PSO aktuell - Der Ratgeber bei Schuppenflechte (Psoriasis)

DER RATGEBER BEI SCHUPPENFLECHTE

 

Aus PSO aktuell Juni 2002

 

 

Kommen die Flecken im Gesicht durch Kortison?

Vor einigen Monaten habe ich meinen Freund kennen gelernt. Er leidet seit vielen Jahren an Schuppenflechte, vor allem auf dem Kopf, an den Händen und den Beinen. Für die Kopfhaut nimmt er Diprosalic® Lösung, für die anderen Stellen Daivonex® Creme. Vor drei Wochen hat er erstmals eine neue Creme ausprobiert. Das Präparat heißt PS-98® und hat auch geholfen. Aber nach etwa 14 Tagen sind neue Flecken aufgetreten, und zwar im Gesicht, um die Augen, am Mund. Dort brennt die Haut, ist gerötet. Kann es sein, dass dies durch den Kortisonentzug entstanden ist?

Tania F.

 

 

PSO aktuell: Diprosalic® besteht aus einer sehr starken Kortisonverbindung (Klasse IV) und Salicylsäure, die in dieser sinnvollen Kombination das Eindringen des Wirkstoffes fördert. Solche Mittel sollten jedoch immer nur zeitlich begrenzt (ohne Unterbrechung ca. eine Woche) angewandt werden. Das gilt auch für die Kopfhaut, obwohl man dort die „klassischen“ Nebenwirkungen wie Hautverdünnung und Erweiterung feiner Blutgefäße (Teleangiektasien) weniger befürchten muss. Wenn die akuten Erscheinungen abgeklungen sind, werden daher kortisonfreie Shampoos empfohlen, die ein Mittel gegen die möglicherweise Psoriasis begünstigenden Pilze oder Steinkohlenteer enthalten. Setzt man ein starkes Kortisonpräparat plötzlich ab, kann die Schuppenflechte nicht nur rasch, sondern oft auch heftiger als zuvor wieder aufflammen. Was als Rückschlag (engl. Rebound) bekannt ist, führt z. B. unter Umständen dazu, dass eine gewöhnliche Psoriasis in die pustulöse Form übergeht. In dem geschilderten Fall ist jedoch eher an eine allergische Reaktion auf die pflanzlichen Inhaltsstoffe von PS-98 zu denken. Es handelt sich um eine Mischung aus Harnstoff (natürlicher Feuchthaltefaktor der Haut), Eichenrinden- und Kakteenextrakt, Vitamin A, Kampfer und mehrfach ungesättigten Fettsäuren. In Betracht kommen außerdem eine polymorphe Lichtdermatose (so genannte Sonnenallergie oder eine Reihe weiterer Erkrankungen mit gesteigerter UV-Empfindlichkeit, die als Köbner-Phänomen neue Herde herausfordern kann).

 

 

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