PSO aktuell - Der Ratgeber bei Schuppenflechte (Psoriasis)

DER RATGEBER BEI SCHUPPENFLECHTE

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Dr. Jacobs Weg des genussvollen Verzichts

Ludwig Manfred Jacob

nutricaMEDia Verlag 2013

240 Seiten

ISBN: 978-3981612233

 

Der 1971 geborene Autor setzt schon in der dritten Generation die ärztliche Familientradition fort. Er leitet das „Dr. Jacobs Institut für komplementärmedizinische Forschung“, das sich um die Verknüpfung von Ernährungswissenschaft, Natur- und Erfahrungsheilkunde bemüht. Den versprochenen „Weg“ zu gesteigertem Wohlbefinden mit geringer Anfälligkeit für die Krankheiten unserer Zeit ist er selbst gegangen: Die Umstellung der Essgewohnheiten habe in etwa vier Monaten zum Idealgewicht sowie zu optimalen Puls-, Blutdruck- und Blutwerten geführt. Diesen Zustand könnten er und seine Frau problemlos halten, ohne Kalorien zählen zu müssen.

 

Nicht nur auf Kohlenhydrate achten

Das Buch richtet sich an Fachleute und Interessierte, die sich bereits mit der Thematik beschäftigt haben. Die Passagen, in denen detailliert wissenschaftliche Hintergründe dargestellt werden, sind farblich hinterlegt und mit einer Lupe gekennzeichnet. Man kann sie überspringen, ohne den roten Faden zu verlieren. Das Eingangskapitel „Die Ursachen unserer Zivilisationskrankheiten“ ist allgemein verständlich gehalten, ebenso wie Kapitel 12, das die praktische Umsetzung des auf der Grundlage von über 1400 Studien ausgearbeiteten Programms mit dem bewusst herausfordernd formulierten Titel des „genussvollen Verzichts“ zusammenfasst.

 

Die Diskussion um gesundheitsschädliche Nahrungsmittel konzentriert sich oft auf Kohlenhydrate. In welchem Ausmaß die Zufuhr von 100 g den Blutzucker erhöht, beschreibt der glykämische Index (GI). Der ist identisch für Weißbrot und gekochte Möhren. Doch gegenüber Baguette ruft das Gemüse erst in der achtfachen Menge den gleichen Blutzuckeranstieg hervor. Für die Bewertung von Lebensmitteln nach ihrem krankmachenden Einfluss sei der Food-Insulin-Index (FIID ) viel aussagekräftiger, erläutert Jordan. Denn dieser erfasse auch, „in Deutschland weitgehend unbekannt“, die Wirkung von tierischem Eiweiß aus Milch und Fleisch auf Insulin. Besonders stark werde das Hormon der Bauchspeicheldrüse ausgeschüttet durch gemeinsame Aufnahme rasch verfügbarer Kohlenhydrate und tierischem Protein. Beim gleichen Kaloriengehalt setze ein Steak wesentlich mehr Insulin frei als Pasta, wenn sie al dente und nicht weich gekocht ist. Zusammen mit Kartoffeln verdopple sich der FIID für das Fleisch im Vergleich zur Kombination von Nudeln mit Linsen. Ähnlich hoch sei er für Fruchtjoghurt.

 

Eine Abbildung auf Seite 10 veranschaulicht den Teufelskreis: Die Insulinflut senke den Blutspiegel von Glukose und Protein-Bestandteilen (Aminosäuren), die z. B. in Muskelzellen als Energielieferant und Baustoff dienten, schnell unter den Ausgangswert. Das signalisiere dann dem Gehirn, dass Nachschub nötig sei und wecke erneut das Bedürfnis zu essen. Gesättigte Fettsäuren könnten zwar kurzfristig die Freisetzung von Insulin bremsen, würden aber die Verbrennung komplexer Kohlenhydrate hemmen. Und zumal bei gleichzeitigem Überangebot von Zucker sowie Bewegungsmangel förderten sie auf Dauer die Bauch- und Leberverfettung mit ständig vermehrter Ausschüttung von Insulin, ohne dass die Zellen noch darauf reagierten.

 

Überwiegend pflanzliche Kost

Die Lebensmittel teilt Jacobs in vier Gruppen ein, wobei die Basis reichlich Gemüse, Salat, Obst, Kräuter mit täglich 2 Litern Wasser, Kräuter-oder Grüntee sein soll. Die nächste Stufe seiner „Ernährungspyramide“ bilden Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte, Nüsse et cetera. Je nach Körpergewicht sei es empfehlenswert, dass bis zu 70 % der verzehrten Lebensmittel aus Kategorie 1 und der Rest aus Kategorie 2 stamme. Schlanke könnten beide je zur Hälfte konsumieren. Möglichst selten oder besser gar nicht sollten Lebensmittel der Kategorien 3 und 4 konsumiert werden. Dazu gehören schnell verwertbare Kohlenhydrate, Milchprodukte, Fleisch, Wurst, Genuss mittel wie Wein oder Bier, Chips.

 

Neben den im Einzelnen begründeten Vorschlägen für eine überwiegend pflanzliche Ernährung bietet das Buch auch ebenso fundierte wie anregende Hinweise, warum diese durch regelmäßige Bewegung, Tiefenatmung, Entspannung zu ergänzen ist. Die nun vorliegende zweite Auflage umfasst annähernd 500 Seiten. Man wird sie kaum in einem Zug lesen, aber als Nachschlagewerk kann es Ärzten wie Patienten helfen, körperlich und seelisch in ein gesundes Gleichgewicht zu kommen. Was einen großen Teil der Medikamente gegen die Folgen unserer industriell „gesteuerten“ Konsumgewohnheiten überflüssig machen und auch das Leben mit Psoriasis erleichtern könnte.

 

Aus PSO aktuell März 2014

© Jürgen-Peter Stössel

 

 

 

 

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