Hier einige Höhepunkte des Heftes Nr. 1 - März 2005:
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Wenn eine wirksame Therapie die körperliche Beeinträchtigung durch Psoriasis vermindert, ändert sich damit die psychische Belastung nicht. Besondere Hilfen sind nötig, um langfristig besser mit der Krankheit umgehen zu können.
Nach Einnahme von Psoralen kann UVA-Bestrahlung auch ausgeprägte Hauterscheinungen deutlich lindern. Der anhand des Psoriasis Area and Severity Index (PASI) für Ausdehnung und Schwere der Schuppenflechte gemessene Erfolg einer solchen PUVA-Behandlung hat aber keinen Einfluss auf den seelischen Stress. Angst, Depression oder innere Unruhe sowie die Art der Krankheitsverarbeitung änderten sich bei 72 vor und nach PUVA untersuchten Patienten nicht wesentlich.
Die äußerliche Verbesserung genügt also nicht, folgert das Team um Dr. Donal G. Fortune an der Universität von Manchester. Die Patienten fühlten sich zwar weniger eingeschränkt und würden mehr unternehmen, wenn die Hautveränderungen zurückgingen. Dies wirke sich unmittelbar desto stärker auf das Verhalten aus, je hochgradiger der Ausgangs-PASI sei. Doch die fortdauernde Belastung („Distress") infolge der negativen Gedanken und Gefühle enge den Spielraum ein, sich selbst, seine Umwelt und die Zukunft anders zu sehen. Daher müsse zusätzlich psychologische Unterstützung das Erleben der Hilflosigkeit abbauen und günstige Formen der Krankheitsbewältigung fördern.
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Äußerlich mag eine Behandlung erfolgreich sein. Aber mit den Hauterscheinungen verschwindet die seelische Belastung nicht automatisch. Psychologische Unterstützung ist daher kein Luxus |
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Entzündliches Rheuma und Schuppenflechte sind beim gleichen Menschen weit häufiger, als es zufällig sein könnte. Die Besonderheiten von Diagnostik und Therapie dieser Beschwerden rücken aber erst ins Blickfeld.
Mit dem italienischen Tresterbranntwein hat der Name nichts zu tun. Das beim Hören zum Prosit einladende GRAPPA ergab sich als Abkürzung für den englisch formulierten Zweck des Zusammenschlusses: Group for Research and Assessment of Psoriasis and Psoriatic Arthritis. Die Expertengruppe, so erläuterte ihr Mitbegründer Philip Mease, Rheumatologie-Professor an der Universität von Washington in Seattle, will die "Werkzeuge", mit denen der Erfolg einer Behandlung, auch in Bezug auf den Krankheitsverlauf, gemessen wird, und allgemein anerkannte Therapie-Richtlinien festlegen.
KLÄRUNGSBEDARF |
Die
Gelenkbeteiligung bei Schuppenflechte scheint häufiger zu sein, als
früher angenommen. Doch fundierte Zahlen dazu fehlen. Nicht genau
bekannt ist auch der Prozentsatz jener Fälle, in denen
Krankengymnastik und kortisonfreie Entzündungshemmer ausreichen.
Ebenso gibt es keine wissenschaftlich begründete Entscheidungshilfe,
wann welche Langzeittherapie notwendig wird. Diese soll nicht nur die
schmerzhaften Symptome lindern, sondern Form und Funktion der
betroffenen Gelenkbereiche erhalten. Die neuen TNF-a-Blocker können
das durch Röntgen erkennbare Fortschreiten des Krankheitsprozesses
aufhalten, bei den herkömmlichen Mitteln ist dies nicht sicher.
Dennoch empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie bisher,
vor Anwendung der teueren Medikamente müsse Methotrexat (MTX) und ein
zweites Basistherapeutikum ausreichend lange ohne Erfolg versucht
worden sein. Ende Januar 2005 wurde in den USA und Europa die
Zulassung von Humira® für Arthritis psoriatica beantragt. Eine der
dazu eingereichten Studien verglich den TNF-a-Blocker mit
Scheinbehandlung (Placebo) bei Patienten, die zuvor nur auf
nichtsteroidale Antirheumatika ungenügend angesprochen hatten (vgl.
PSO aktuell 4/2004, S. 5). |
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Für die Ekzem-Behandlung wurden als Alternative zu Kortison neue äußerlich anwendbare Wirkstoffe zugelassen. Sie unterdrücken (wie das nicht genügend in die Haut eindringende Ciclosporin) die Freisetzung von Botenstoffen verschiedener Entzündungszellen. Eines dieser lokalen Immunsuppressiva ist Tacrolimus, das unter dem Namen Protopic® als Salbe angeboten wird. Dermatologen in den USA erprobten es bei Psoriasis im Gesicht oder an verkehrten Stellen, z. B. Armbeugen, Kniekehlen, Achselhöhlen, unter der Brust oder in der Analfalte. 167 Patienten trugen zweimal täglich entweder die Salbe ohne oder mit dem darin eingearbeiteten Wirkstoff auf. Das Prüfpräparat war schon ab der ersten Woche überlegen, und nach zwei Monaten hatten sich die Erscheinungen doppelt so oft vollständig zurückgebildet. Ähnliche Ergebnisse zeigte eine Vergleichsstudie mit Pimecrolimus, das in Elidel®, Douglan® als Creme verfügbar ist (J. Amer. Acad. Dermatol. 51, 723-738; 2004).
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Noni, die indische Maulbeere, ist erst seit wenigen Jahren bei uns bekannt. Besonders dem Saft aus diesen exotischen Früchten werden Heilwirkungen nachgesagt. Zu teils schwindelerregenden Preisen wird er als angebliches Wundermittel gegen die verschiedensten Krankheiten angepriesen – auch gegen Schuppenflechte. Geschickt nützen die Vertreiber das Klischee von der heilen Südsee für ihre Verkaufsstrategie. Der Nutzen für die Käufer ist jedoch mehr als fraglich.
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Mit seichten Werbesprüchen wie „Das letzte Paradies produziert Perfektion" wirbt die Fa. Morinda für ihre Marke TAHITIAN NONITM. |
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Werden verschiedene Medikamente zusammen angewandt, können sie sich gegenseitig verstärken oder abschwächen. Zu beachten sind vor allem eingenommene Wirkstoffe, auch wenn sie von Pflanzen stammen und in der Nahrung vorkommen.

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Seit 1916 haben Millionen von Psoriasis-Patienten
den auch als Anthralin® oder Cignolin® bekannten Wirkstoff erprobt. Er ist
oft neueren Mitteln zur äußerlichen Therapie mindestens gleichwertig. Der
Umgang damit muss zwar gelernt werden, aber vereinfachte Anwendungsarten
bieten eine preiswerte Alternative.
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Die gesetzlichen Krankenkassen haben 2004 für Medikamente 2,5 Milliarden Euro weniger als im Vorjahr ausgegeben. Der gesetzlich verordnete Ausschluss frei verkäuflicher Präparaten entlastete sie um 1,4 Milliarden Euro. Praxisgebühr und Zuzahlungen bei Rezepten brachten ihnen zusätzlich 0,6 Milliarden Euro ein. Die politisch erwünschten Einsparungen könnten jedoch langfristig teuer werden, wenn finanziell überforderte Patienten zunehmend auf notwendige Pflege und Therapie verzichten.
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Bei angeborener Psoriasis-Bereitschaft kann die Haut auf vielerlei Reize mit neuen Herden reagieren. Das Risiko ist zwar nicht immer und für jeden gleich groß. Denkbare Herausforderungen sollten trotzdem, so weit möglich, gemieden werden.
Auf einen Blick |
Das Auftreten von Hauterscheinungen nach Druck, Kratzen, Verbrühen und einer Reihe weiterer Schädigungen ist lange bekannt. Wie dieses Köbner - Phänomen zustande kommt, weiß man noch immer nicht genau. Aber aufmerksame Patienten und Ärzte können die jeweils maßgeblichen Auslöser erkennen. Sofern sie vermeidbar sind, lässt sich bis zu einem gewissen Grad der Schuppenflechte vorbeugen. |
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PSO aktuell 3/2004
Ich leide seit 30 Jahren unter Psoriasis. Regelmäßige Arztbesuche und Medikamente stellen eine erhebliche finanzielle Belastung dar. Pflegecremes werden mittlerweile nicht mehr von der Kasse übernommen. Zwei- bis dreimal wöchentliche Bestrahlungen verursachen außerdem hohe Fahrtkosten. Ich muss jedesmal 45 km fahren! Habe ich die Möglichkeit, diese Kosten, zumindest anteilig, erstattet zu bekommen? Wie ist es mit der Anerkennung als chronisch Kranker?
Rolf Sch.
PSO aktuell: Menschen mit Schuppenflechte erfüllen in der Regel die Voraussetzung, als schwerwiegend chronisch krank anerkannt zu werden (zu den Kriterien siehe PSO aktuell 1/2004, S. 26-27). Daher müssen sie statt zwei nur ein Prozent des Familienbruttoeinkommens zuzahlen. Dabei kann je Kind ein Freibetrag von 3.648 Euro geltend gemacht werden, für den mitversicherten Ehepartner sind es 4.347 Euro. Dementsprechend vermindert sich das Einkommen und damit die Belastungsgrenze. Die geleisteten Zuzahlungen sind gegenüber der Krankenkasse mit Originalquittungen zu belegen. Berücksichtigt wird die Eigenbeteiligung bei Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln, Krankenhausaufenthalten, Vorsorge- und Reha-Leistungen sowie Arztbesuchen ("Praxisgebühr") und Fahrtkosten zur ambulanten Behandlung. Letztere erstatten die Krankenkassen nur noch ausnahmsweise auf ärztliche Verordnung, nämlich bei Strahlen-, Chemotherapie und Dialysebehandlung. "Unter vergleichbaren Schwierigkeitsgraden und Behandlungsintensitäten" kann die Krankenkasse auch in anderen Fällen eine solche Fahrt genehmigen, betont das Bundesgesundheitsministerium. Darüber hinaus bekommen Patienten, die einen Schwerbehindertenausweis mit dem Merkzeichen für außergewöhnliche Gehbehinderung ("aG"), blind ("BI") oder hilflos ("H") haben bzw. die Pflegestufe 2 oder 3 nachweisen können, die Fahrtkosten zu einer vom Arzt als notwendig erachteten ambulanten Behandlung erstattet. Die Zuzahlungen betragen dann wie allgemein 10 Prozent Krankender Kosten, mindestens 5 und maximal 10 Euro. Rezeptfreie Medikamente, für die keine Ausnahmeregelung vom Gemeinsamen Bundesausschuss bestimmt worden ist, fallen nicht unter die Zuzahlungen, von denen gesetzlich Versicherte ab der individuellen Belastungsgrenze befreit werden können. Das gilt leider auch für Pflegepräparate, die bei Schuppenflechte zur Basistherapie unverzichtbar sind, insbesondere solche mit Harnstoff (vgl. PSO aktuell 4/2004, S.24).
weitere "Fragen und Antworten" ab Seite 30 ...
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