PSO aktuell - Der Ratgeber bei Schuppenflechte (Psoriasis)

DER RATGEBER BEI SCHUPPENFLECHTE

 

Aus PSO aktuell Juni 2005

 

 

Friseurin trotz Psoriasis?

Ich möchte eine Lehre als Friseurin beginnen, habe allerdings Schuppenflechte schon seit früher Kindheit. Obwohl sie sich bei mir nur leicht am Kopf und gelegentlich mit kleinen Stellen am Körper zeigt, bin ich in Sorge, ob die Lehre das Richtige für mich ist. Denn eine Freundin meinte, dass ich Allergien gegen die Färbemittel bekäme. Aber Allergie und Schuppenflechte ist doch etwas anderes, oder bin ich tatsächlich mehr gefährdet für solche Reaktionen, die ich bisher noch nie hatte?

Linda B.

 

 

PSO aktuell: Bei erblicher Bereitschaft bildet sich die als Allergie bezeichnete überempfindlichkeit gegen Stoffe der Umwelt nach deren wiederholter Einwirkung aus. Solche Stoffe werden entweder eingeatmet, mit Nahrungs- und Arzneimitteln oder über die Haut in den Körper gebracht. Das kann zu Entzündungen in verschiedenen Bereichen führen. Der Allergie zugrunde liegt eine vermehrte Produktion von Eiweißstoffen. Die so genannten Immunglobuline der Klasse E (IgE) richten sich als Antikörper gegen das ihre Entstehung herausfordernde Allergen. Das zeigt sich auch im positiven Hauttest. Mit dieser veränderten Funktionsweise des Immunsystems, die fachsprachlich Atopie heißt, geht die Neigung zu Neurodermitis, Heuschnupfen und Bronchialasthma einher. Es gibt einleuchtende Gründe dafür, dass diese atopischen Erkrankungen und Schuppenflechte auf einander fast ausschließenden Immunreaktionen beruhen. Trotzdem scheinen sie häufiger, als es der akademischen Weltanschauung passt, zusammenzutreffen (vgl. PSO aktuell 4/2004, S.7). Bei Friseuren sind aber weniger allergische Hautreaktionen ein Problem als vielmehr die Schäden durch fortgesetzte Reizung, besonders der ständige Kontakt mit Flüssigkeiten und die daraus folgende Austrocknung. Das kann auch als Auslöser neuer Psoriasis-Herde wirken, lässt sich jedoch mit geeignetem Hautschutz einschließlich Handschuhen vermeiden. Wenn es für eine junge Frau der Wunschberuf ist, sollte sie wegen bekannter Schuppenflechte nicht von vornherein darauf verzichten. Als selbst Betroffene wäre sie für andere Patient(inn)en zudem eine verständnisvolle Ansprechpartnerin, die nicht vor eventuell vorhandenen Herden auf der Kopfhaut zurückschreckt.

 

 

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