PSO aktuell - Der Ratgeber bei Schuppenflechte (Psoriasis)

DER RATGEBER BEI SCHUPPENFLECHTE

 

 

 

PSOaktuell Heft 3/05

Ausgabe Nr. 2 | Juni 2005

 

 

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Krankheitsentstehung

Pakt zwischen Haut- und Immunzellen

Ein Eiweißmolekül, das unter anderem zur Wundheilung aktiviert ist, wird bei Psoriasis offenbar unter dem Einfluss von T-Lymphozyten nicht mehr "abgeschaltet".

 

Lange Zeit hielt man den überstürzten Nachschub der Keratinozyten für die entscheidende Störung. Diese bei Psoriatikern vermehrt gebildeten Oberhautzellen wandern so schnell von der Basal- zur Hornschicht, dass sie nur unvollständig ausreifen und dann als sichtbare Schuppen an der Oberfläche haften. Später konzentrierte sich die Forschung auf die irrtümlich von T-Lymphozyten in Gang gesetzte Immunreaktion, die erst die hastige Teilung der Keratinozyten verursachen soll.

 

Ein Team unter der Leitung von John Di-Giovanni an der University of Texas in Houston lieferte nun Belege, dass sich das typische Krankheitsbild bei Schuppenflechte nur im Zusammenspiel von Haut- und Immunzellen entwickelt. Die Forscher untersuchten die Rolle eines Stat3 genannten Eiweißmoleküls, das normalerweise bloß solange tätig ist, bis es seine biologische Aufgabe, z. B. bei der Wundheilung, erfüllt hat. Zu klären bleibt noch, warum es in den Oberhautzellen aktiviert wird.

 

Zu beachten

Was Anfang 2005 in der international angesehenen Fachzeitschrift Nature Medicine veröffentlicht worden ist, hat vorerst keine praktische Bedeutung. Dennoch weisen die Autoren zu Recht darauf hin, dass sich aus solcher Grundlagenforschung neue Therapiemöglichkeiten ergeben können. Im Tierexperiment hatte eine äußerlich verabreichte Substanz gegen Stat3 offenbar den gewünschten Effekt. Der nächste Schritt wären Untersuchungen an gesunden Versuchspersonen zu Wirkmechanismus und Verträglichkeit. Die meisten Arzneimittel-Kandidaten überwinden diese Hürde nicht. Und selbst wenn ein Wirkstoff auserwählt wird, seinen Nutzen bei Psoriasis-Patienten zu beweisen, können die notwendigen Studien bis zur Zulassung eines Präparates viele Jahre beanspruchen.

 

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Kurz notiert

Infektion und Stress sind die häufigsten Auslöser

Zwischen 2001 und 2003 wurden am Karolinska Hospital in Stockholm 400 Psoriasis-Fälle auf mögliche Provokationsfaktoren untersucht. Die 74 Patienten mit einer tropfenförmigen Schuppenflechte (Psoriasis guttata) waren jünger als die restlichen und hatten überwiegend (84 Prozent) vorher Infekte gehabt, zwei Drittel davon im Rachenbereich durch Streptokokken. Das bekräftigt die allgemeine Erfahrung, dass solche Bakterien die plötzlich wie ein Ausschlag mit kleinen, noch wenig schuppenden Herden auftretende Verlaufsform begünstigen. Die restlichen 326 Patienten zeigten meist chronisch-stationäre Plaques der gewöhnlichen Schuppenflechte. Als wichtigster Auslöser akuter Schübe fand man hier belastende Lebenskrisen (96 Prozent). In beiden Gruppen waren gleich häufig auch andere Familienmitglieder betroffenen. Die Psoriasis guttata ging seltener (5 gegenüber 15 Prozent) mit einer Gelenkbeteiligung einher, die sich dann vor allem als Enthesiopathie an den Ansatzstellen von Sehnen äußerte (J. Invest. Dermatology 124, 499-504; 2005). Mit einer Antibiotika-Therapie ist jedoch der durch Streptokokken herausgeforderten Psoriasis nicht beizukommen. Dagegen heilte sie bei zwei von drei Patienten nach operativer Entfernung der infizierten Gaumenmandeln ab oder besserte sich deutlich, berichtete Prof. Jörg Prinz (München) beim Kongress der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft in Dresden.

 

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Innerliche Behandlung

Biologics – und was vorher versucht werden muss

Innerliche Behandlung: BiologicsAuf gentechnisch konstruierte Moleküle richten sich große Hoffnungen. Zwei der neuen Medikamente sind inzwischen auch für Psoriasis vulgaris zugelassen. Das gilt allerdings nur, wenn die herkömmliche Systemtherapie mit MTX, Ciclosporin. Fumarsäureestern und PUVA keine Alternative mehr bietet.

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Was für wen?

Die ersten Hightech-Medikamente wurden zugelassen bei mittelschweren bis schweren Formen der gewöhnlichen Schuppenflechte. Aber welche das sind, darüber besteht keineswegs Einigkeit. Punktwerte, wie sie als PASI mittlerweile zur gängigen Bezugsgröße wissenschaftlicher Studien gehören, werden im Alltag von Klinik und Praxis kaum bestimmt. Zudem unterschätzt man dabei das Problem, wenn zum Beispiel „nur" Handinnenflächen und Fußsohlen, Nägel oder der Genitalbereich stark betroffen sind, was der Index ausblendet. Demnach können in Einzelfällen als relativ geringfügig eingestufte Symptome medizinisch durchaus gewichtig sein und/oder aus der Sicht des Patienten die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.

Doch bevor Biologics in Betracht kommen, verlangt die Gesundheitsbehörde, dass bisher verfügbare Möglichkeiten „ausgereizt" sind. Hier würden „überlegungen hinsichtlich der Finanzierung massiv in die Therapiehoheit des Arztes...eingreifen", empörte sich Dr. Elisabeth Rowe, niedergelassene Hautärztin in Berlin. Tatsächlich ist weder das eine immer schlecht noch das andere stets gut und das Teuerste nicht für jeden die beste Wahl. Gerade wegen der insgesamt begrenzten Geldmittel müssen Enbrel®, Raptiva® et cetera jenen vorbehalten bleiben, die sonst keine angemessene Therapie bekommen.

 

 

Nahrungsergänzung bei Gelenkschmerzen

Knorpelbausteine zum Einnehmen

 

nahrungsergänzung Rezeptfreie Präparate mit Glukosamin und/oder Chondroitin werden als „natürlicher Gelenkschutz“ vermarktet. Sind sie auch für Menschen mit Psoriasis arthritis interessant? Und was taugen die verschiedenen Produkte, die angeboten werden?

 

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Sport bei Gelenkbeteiligung

In Bewegung bleiben, aber wie?

Cartoon BoB BornRheumatische Erkrankungen verursachen Schmerzen. Trotzdem ist Ruhe nicht erste Patientenpflicht. Welche körperlichen übungen gut tun oder besser unterlassen werden, darüber entscheiden die betroffenen Gelenke und das Entzündungsstadium ebenso wie persönliche Vorlieben.

 

 

Ernährung

Übergewicht der Entzündung

Fettzellen bilden auch Botenstoffe des Immunsystems, die eine zentrale Rolle bei Psoriasis spielen. Zu viel Speck könnte demnach die Krankheitsvorgänge an Haut und Gelenken fördern, die ihrerseits das Herz-Kreislauf-Risiko erhöhen.

 

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Antirheumatika

COX-2-Hemmer - wie geht´s weiter?

Im Herbst letzten Jahres wurde Vioxx® vom Markt genommen, kürzlich Bextra®. Für Psoriasis- Patienten mit Gelenkbeteiligung stellt sich nun die Frage: Wie sicher sind die verbliebenenMedikamente dieser Gruppe? Was bedeuten die Warnhinweise in den Beipackzetteln von Celebrex® und Arcoxia®?

 

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Im Gespräch

Erfahrungen mit Biologics

Dem überaus positiven Bericht von Jörg Schiffler möchte ich entgegen halten: Habe 12 Wochen Raptiva® gespritzt, und die Schuppenflechte ist schlimmer geworden. Gibt es ähnliche Fälle?

Bernhard E.

 

PSO aktuell: Nach den klinischen Prüfungen spricht nur etwa die Hälfte der Patienten auf den Wirkstoff Efalizumab in Raptiva® an. In knapp einem Drittel der Fälle verminderte sich der Psoriasis Area and Severity Index (PASI) für Ausdehnung und Schwere der Hautveränderungen um mindestens 75 Prozent. Bei diesen nimmt der Wirkungsgrad mit der Behandlungsdauer zu. Wird bei "Non-Respondern" zu lange weiter behandelt, kann es nach dem Absetzen des Mittels zu einer als Rebound bekannten Verschlechterung des Hautzustandes kommen. Das teilte Prof. Jörg Prinz (Univ.-Hautklinik München) bei einem Kongress mit, meinte aber, in der Praxis werde man die Therapie, schon aus ökonomischen Gründen, vorzeitig beenden, wenn sich nach ein bis zwei Monaten keine deutliche Wirkung einstellt.

 

 

 

Wie viel Sonne auf die Haut im Urlaub?

Im Urlaub am Meer möchte ich am liebsten so viel Sonne an die Haut lassen wie möglich. Sollten die mit Schuppenflechte befallenen Stellen wie die gesunde Haut mit Sonnenschutzmittel eingecremt werden oder nicht? Zu wenig Sonnenschutz führt bei mir meist zu einer starken Rötung / Verschlimmerung der Schuppenflechte. Wie verhalte ich mich beim Sonnenbaden also richtig?

Barbara M. via E-Mail

 

Wie viel Sonne auf die Haut im Urlaub?

PSO aktuell: Die Lichtbehandlung der Schuppenflechte orientiert sich an der minimalen Erythemdosis (MED). Darunter versteht man die Menge der Sonnenbrand erzeugenden UVB-Strahlen, bei der sich innerhalb von 24 Stunden eine Rötung (Erythem) noch nicht daran gewöhnter Haut zeigt. Die therapeutische Dosis sollte dann etwa die Hälfte bis zwei Drittel davon betragen und erst weiter erhöht werden, wenn die vorangegangene Bestrahlung reaktionslos vertragen wurde. Diese so genannte Erythemschwelle kann mit Sonnenschutzmitteln erhöht werden, das heißt, die Zeit, bis es zur ersten Hautrötung kommt, verlängert sich je nach dem angegebenen Lichtschutzfaktor, also zum Beispiel bei LSF 10 von vorher 10 Minuten auf 100 Minuten. Wenn man sich von vornherein überall eincremt, ist die dann beginnende Rötung der nicht betroffenen Haut ein Wegweiser für die künftig zumutbare Besonnung. Wird des Guten zu viel getan, erkennbar an starker Rötung, kann dies die Schuppenflechte verschlimmern oder sogar neue Herde hervorrufen.

weitere "Fragen und Antworten" ab Seite 29 ...

 

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