Artikel aus PSO aktuell Heft 1/10
Bei Patienten mit Schuppenflechte treten nicht nur körperliche Begleiterkrankungen häufiger auf, sondern auch seelische: Depressionen nehmen vor allem im Alter zu.
Im Patientenregister PsoBest werden derzeit deutschlandweit Informationen zum langfristigen Behandlungsverlauf und zu Begleiterkrankungen der Schuppenflechte gesammelt. Hier zeichnete sich bereits ab, dass Patienten mit Schuppenflechte häufiger als die Allgemeinbevölkerung an einigen Begleiterkrankungen wie Autoimmunerkrankungen der Gelenke und des Darms, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes leiden.
Eine aktuelle Auswertung dieser Patientendaten zeigte, dass auch seelische Erkrankungen zunehmen: Menschen mit Psoriasis leiden 1,8-mal häufiger an Depressionen als Menschen ohne diese Hauterkrankung. Von 34.728 GKV-Versicherten mit Psoriasisdiagnose (63 Prozent Männer) hatten insgesamt 4.020 Patienten gleichzeitig auch eine Depression.
Depressionen waren in allen Altersgruppen zu finden, bei älteren Menschen jedoch etwas häufiger. In der Altersgruppe unter 20 Jahren litten im Schnitt 2,27 Prozent an Depressionen, in der Altersgruppe von 41 bis 60 Jahren waren es 15,86 Prozent und über 81 Jahren stieg die Zahl auf 22,22 Prozent. Die erhöhte Rate der Depression bei Schuppenflechte ist nicht allein als Reaktion auf das gegenwärtige Hautbild zu erklären, sondern besteht teilweise auch unabhängig vom Schweregrad der Schuppenflechte.
Diese Erkenntnisse bieten auch eine Chance zur Früherkennung. Wenn Ärzte und Patienten wissen, dass es ein höheres Erkrankungsrisiko gibt, können alle gemeinsam ihren Blick für erste Anzeichen seelischer Probleme schärfen und frühzeitig eingreifen. Im Alter über 80 Jahren, wenn Depressionen allgemein stark zunehmen, leiden 22 Prozent der Menschen mit Schuppenflechte an Depressionen, also nur etwa jeder fünfte. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass bei vier von fünf Menschen mit Schuppenflechte auch im hohen Alter keine Depression diagnostiziert wurde.
© PSO aktuell 2010