PSO aktuell - Der Ratgeber bei Schuppenflechte (Psoriasis)

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Artikel aus PSO aktuell Heft 4/05

 

 

Psoriasis-Arthritis

Gymnastik für die Gelenke

Gelenkbeteiligung ist eines der Schreckgespenster fast jeden Psoriatikers. Viele sind tatsächlich von Gelenkschmerzen betroffen. Über der Vielfalt an Medikamenten, die zur Verfügung stehen, wird oft vergessen, dass jeder Mensch selbst etwas für seine Gelenke tun kann, um sie möglichst lange und gut beweglich zu halten.

 

GymnastikEntzündete Gelenke ruhig zu stellen, ist falsch – denn durch Bewegung werden die Gelenke ernährt und Entzündungsstoffe abtransportiert, erklärte Prof. Dr. Stefan Schewe, Rheumatologe an der Klinik der Ludwigs-Maximilian- Universität in München. Das A und O, um die Gelenke fit zu halten, sind Bewegungsübungen, bestätigt auch Dr. med. Wolfgang Miehle vom Rheumazentrum der Rehaklinik Wendelstein in Bad Aibling.

 

ER HAT IN SEINEM BUCH „Entzündliches Gelenkrheuma“ Übungen zusammengestellt, die jeder selbst zu Hause durchführen kann. „Eigenständig durchgeführte Bewegungs- und Trainingstherapien sind wichtig“, erklärte Miehle. Wenn sich eine Gelenkbeteiligung ankündigt, sollten diese Übungen von Anfang mit auf dem Behandlungsplan stehen, bei zunehmenden Beschwerden am besten unter professioneller Anleitung.

Häufig sind beim Psoriatiker die Finger betroffen, gerade die Hand muss aber Tag für Tag wahre Wunder vollbringen und soll deshalb voll funktionsfähig und kräftig bleiben.

Sind Ihre Fingergelenke noch ausreichend beweglich? Das können Sie folgendermaßen feststellen: Machen Sie mit der Hand eine Faust. Haben Sie Schwierigkeiten, die Faust zu schließen? Können Sie Ihre Finger kaum spreizen, auch wenn sie gestreckt sind? Dann sind Ihre Fingergrundgelenke starrer und unbeweglicher als beim Durchschnitt. Nebenstehend finden Sie einige Übungen, die Miehle zur Verbesserung der Beweglichkeit empfiehlt.

 

NEBEN SPEZIELLEN ÜBUNGEN für einzelne Gelenke, ist es hilfreich, den gesamten Körper besser zu konditionieren. „Ein gut trainierter Körper kommt mit seiner Arthritis viel besser zurecht als jemand mit schlaffen Muskeln und Sehnen“, so Miehle. Wer zum Beispiel Probleme am Ellbogen hat, für den können ein gut funktionierendes Handgelenk und auch die Schulter enorm wichtig werden. Das heißt im Klartext: Den ganzen Körper trainieren. Das optimale Programm umfasst nach Prof. Edward Senn:

 

WICHTIG IST FOLGENDER HINWEIS: Das Training muss auf Ihre Erkrankung abgestimmt sein und sollte unter Anleitung eines geeigneten Therapeuten erfolgen. Wenn Sie Ihre Gelenke falsch oder mit zu viel Gewicht belasten, kann das eher schädlich als nützlich sein. Was kann man noch für seine Gelenke tun? Jeder Psoriatiker weiß, was ihm gut tut und was nicht, was er verträgt und was nicht. „Der eine kann zwei oder drei Bier trinken, ohne dass die Haut darunter leidet, beim anderen explodiert die Pso“, so Miehle. Das lässt sich auch auf die Gelenke übertragen. Man muss nicht unbedingt eine Diät halten, aber eine vernünftige, ausgewogene Ernährung ist zu empfehlen.

Natürlich sollten die Gelenke nicht überlastet werden. Damit ist nicht nur das Tragen und Heben schwerer Lasten gemeint, sondern auch das eigene Körpergewicht. Wer zu viele Pfunde mit sich herumträgt, schadet damit auch Knochen, Sehnen und Gelenken.

 

WÄRME ODER KÄLTE? Wärme wird oft als angenehm empfunden, ist aber nicht ohne Risiko, weil sie die Temperatur im Inneren der Gelenke erhöht und die Entzündungssysteme weiter anregt. „Mit Wärme kann man ein entzündetes Gelenk erst recht aktivieren – und wenn man Pech hat, entzündet sich noch ein weiteres Gelenk“, warnte Miehle. Bei echten Schwellungen hilft Kälte besser als Wärme.

 

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