwei Spielarten von Vitamin D. In Leber und Niere entsteht das biologisch aktive Calcitriol. Dieses wird in Silkis® therapeutisch verwendet. Für Calcipotriol (Daivonex®, Psorcutan ®) und Tacalcitol (Curatoderm®) wurde Vitamin D3 abgewandelt. Paricalcitol, das die Firma Abbott erprobt, leitet sich dagegen von Vitamin D2 ab. Die neue Verbindung erwies sich bei einmal täglicher Anwendung in elf Fällen von mäßiger Plaque-Psoriasis ab der ersten Woche einer Salbe ohne Wirkstoff überlegen. Die Konzentrationen von Calcium und Phosphor im Blut beeinflusste die über drei Monate fortgesetzte Behandlung nicht (J. Amer. Acad. Dermatol.51, 212-216; 2004).
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Einen schon früher an der Universitäts- Hautklinik Kiel vermuteten Zusammenhang bestätigen die Daten von etwa 600 Patienten: Schuppenflechte ist auffallend oft mit Übergewicht, Bluthochdruck, abnormem Fettspiegel und Zuckerkrankheit verknüpft. Die als metabolisches Syndrom bekannte Kombination fördert die umgangssprachlich Arterienverkalkung genannten Gefäßschäden. Dies könnte unter anderem eine Folge der übermäßigen Aktivität von Tumor-Nekrose-Faktor alpha (TNF-α) und Interleukin-6 (IL-6) sein. Wirksame Mittel gegen Psoriasis bremsen diese die Entzündung anfeuernden Botenstoffe. Möglicherweise kann eine konsequente Therapie besonders in hochgradigen Fällen zugleich Herz-Kreislauf-Komplikationen vorbeugen (Akt. Dermatol. 30, 289-292; 2004).
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Von Zellen hergestellte Moleküle sollen gezielt in die bei Psoriasis vermutete Störung des Immunsystems eingreifen. Ihr Nutzen wird durch wissenschaftliche Studien ermittelt. Dabei sind Betroffene nur statistische Größen. Sie haben aber ein entscheidendes Wort mitzureden, wenn sich die teueren Therapien im Alltag bewähren müssen.
Die Redaktion befragte elf Psoriasis-Kranke. Sie schildern ihre persönlichen Erfahrungen, die keinen Anspruch erheben, allgemein gültig zu sein. Dennoch wird manches erkennbar, was zu einer realistischen Einschätzung beitragen kann.
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Skeptischer
Blick in die Zukunft: |
FÜr Psoriasis bereits zugelassene Biologics |
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Etwas Neues ausprobieren, das eigene kreative Potential ausschöpfen und so neue Seiten an sich selbst entdecken – Kunsttherapie kann dabei die Initialzündung sein. Statt ständig den Blick auf das eigene Hautbild zu richten, werden Erkrankte ermuntert, den Blick nach innen zu richten – was spielt sich unter der Hautoberfläche ab?
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Stress kann Psoriasis-Schübe auslösen. Psychologen empfehlen Menschen mit Schuppenflechte daher oft, ein Verfahren wie Autogenes Training oder Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson zu erlernen.
"Die Techniken sind weniger zeitaufwändig und leichter zu erlernen als andere," erklärt Dr. Kurt Seikowski von der Hautklinik Leipzig. "Und damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass man sie wirklich regelmäßig in seinen Alltag integrieren kann." Seiner Erfahrung nach tun sich Gefühlsmenschen mit dem Autogenen Training leichter. Kopfmenschen kommen besser mit der Progressiven Muskelentspannung zurecht, weil sie dabei etwas Konkretes tun, das auch mit dem Verstand nachvollziehbar ist.
Was kann ein Patient mit Schuppenflechte von Entspannungsverfahren erwarten? |
Werden Entspannungsübungen konsequent und regelmäßig in den Alltag eingebaut, sind folgende Effekte zu erwarten:
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Die Erstattung von Harnstoff-Präparate lehnten Krankenkassen im November 2004 noch einmal ab. Ihre sachlich unbegründeten Einwände ändern nichts am vielfach bestätigten Nutzen.
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Viele Betroffene sind begeistert. Denn ihnen
steht eine Möglichkeit zur Verfügung, ihrer Haut auch in der kalten Jahreszeit etwas Gutes zu tun. Zwei Anwender berichten, wie sie die
Lichtbehandlung mit dem Alltag vereinbaren, welche Vorteile sie bietet und wo Probleme auftauchen können. Zwei erfahrene Fachleute informieren, was
beim Kauf der Geräte und ihrem Gebrauch zu beachten ist
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Ich habe schon länger starken Juckreiz im Bereich der Scheide und oft brennende Schmerzen beim Wasserlassen. Die Haut ist dort gerötet, manchmal gibt es kleine Einrisse. Der Frauenarzt führte dies auf übertriebene Hygiene zurück und riet mir vor allem von den zeitweise verwendeten Intimtüchern ab. Die könnten mit ihren Desinfektionsmitteln reizen. Es wurde aber nicht besser. Weil ich auch in den Kniekehlen so rote Stellen bemerkte, ging ich zu einer Hautärztin. Sie vermutete eine untypische Form der Schuppenflechte, was sie durch eine Gewebeprobe klären will.
Veronika F.
PSO aktuell: Im Genitalbereich spricht man von einer Psoriasis inversa. Denn sie tritt dort wie in den Gelenkbeugen oder anderen üblicherweise nicht betroffenen Regionen, verkehrt auf (lat. inversus). Mitunter findet man sonst gar keine oder bloß geringfügige Symptome, etwa an der Kopfhaut, die auf die Krankheit hinweisen. Die Veränderungen sehen auch nicht typisch aus. Sichtbare Schuppen fehlen, da sie dort, wo Haut auf Haut liegt, rasch abgerieben werden. So sind die betroffenen Bezirke nur flammend rot und meist scharf von der Umgebung abgegrenzt. Sie können nässen und heftig jucken. Deswegen ist die Diagnose schwierig. Hefepilze können ein ähnliches Bild hervorrufen, sich manchmal jedoch nur zusätzlich ansiedeln. Bei nachgewiesenem Pilzbefall muss dieser gezielt behandelt werden. Zur Therapie eignen sich viele der bewährten äußerlichen Mittel nicht, da sie zu sehr reizen. Das gilt für Dithranol und in gewisser Weise ebenso für künstlich abgewandeltes Vitamin D. Wirkstoffe wie Calcipotriol können höchstens als Creme versucht werden. Fetthaltige Salben, die wie ein abdichtender Verband wirken, sind in dem ohnehin feuchten Milieu generell ungünstig und können die Entzündung verstärken. Fachleute halten dünn aufgetragene Kortisonpräparate für weniger riskant, als Patientinnen oft befürchten. Hilfreich und selbst bei länger wiederholter Anwendung unbedenklich sind Sitzbäder mit synthetischen Gerbstoffen, etwa Tannolact®, Tannosynth®. Empfohlen wird außerdem, wegen der damit verbundenen Reizungen keine zu enge Unterwäsche und im Schritt einschneidende Jeans zu tragen. Aus dem gleichen Grund ist von Slipeinlagen abzuraten.
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