PSO aktuell - Der Ratgeber bei Schuppenflechte (Psoriasis)

DER RATGEBER BEI SCHUPPENFLECHTE

 

Aus PSO aktuell März 2005

 

 

Bekomme ich die Kosten anteilig erstattet?

Ich leide seit 30 Jahren unter Psoriasis. Regelmäßige Arztbesuche und Medikamente stellen eine erhebliche finanzielle Belastung dar. Pflegecremes werden mittlerweile nicht mehr von der Kasse übernommen. Zwei- bis dreimal wöchentliche Bestrahlungen verursachen außerdem hohe Fahrtkosten. Ich muss jedes mal 45 km fahren! Habe ich die Möglichkeit, diese Kosten, zumindest anteilig, erstattet zu bekommen? Wie ist es mit der Anerkennung als chronisch Kranker?

Rolf S.

 

 

PSO aktuell: Menschen mit Schuppenflechte erfüllen in der Regel die Voraussetzung, als schwerwiegend chronisch krank anerkannt zu werden (zu den Kriterien siehe PSO aktuell 1/2004, S. 26-27). Daher müssen sie statt zwei nur ein Prozent des Familienbruttoeinkommens zuzahlen. Dabei kann je Kind ein Freibetrag von 3.648 Euro geltend gemacht werden, für den mitversicherten Ehepartner sind es 4.347 Euro. Dementsprechend vermindert sich das Einkommen und damit die Belastungsgrenze. Die geleisteten Zuzahlungen sind gegenüber der Krankenkasse mit Originalquittungen zu belegen. Berücksichtigt wird die Eigenbeteiligung bei Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln, Krankenhausaufenthalten, Vorsorge- und Reha-Leistungen sowie Arztbesuchen ("Praxisgebühr") und Fahrtkosten zur ambulanten Behandlung. Letztere erstatten die Krankenkassen nur noch ausnahmsweise auf ärztliche Verordnung, nämlich bei Strahlen-, Chemotherapie und Dialysebehandlung. "Unter vergleichbaren Schwierigkeitsgraden und Behandlungsintensitäten" kann die Krankenkasse auch in anderen Fällen eine solche Fahrt genehmigen, betont das Bundesgesundheitsministerium. Darüber hinaus bekommen Patienten, die einen Schwerbehindertenausweis mit dem Merkzeichen für außergewöhnliche Gehbehinderung ("aG"), blind ("BI") oder hilflos ("H") haben bzw. die Pflegestufe 2 oder 3 nachweisen können, die Fahrtkosten zu einer vom Arzt als notwendig erachteten ambulanten Behandlung erstattet. Die Zuzahlungen betragen dann wie allgemein 10 Prozent der Kosten, mindestens 5 und maximal 10 Euro. Rezeptfreie Medikamente, für die keine Ausnahmeregelung vom Gemeinsamen Bundesausschuss bestimmt worden ist, fallen nicht unter die Zuzahlungen, von denen gesetzlich Versicherte ab der individuellen Belastungsgrenze befreit werden können. Das gilt leider auch für Pflegepräparate, die bei Schuppenflechte zur Basistherapie unverzichtbar sind, insbesondere solche mit Harnstoff (vgl. PSO aktuell 4/2004, S.24, "Harnstoff wirksam und unschädlich ").

 

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