PSO aktuell - Der Ratgeber bei Schuppenflechte (Psoriasis)

DER RATGEBER BEI SCHUPPENFLECHTE

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Phytotherapie bei Hauterkrankungen

Matthias Augustin, Yvonne Hoch (Hrsg.)

Elsevier Urban & Fischer 2004
332 Seiten

 

Im Jahr 2000 entfiel nahezu die Hälfte des gesamten Umsatzes mit pflanzlichen Arzneimitteln in Europa auf Deutschland. An zweiter Stelle stand Frankreich. Und nur in diesen Ländern konnten sie zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen verordnet werden. Was seitdem auch hier unter dem Druck der Wirtschaftlichkeit abgenommen hat, wird durch die Gesundheitsreform nun drastisch eingeschränkt. Denn die rezeptfrei erhältlichen Präparate sind – bis auf wenige vom Gemeinsamen Bundesausschuss bestimmte Ausnahmen – nicht mehr erstattungsfähig.

 

Die politisch erzwungene Einschränkung, so hebt die Einführung ins Thema des aus aktuellem Anlass rezensierten Fachbuches hervor, widerspricht der wachsenden Beliebtheit natürlicher und mild wirkender Arzneimittel. Nach jüngsten Umfragen wenden sie inzwischen drei Viertel der Deutschen aller Altersgruppen und sozialen Schichten an. Ebenso groß ist der Anteil derjenigen, die es nicht richtig finden, solche Medikamente ausschließlich selbst bezahlen zu müssen. „Eine Bestandsaufnahme des aktuellen Wissens zur Behandlung von Hautkrankheiten mit Pflanzenwirkstoffen" war das Ziel der beiden Herausgeber. Dr. Yvonne Hoch ist in Bad Urach als Hautärztin niedergelassen, Prof. Matthias Augustin seit Juli 2004 an der Dermatologischen Uniklinik Hamburg-Eppendorf mit dem Schwerpunkt Pharma-Ökonomie tätig. Er leitete eine Arbeitsgruppe der Universitäts-Hautklinik Freiburg, die Erfahrungen der Volksmedizin wissenschaftlich überprüfte. Daraus entstand ein praxisnahes Nachschlagewerk "für Einsteiger und Fortgeschrittene."

 

Insgesamt 16 weibliche und männliche Autoren stellen die Grundlagen der Phytotherapie unter verschiedenen Gesichtspunkten dar, einschließlich der rechtlichen Bestimmungen, die bei der Herstellung und Verordnung entsprechender Mittel zu beachten sind. Ein Kapitel beschreibt 58 für dermatologische Zwecke bekannte Pflanzen in alphabetischer Reihenfolge von Aloe und Ananas bis Zaubernuss und Zwiebel. Dabei wird jeweils vorneweg in einer Übersicht nach einheitlichem Schema bewertet, ob die einzelnen Anwendungsgebiete durch mehrere Studien gesichert oder wenigstens durch gute klinische Erfahrungen belegt oder in der Literatur zwar erwähnt, jedoch nicht nachvollziehbar dokumentiert sind. 

 

Was der Buchtitel verspricht, fasst eine Tabelle auf den Seiten 267 bis 271 für 52 Indikationen zusammen. Danach werden einzelne Bereiche ausführlich diskutiert. Bei Schuppenflechte, heißt es da, kämen Pflanzen meist nur ergänzend zu den zahlreichen gut wirksamen synthetischen Arzneimitteln und UV-Therapien in Betracht. Kontrollierte Studien liegen z. B. vor für Mahonie, Capsaicin aus Pfeffer- und Paprikafrüchten, Colchicin der Herbstzeitlose sowie Aloe vera, die allerdings bisher nur einmal untersucht wurde. Als weniger glaubwürdig (nach Kriterien der naturwissenschaftlichen Medizin) belegt werden Kräuter der Traditionellen Chinesischen Medizin und Weihrauch eingeschätzt.

 

Aus PSOaktuell Dezember 2004

 

 

 

 

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