PSO aktuell - Der Ratgeber bei Schuppenflechte (Psoriasis)

DER RATGEBER BEI SCHUPPENFLECHTE

 

Aus PSO aktuell Dezember 2004

 

 

Habe ich Schuppenflechte an der Scheide?

Ich habe schon länger starken Juckreiz im Bereich der Scheide und oft brennende Schmerzen beim Wasserlassen. Die Haut ist dort gerötet, manchmal gibt es kleine Einrisse. Der Frauenarzt führte dies auf übertriebene Hygiene zurück und riet mir vor allem von den zeitweise verwendeten Intimtüchern ab. Die könnten mit ihren Desinfektionsmitteln reizen. Es wurde aber nicht besser. Weil ich auch in den Kniekehlen so rote Stellen bemerkte, ging ich zu einer Hautärztin. Sie vermutete eine untypische Form der Schuppenflechte, was sie durch eine Gewebeprobe klären will.

Veronika F.

 

 

PSO aktuell: Im Genitalbereich spricht man von einer Psoriasis inversa. Denn sie tritt dort wie in den Gelenkbeugen oder anderen üblicherweise nicht betroffenen Regionen, verkehrt auf (lat. inversus). Mitunter findet man sonst gar keine oder bloß geringfügige Symptome, etwa an der Kopfhaut, die auf die Krankheit hinweisen. Die Veränderungen sehen auch nicht typisch aus. Sichtbare Schuppen fehlen, da sie dort, wo Haut auf Haut liegt, rasch abgerieben werden. So sind die betroffenen Bezirke nur flammend rot und meist scharf von der Umgebung abgegrenzt. Sie können nässen und heftig jucken. Deswegen ist die Diagnose schwierig. Hefepilze können ein ähnliches Bild hervorrufen, sich manchmal jedoch nur zusätzlich ansiedeln. Bei nachgewiesenem Pilzbefall muss dieser gezielt behandelt werden. Zur Therapie eignen sich viele der bewährten äußerlichen Mittel nicht, da sie zu sehr reizen. Das gilt für Dithranol und in gewisser Weise ebenso für künstlich abgewandeltes Vitamin D. Wirkstoffe wie Calcipotriol können höchstens als Creme versucht werden. Fetthaltige Salben, die wie ein abdichtender Verband wirken, sind in dem ohnehin feuchten Milieu generell ungünstig und können die Entzündung verstärken. Fachleute halten dünn aufgetragene Kortisonpräparate für weniger riskant als Patientinnen oft befürchten. Hilfreich und selbst bei länger wiederholter Anwendung unbedenklich sind Sitzbäder mit synthetischen Gerbstoffen, etwa Tannolact®, Tannosynth®. Empfohlen wird außerdem, wegen der damit verbundenen Reizungen keine zu enge Unterwäsche und im Schritt einschneidende Jeans zu tragen. Aus dem gleichen Grund ist von Slipeinlagen abzuraten.

 

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