PSO aktuell - Der Ratgeber bei Schuppenflechte (Psoriasis)

DER RATGEBER BEI SCHUPPENFLECHTE

 

Aus PSO aktuell Dezember 2003

 

 

Können Algen die Schuppenflechte heilen?

Eine mir sehr gut bekannte ehemalige Krankenschwester ist vor zwei Jahren an Schuppenflechte erkrankt. Eine ebenfalls betroffene Kollegin empfahl ihr Spirulina Tabletten einer Firma in Wernigerode. Beide wurde damit innerhalb zwei bis drei Monaten vollständig von den Symptomen befreit und haben die anfangs sehr hohe Dosis auf ein Minimum herabsetzen können. Die Tabletten enthalten laut Prospekt hauptsächlich die Süßwasseralge Spirulina platensis, daneben Maisstärke, Gummi arabicum, hydriertes Baumwollsamenöl und hochdisperses Siliciumoxyd. Ich selbst leide seit über 30 Jahren an mittelschwerer Schuppenflechte, eine Schwester hat die Krankheit seit 20 Jahren, bei einer meiner Töchter ist sie vor sieben Jahren aufgetreten. Wenn ich von der absoluten Vertrauenswürdigkeit meiner Bekannten nicht überzeugt wäre, hätte ich der Sache keine Bedeutung beigemessen. Aber ich kann an der von ihr beschriebenen Wirkung nicht zweifeln. Bevor ich die teueren Tabletten bestelle, hätte ich trotzdem gern gewusst, ob so etwas denkbar ist.

Helmut M.

 

 

PSO aktuell: Die genannte Blaualge wird in zahlreichen Produkten angeboten. Sie enthält 60 bis 70 Prozent pflanzliches Eiweiß, außerdem Mineralstoffe wie Calcium, Magnesium sowie Zink und andere Spurenelemente, Vorstufen von Vitamin A (Karotinoide), Vitamin B-Komplex, Vitamin E und ungesättigte Fettsäuren. Die übrigen Bestandteile sind für die Tabletten-Herstellung zugesetzt. Demnach handelt es sich um ein Mittel, das die Nahrung ergänzen soll, weil diese einerseits heute weniger lebenswichtige Substanzen enthalte, andererseits durch Stress, chemische Umweltbelastung etc. mehr benötigt werde. Der pauschal behauptete Mangel ist aber keineswegs belegt, und von seltenen Ausnahmen abgesehen kann der Bedarf durch eine abwechslungsreiche Mischkost mit viel frischem Gemüse und Fisch bestens gedeckt werden. Für die zumindest unterschwellig versprochenen Heilwirkungen großer Mengen an ,,Mikronährstoffen“ gibt es bei Psoriasis keine nachprüfbaren Ergebnisse (vgl. PSO aktuell 3/2003, S. 20-22). Einzelberichte von Patienten, bei denen allein die Einnahme solcher Tabletten die Erscheinungen der Schuppenflechte beseitigt haben soll, sind insofern mit Vorsicht zu betrachten, als gleichzeitig noch andere Faktoren, etwa klimatische Bedingungen, Veränderungen in Familie oder Beruf einen günstigen Einfluss ausgeübt haben können. Zudem ist die Erwartung, dass eine aus eigener Tasche bezahlte Alternativtherapie mit dem "Natur-Lebensmittel" (Werbeslogan) etwas Gutes bewirkt, im Sinne des Placebo-Effektes nicht zu unterschätzen (vgl. PSO aktuell 4/2002, S. 27-29). Wenn die Nahrungsergänzung manchen geholfen hat, gewährleistet dies weder in diesen Fällen einen dauerhaften Erfolg, noch können andere auf ähnliche Wirksamkeit vertrauen. Für die medizinisch anerkannten Behandlungsformen gibt es zwar auch keine hundertprozentige Erfolgsgarantie, aber die Hoffnung auf einen Nutzen ist immerhin begründet durch eine mehr oder weniger ausgeprägte Wahrscheinlichkeit, die in klinischen Studien ermittelt und praktisch bestätigt wurde.

 

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