PSO aktuell - Der Ratgeber bei Schuppenflechte (Psoriasis)

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Artikel aus PSO aktuell Heft 1/06

 

 

Weihrauch

Pflanzenextrakt mit neuen Aussichten

Seit vielen Jahren greift PSO aktuell regelmäßig das Thema Weihrauch- Therapie auf. Denn es gibt genügend Hinweise, dass Weihrauch-Extrakt auch die Psoriasis bessert. Aber die Hoffnung, dass ein direkt in Deutschland zugelassenes Präparat angeboten wird, hat sich bisher nicht erfüllt. Das könnte sich in den näschten Jahren möglicherweise ändern ändern.

 

WeihrauchbaumNeben seiner Verwendung in religiösen Traditionen wurde Weihrauch bereits seit der frühen Menschheitsgeschichte als Heilmittel genutzt. Schon in einem der ältesten medizinischen Dokumente, dem Papyrus Ebers aus dem 16. Jahrhundert v. Chr., ist das Harz des Weihrauchs als Arzneimittel verzeichnet. Eine Schlüsselrolle spielte schließlich die Ayurveda-Medizin Indiens, in der Weihrauch – dort „salai guggal” genannt – seit über 3000 Jahren und bis heute erfolgreich zur Behandlung von entzündlichen Erkrankungen und Nervenleiden eingesetzt wird.

Weihrauchbäume, aus deren Gummiharz die heilenden Stoffe extrahiert werden, sind nicht nur in Indien, sondern auch in Afrika und Arabien beheimatet. Die Pflanze mit dem botanischen Namen Boswellia gehört zur Familie der Balsambaumgewächse (Burseraceae). Von den vielen Arten hat Boswellia serrata die größte Bedeutung für die Arzeimittelgewinnung erlangt. In Nordamerika wird Boswellia serrata sogar kultiviert.

 

HIERZULANDE ist der Weihrauch-Extrakt unter dem Namen Olibanum bekannt, das bei uns schon im Mittelalter und bis in die Neuzeit als Arzneimittel galt, wie Prof. Dr. Hermann Ammon, Pharmakologe aus Tübingen, berichtete. Er konnte 1991 am Modell von weißen Blutkörperchen (neutrophilen Granulozyten) der Ratte eine entzündungshemmende Wirkung von indischem Salai guggal nachweisen.

In praktisch-klinischen Untersuchungen wurde dann tatsächlich eine Wirksamkeit des Harzes unter anderem bei chronischem Rheuma (rheumathoide Artritis), chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (Colitis ulzerosa, Morbus Crohn) und Asthma (Asthma bronchiale) beobachtet. Auch Patienten mit bestimmten Hirntumoren profitierten von einer Behandlung mit dem Weihrauch.

Die Anwendung von Weihrauch-Extrakt bei Hautkrankheiten wurde bisher noch nicht systematisch untersucht. Dr. Henning Gerhardt vom Klinikum Mannheim berichtete, dass bei vielen Patienten, die in seiner Abteilung für entzündliche Darmerkrankungen mit Boswellia- Extrakt behandelt wurden, auch die bei diesen Patienten oft gleichzeitig bestehende Psoriasis gebessert wurde.

 

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