PSO aktuell - Der Ratgeber bei Schuppenflechte (Psoriasis)

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Die High-Carb-Diät:
Abnehmen mit den richtigen Kohlenhydraten

Dr. John A. McDougall mit Mary McDougall

Riva Verlag

350 Seiten

ISBN: 9783868835779

 

Der englische Titel zeigt das Gegenprogramm zu „lowcarb“ an – jener weit verbreiteten Empfehlung, so wenige Kohlenhydrate wie möglich zu essen. Wobei diese meist pauschal als Dickmacher verdächtigt werden. Dem hält der Autor entgegen, was er am eigenen Leib und als Arzt – den medizinischen Autoritäten widersprechend – erfahren hat: „Stärke ist die Lösung.“

 

Die so genannte Verbindung besteht aus langen Ketten von Einfachzuckern (Glukose). Pflanzen speichern sie in Wurzeln, Stielen, Blättern, Samen und Früchten. Bei deren Verzehr wird Stärke durch das Enzym Amylase in Speichel und Darm wieder in ihre Bestandteile zerlegt. Indem die Einfachzucker nach und nach aus dem Dünndarm ins Blut gelangen, liefern sie den Körperzellen langfristig Energie. Sie sorgen damit für eine angenehme Sättigung, erläutert McDougall, während man gleich wieder Hunger habe, wenn Zucker unmittelbar mit Süßigkeiten oder schnell verbrennbaren Kohlenhydraten in Obst zugeführt werde.

 

Fleisch und Milchprodukte, die beim American Way of Life 70 % der Nahrung stellen, sollen ersetzt werden durch Stärke in Getreide (Weizen, Hafer, Hirse, Reis, Mais etc.), Hülsenfrüchten, etwa Erbsen und Linsen, Gemüse wie Kartoffeln, Pastinaken, Schwarzwurzeln, Topinambur. Grüne, gelbe oder orangefarbene Pflanzen mit wenig Stärke, z. B. Brokkoli, Karotten, Lauch, Paprika, Rosenkohl, Spinat oder Zucchini, haben in der McDougall-Diät einen Anteil von 20 %. Sie bringen zusätzliche Nährstoffe, Geschmack, Geruch und Augenreiz auf den Teller. Den Rest des täglichen Speiseplanes füllt Obst aller Art.

 

Am eigenen Leib erfahren

Nach der Wirtschaftskrise in den 1930er Jahren, so schildert der Stärke- Doktor die persönliche Lehrzeit, hätten seine Eltern sich nur eine vegetarische Ernährung mit Bohnen, Kartoffeln, Rüben, Mais und Brot leisten können. Ihr 1947 geborener Sohn sollte es besser haben: Frühstück mit Schinken und Ei, mittags und abends Fleisch, Milch zu jeder Mahlzeit. Warum er, erst 18-jährig, einen massiven Schlaganfall erlitt, konnte niemand erklären. Auch im Medizinstudium blieb das in diesem Alter höchst ungewöhnliche Ereignis rätselhaft. Doch als Arzt für die Arbeiter einer Zuckerplantage zuständig, fiel ihm auf, dass die Älteren sich traditionell mit Getreide, Gemüse und Obst ernährten, ihre Nachfahren dagegen die moderne Wohlstandskost übernommen hatten – mit den dazu gehörigen Krankheiten. Den damals vermuteten Zusammenhang fand McDougall beim Studium der Literatur und in der Praxis vielfach bestätigt. Mehr als 5000 Menschen hätten an seinem fünf-oder zehntägigen Programm teilgenommen, 1,5 Millionen Menschen bisher seine elf Bücher gekauft. Wer die Diät einmal probiert habe, könne sie lange durchhalten, da man weder hungern noch auf Genuss verzichten müsse. Seine Frau verrät dazu im Buch ihre „100 Lieblingsrezepte“. Stärke werde langsam und sauber verbrannt zu „Gehirnfutter und Muskelbenzin“. Selbst wenn wir zu viel davon aufnähmen, nutze sie der Körper eher für Wärme und Energie, als sie in Form von Fett einzulagern.

 

Pflanzen liefern genug Eiweiß

Falsch sei auch die von der Fleisch- Lobby verbreitete Behauptung, ohne tierisches Eiweiß gehe es nicht. 2011 habe die American Heart Association endlich eingeräumt, dass pflanzliche Nahrung alle wichtigen Aminosäuren als Bausteine für Proteine enthalte. Deren oft zu hoch angesetzter Bedarf könne durch stärkebetontes Essen, vor allem mit Kartoffeln, ohne weiteres gedeckt werden. Ebenso unnötig sei Milch für die Kalzium-Versorgung, denn Kühe bekämen den Mineralstoff wie die von ihnen gefressenen Pflanzen aus dem Boden. Man könne sich also den Umweg über das Euter sparen, zumal dieser stets überflüssiges Fett mit sich bringe.

 

Eine auf Kohlenhydrate beschränkte Ernährung gewährleiste überdies nicht nur Wohlbefinden und Gesundheit der Einzelnen, sondern leiste zugleich einen Beitrag gegen den Hunger in der Welt und zum Klimaschutz. Ließen sich doch weit mehr Menschen beispielsweise mit der für ein Steak verfütterten Menge an Getreide ernähren, wenn sie direkt konsumiert und nicht erst von der Viehwirtschaft „veredelt“ würde.

Das Gleiche gelte für eiweißreiche Sojabohnen, die heute überwiegend als Biodiesel und Tierfutter genutzt würden.

 

Weder Fleisch noch Fisch

Fisch möchte McDougall ebenfalls aus der Küche verbannen. Seine als gesund gepriesenen hoch ungesättigten Omega-3-Fettsäuren könne unser Organismus aus Alpha-Linolensäure in Raps, Lein oder Soja selbst herstellen – ohne die Quecksilber-Belastung der Meeresbewohner. Außerdem unterdrücke ein Zuviel der „guten“ Fette in Fischöl das Immunsystem, womit sich das Krebs-und Infektionsrisiko erhöhe. Über solche Einwände kann man diskutieren – genauso wie über die rigorose Ablehnung isolierter Pflanzenöle beim Zubereiten von Speisen. Dass aber Stärke die Hauptquelle für verdaubare Kohlenhydrate sein sollte, ist eine in jeder Hinsicht bedenkenswerte Botschaft, die der amerikanische Doc appetitanregend zu vermarkten weiß.

 

Aus PSOaktuell Juni 2015

© Jürgen-Peter Stössel

 

 

 

 

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