PSO aktuell - Der Ratgeber bei Schuppenflechte (Psoriasis)

DER RATGEBER BEI SCHUPPENFLECHTE

 

 

 

PSOaktuell Heft 3/05

Ausgabe Nr. 4 | Dezember 2004

 

 

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Antirheumatika

Hochgejubelt, tief gefallen

Der als Vioxx® verkaufte Wirkstoff einer neuen Gruppe kortisonfreier Entzündungshemmer schont zwar nachweislich den Magen, kann aber Herz und Gefäße schädigen. Überraschend wurde das Präparat vom Markt genommen.

 

AntirheumatikaDie NSAR abgekürzten nichtsteroidalen Antirheumatika sind zusammen mit reinen Schmerzmitteln die am häufigsten verwendeten Medikamente. Sie können bei Gelenkerkrankungen die Entzündung eindämmen. Dies tun sie aber auf andere Weise als Kortison, das zu den Steroiden gehört. Den Unterschied betont die Bezeichnung „nichtsteroidal". NSAR hemmen vor allem Prostaglandine. Die so genannten Gewebshormone werden aus der mit tierischen Lebensmitteln aufgenommenen Arachidonsäure gebildet. Das dazu gebrauchte Enzym Cyclooxygenase (COX) kommt in zwei Formen vor. COX-1 führt zu Verbindungen, die z. B. die Schleimhaut in Magen und Darm schützen. COX-2 ist aktiv beim Aufbau von Prostaglandinen, die neben weiteren Stoffen die Entzündung antreiben.

 

 

Auch wenn die Werbung das Gegenteil behauptet: Kein Mittel ist langfristig unbedenklich

 

 

VORLäUFIGE BILANZ

Wie viele Opfer das beliebte Rheumamittel gefordert hat, konnte nach dem Verkaufsstop niemand seriös angeben. Der Verdacht, den die deswegen abgebrochene Studie bei Darmkranken nahelegt, wird durch weitere Daten bestätigt. Mag der ursächliche Zusammenhang nicht endgültig geklärt sein, musste die Firma doch Schadenersatzklagen befürchten. Zudem hatte sie mit Arcoxia® kurz vor der Entscheidung einen möglichen Ersatz für das aus dem Sortiment gestrichene Produkt eingeführt. Sein Wirkstoff Etoricoxib gehört freilich chemisch zur gleichen Gruppe wie Rofecoxib, so dass es wahrscheinlich auch nicht harmloser ist als Vioxx®. Erfahrene Rheumatologen wie Dr. Wolfgang Miehle, Leitender Arzt der Klinik Wendelstein in Bad Aibling, halten das mit Celebrex® verwandte Bextra® für eine mögliche Alternative. Wer jedoch Diclofenac (z. B. Voltaren®) verträgt oder von Ibuprofen (z. B. Imbun®) nicht zu hohe Dosen benötigt, sollte bei diesen obendrein viel billigeren NSAR bleiben.

 

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Mischformen

Neurodermitis und Psoriasis gar nicht so selten kombiniert

Nach dermatologischer Lehrmeinung schließen beide Erkrankungen einander aus. Einzelne Ärzte und Patienten wussten es schon immer besser. Eine umfangreiche Untersuchung gab ihnen Recht.

 

Nach Anzeichen beider Hautkrankheiten fahndeten Dr. Alla Stepanova und Mitarbeiter von der Universitäts-Hautklinik Halle bei 1520 Patienten der Tomesa-Fachklinik (Bad Salzschlirf). 5,3 Prozent der Fälle waren doppelt belastet. Die Diagnose hat Konsequenzen für die Therapie. Diese muss bei nachgewiesener Neigung zu Neurodermitis vor allem Hautreizungen vermeiden. Neben der milden Entzündungshemmung ist eine ausreichende Versorgung der empfindlichen Haut mit Fett und Feuchtigkeit besonders wichtig. 

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Systemtherapie

Neues Vitamin A noch nicht innerlich

Tazaroten ist das erste äußerlich anwendbare Retinoid. Die Abwandlung von Vitamin A erwies sich auch eingenommen als wirksam. Die Zulassung in Kapseln verzögert sich aber, da die US-Aufsichtsbehörde besondere Vorsichtsmaßnahmen für Schwangere fordert.

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Kurz notiert

Neues Vitamin D getestet

Bei Sonnenbestrahlung bilden sich in der Haut aus Vorstufen zwei Spielarten von Vitamin D. In Leber und Niere entsteht das biologisch aktive Calcitriol. Dieses wird in Silkis® therapeutisch verwendet. Für Calcipotriol (Daivonex®, Psorcutan ®) und Tacalcitol (Curatoderm®) wurde Vitamin D3 abgewandelt. Paricalcitol, das die Firma Abbott erprobt, leitet sich dagegen von Vitamin D2 ab. Die neue Verbindung erwies sich bei einmal täglicher Anwendung in elf Fällen von mäßiger Plaque-Psoriasis ab der ersten Woche einer Salbe ohne Wirkstoff überlegen. Die Konzentrationen von Calcium und Phosphor im Blut beeinflusste die über drei Monate fortgesetzte Behandlung nicht (J. Amer. Acad. Dermatol.51, 212-216; 2004).

 

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Kurz notiert

Chronische Entzündung stört Stoffwechsel

Einen schon früher an der Universitäts- Hautklinik Kiel vermuteten Zusammenhang bestätigen die Daten von etwa 600 Patienten: Schuppenflechte ist auffallend oft mit Übergewicht, Bluthochdruck, abnormem Fettspiegel und Zuckerkrankheit verknüpft. Die als metabolisches Syndrom bekannte Kombination fördert die umgangssprachlich Arterienverkalkung genannten Gefäßschäden. Dies könnte unter anderem eine Folge der übermäßigen Aktivität von Tumor-Nekrose-Faktor alpha (TNF-α) und Interleukin-6 (IL-6) sein. Wirksame Mittel gegen Psoriasis bremsen diese die Entzündung anfeuernden Botenstoffe. Möglicherweise kann eine konsequente Therapie besonders in hochgradigen Fällen zugleich Herz-Kreislauf-Komplikationen vorbeugen (Akt. Dermatol. 30, 289-292; 2004).

 

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Biologics

Antirheumatika

Von Zellen hergestellte Moleküle sollen gezielt in die bei Psoriasis vermutete Störung des Immunsystems eingreifen. Ihr Nutzen wird durch wissenschaftliche Studien ermittelt. Dabei sind Betroffene nur statistische Größen. Sie haben aber ein entscheidendes Wort mitzureden, wenn sich die teueren Therapien im Alltag bewähren müssen.

Die Redaktion befragte elf Psoriasis-Kranke. Sie schildern ihre persönlichen Erfahrungen, die keinen Anspruch erheben, allgemein gültig zu sein. Dennoch wird manches erkennbar, was zu einer realistischen Einschätzung beitragen kann.

 

Antirheumatika

Skeptischer Blick in die Zukunft: 
Wie lange hält der Erfolg?

 

 

Für Psoriasis bereits zugelassene Biologics

  • Alefacept (Amevive®) hat seit Januar 2003 in den USA die Zulassung für die Anwendung bei Psoriasis vulgaris, die innerlich (systemisch) oder mit UV-Licht zu behandeln ist. Sie wurde inzwischen auch in Australien, Kanada und der Schweiz erteilt. Das europäische Zulassungsverfahren war bis Ende 2004 noch nicht abgeschlossen.
     
  • Efalizumab wird seit Oktober 2004 unter dem Namen Raptiva® zur Therapie der mittelschweren bis schweren Plaque-Psoriasis bei Erwachsenen angeboten.
     
  • Etanercept (Enbrel®) ist in Deutschland seit September 2004 ebenfalls zur Hautbehandlung zugelassen, nachdem es schon ab Dezember 2002 für die Gelenkentzündung (Arthritis psoriatica) bei Schuppenflechte offiziell verfügbar war.
     
  • Infliximab (Remicade®) wurde im September 2004 zur Therapie der Arthritis psoriatica zugelassen. Früher genehmigte Indikationen sind Morbus Crohn, rheumatoide Arthritis und Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew).

 

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Kunsttherapie

Was bin ich noch - außer meiner Krankheit?

Kunsttherapie: Was bin ich noch - außer meiner Krankheit?Etwas Neues ausprobieren, das eigene kreative Potential ausschöpfen und so neue Seiten an sich selbst entdecken – Kunsttherapie kann dabei die Initialzündung sein. Statt ständig den Blick auf das eigene Hautbild zu richten, werden Erkrankte ermuntert, den Blick nach innen zu richten – was spielt sich unter der Hautoberfläche ab?

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Entspannung: Verfahren gegen Stress - Die Haut von innen pflegenEntspannung

Verfahren gegen Stress: Die Haut von innen pflegen

Stress kann Psoriasis-Schübe auslösen. Psychologen empfehlen Menschen mit Schuppenflechte daher oft, ein Verfahren wie Autogenes Training oder Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson zu erlernen.

"Die Techniken sind weniger zeitaufwändig und leichter zu erlernen als andere," erklärt Dr. Kurt Seikowski von der Hautklinik Leipzig. "Und damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass man sie wirklich regelmäßig in seinen Alltag integrieren kann." Seiner Erfahrung nach tun sich Gefühlsmenschen mit dem Autogenen Training leichter. Kopfmenschen kommen besser mit der Progressiven Muskelentspannung zurecht, weil sie dabei etwas Konkretes tun, das auch mit dem Verstand nachvollziehbar ist.

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Was kann ein Patient mit Schuppenflechte von Entspannungsverfahren erwarten?

Werden Entspannungsübungen konsequent und regelmäßig in den Alltag eingebaut, sind folgende Effekte zu erwarten:

  • Zu Anfang ist der Einfluss auf die Haut noch gering, aber das subjektive Empfinden bessert sich. Man kann wieder besser schlafen und fühlt sich ausgeglichener.  

  • Erst in zweiter Hinsicht merken regelmäßig übende, dass die Techniken in Stresssituationen hilfreich sind und Schübe seltener auftreten als vorher.
  • Wenn es doch zu einem Schub kommt, bekommt man mit Hilfe der Entspannungsverfahren seine Haut schneller „wieder in den Griff ".

 

Basistherapie

Harnstoff wirksam und unschädlich

Harnstoff wirksam und unschädlich

Die Erstattung von Harnstoff-Präparate lehnten Krankenkassen im November 2004 noch einmal ab. Ihre sachlich unbegründeten Einwände ändern nichts am vielfach bestätigten Nutzen.

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UV-Heimbehandlung

Sonne für zu Hause

UV-HeimbehandlungViele Betroffene sind begeistert. Denn ihnen steht eine Möglichkeit zur Verfügung, ihrer Haut auch in der kalten Jahreszeit etwas Gutes zu tun. Zwei Anwender berichten, wie sie die Lichtbehandlung mit dem Alltag vereinbaren, welche Vorteile sie bietet und wo Probleme auftauchen können. Zwei erfahrene Fachleute informieren, was beim Kauf der Geräte und ihrem Gebrauch zu beachten ist.

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Im Gespräch

Genital-Befall

Ich habe schon länger starken Juckreiz im Bereich der Scheide und oft brennende Schmerzen beim Wasserlassen. Die Haut ist dort gerötet, manchmal gibt es kleine Einrisse. Der Frauenarzt führte dies auf übertriebene Hygiene zurück und riet mir vor allem von den zeitweise verwendeten Intimtüchern ab. Die könnten mit ihren Desinfektionsmitteln reizen. Es wurde aber nicht besser. Weil ich auch in den Kniekehlen so rote Stellen bemerkte, ging ich zu einer Hautärztin. Sie vermutete eine untypische Form der Schuppenflechte, was sie durch eine Gewebeprobe klären will.

Veronika F.

 

PSO aktuell: Im Genitalbereich spricht man von einer Psoriasis inversa. Denn sie tritt dort wie in den Gelenkbeugen oder anderen üblicherweise nicht betroffenen Regionen, verkehrt auf (lat. inversus). Mitunter findet man sonst gar keine oder bloß geringfügige Symptome, etwa an der Kopfhaut, die auf die Krankheit hinweisen. Die Veränderungen sehen auch nicht typisch aus. Sichtbare Schuppen fehlen, da sie dort, wo Haut auf Haut liegt, rasch abgerieben werden. So sind die betroffenen Bezirke nur flammend rot und meist scharf von der Umgebung abgegrenzt. Sie können nässen und heftig jucken. Deswegen ist die Diagnose schwierig. Hefepilze können ein ähnliches Bild hervorrufen, sich manchmal jedoch nur zusätzlich ansiedeln. Bei nachgewiesenem Pilzbefall muss dieser gezielt behandelt werden. Zur Therapie eignen sich viele der bewährten äußerlichen Mittel nicht, da sie zu sehr reizen. Das gilt für Dithranol und in gewisser Weise ebenso für künstlich abgewandeltes Vitamin D. Wirkstoffe wie Calcipotriol können höchstens als Creme versucht werden. Fetthaltige Salben, die wie ein abdichtender Verband wirken, sind in dem ohnehin feuchten Milieu generell ungünstig und können die Entzündung verstärken. Fachleute halten dünn aufgetragene Kortisonpräparate für weniger riskant, als Patientinnen oft befürchten. Hilfreich und selbst bei länger wiederholter Anwendung unbedenklich sind Sitzbäder mit synthetischen Gerbstoffen, etwa Tannolact®, Tannosynth®. Empfohlen wird außerdem, wegen der damit verbundenen Reizungen keine zu enge Unterwäsche und im Schritt einschneidende Jeans zu tragen. Aus dem gleichen Grund ist von Slipeinlagen abzuraten.

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