PSO aktuell - Der Ratgeber bei Schuppenflechte (Psoriasis)

DER RATGEBER BEI SCHUPPENFLECHTE

 

Artikel aus PSO aktuell Heft März 2016

 

Homöopathie bei Schuppenflechte

Blindes Vertrauen statt Blindversuch?

Die Beliebtheit einer Behandlungsmethode rechtfertigt nicht, dass sie ohne die sonst geforderten Belege für Nutzen und Risiken auf Krankenschein angewendet werden darf. Solche Nachfrage abseits der wissenschaftlich gesicherten Angebote ist aber ein Appell, die Erwartungen und Gefühle der Kranken genauso ernst zu nehmen wie ihre Krankheit.

 

Homöopathie bei Schuppenflechte
© LiliGraphie – fotolia.com

„Die Verheißungen der Homöopathie“ lautet der Untertitel einer Sammlung von Aufsätzen, die nicht nur rechthaberisch das seit 1796 veröffentliche Heilverfahren von Samuel Hahnemann als wissenschaftlich unhaltbar abtun. Wenn in Bezug auf die Kügelchen als lateinisch bezeichnete Darreichungsform „der Glaube“ genannt wird, so ist das kein herabsetzendes Urteil, sondern umschreibt die Grundlage möglicher Erfolge. Denn die Anwendung bedarf der Überzeugung, die alternative Therapie halte, was sie verspricht, ohne dass diese subjektive Gewissheit in der Umwelt überprüft werden kann. Im Gegensatz dazu lässt sich eine Meinung relativ leicht durch berichtigende Information verändern. Dazwischen steht das Wissen als Summe der Erkenntnisse, die einer Überprüfung durch nachvollziehbare Erfahrung standhalten.

 

Um Behandlungsverfahren in diesem Sinne zu bewerten, werden heute „in allen entwickelten Ländern“ die Methoden der evidenzbasierten Medizin (EbM) eingesetzt, schreibt der Herausgeber. Diese habe durchaus problematische Seiten, die drei britische Autoren am Ende des Bandes diskutieren. Trotzdem biete EbM die besten Werkzeuge für den Nachweis, ob alternative Therapien gleichwertig, wenn nicht sogar den „normalen“ überlegen seien. Wenig hilfreich ist dabei der abschätzig gebrauchte Begriff „Schulmedizin“, mit dem sich ein Homöopath 1876 erstmals der sachlichen Auseinandersetzung entzogen hat.

 

Zwei Säulen ohne Fundament

Das Prinzip seiner Lehre fasste Hahnemann in dem Satz zusammen: Similia similibus curentur. Krankheiten seien nur zu heilen durch solche Arzneien, die beim Gesunden ähnliche Symptome hervorrufen wie jene, die der Patient zeige. Schon diese Annahme, veranschaulicht am Beispiel von Fieber und Chinarinde, beruhte auf einem falsch gedeuteten Selbstversuch, dessen Ergebnisse niemand später bestätigen konnte. Sympathisierende Historiker beschönigten das mit dem Hinweis, der Grundsatz habe sich dennoch in der Praxis „bis heute weitreichend bewährt.“

 

Die zweite Säule des homöopathischen Denkgebäudes heißt Potenzierung: Fortschreitende Verdünnung einer „Urtinktur“ steigere die Wirksamkeit der Stoffe immer mehr, und gerade wenn keine Moleküle der Ausgangssubstanz mehr vorhanden sind, soll der Effekt besonders ausgeprägt sein. Denn bei diesem Vorgang werde durch eine ...

 

Den vollständigen Artikel können Sie in diesem Heft lesen:

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