PSO aktuell - Der Ratgeber bei Schuppenflechte (Psoriasis)

DER RATGEBER BEI SCHUPPENFLECHTE

 

Aus PSO aktuell September 2004

 

 

Was mache ich gegen den Juckreiz im Gesicht?

Seit meinem 15. Lebensjahr habe ich Heuschnupfen, der sich inzwischen weitgehend gebessert hat. Außer einer starken Roggenallergie und einer leichten Haselallergie gibt es in dieser Richtung keine Probleme mehr. Allerdings hat sich meine Haut verschlechtert, sie juckt immer mehr und schuppt gewaltig. 2003 war ich für fünf Wochen in der Alexanderhaus Klinik in Davos. Dies hat mir sehr gut getan, ich war hinterher beschwerdefrei. Der Körper ist immer noch in Ordnung, aber seit einem halben Jahr sieht mein Gesicht wieder schlimm aus im Bereich von Mund, Nase, Kinn. Es besteht erheblicher Juckreiz, der mich oft nicht schlafen lässt, ebenso am behaarten Kopf. Trotz UV-Bestrahlungen, Antiallergika-Tabletten, Salben und Cremes trat keine Besserung ein. Was könnten Sie mir raten?

Karl Heinz T.

 

 

PSO aktuell: Nach Ihrer Schilderung liegt eine als Atopie bezeichnete örtlich veränderte Funktionsweise des Immunsystems vor. Sie beruht auf der vererbten Neigung, in großen Mengen nach Kontakt mit Allergenen wie Pollen, Tierhaaren, Milben die Antikörper vom Typ des Immunglobulin E (IgE) zu bilden. Das äußert sich mit Symptomen wie Heuschnupfen, Asthma bronchiale und Neurodermitis. Bei dieser Immunreaktion überwiegt eine TH2 genannte Art der T-Lymphozyten, während die mit TH1 gekennzeichneten weißen Blutkörperchen das Muster der zur Schuppenflechte beitragenden Botenstoffe prägen. Vom Entstehungsmechanismus her, wie er heute angenommen wird, müssten sich daher Neurodermitis und Psoriasis ausschließen. In der Praxis beobachtet man jedoch immer wieder Menschen, deren Allergie-Bereitschaft mit Schuppenflechte einhergeht. Die Angaben zu den verordneten äußerlichen Mitteln verweisen allerdings auf keine eindeutige Diagnose. Außer der pflegenden Lipolotion und Optiderm®, das Harnstoff und Juckreiz stillendes Polidocanol enthält, wurde ein Antibiotikum (Refobacin®) verordnet sowie eine Kombination von Kortison mit einer das Pilzwachstum hemmenden Substanz (Decoderm®tri). Das deutet darauf hin, dass eine durch Bakterien und Pilze komplizierte Hautentzündung vermutet wird. Wenn davon nur das Gesicht betroffen ist, müsste man auch an ein Kontaktekzem durch dort verwendete Reinigungs- und Pflegemittel denken. Zu den Wirkstoffen, die bei Neurodermitis und im Gesicht auch bei Psoriasis erfolgreich eingesetzt werden, gehören Tacrolimus (Protopic®) als Salbe und Pimecrolimus (Elidel®, Douglan®) als Creme. Da sie mitunter nach dem Auftragen stark brennen, wird empfohlen, sie direkt aus dem Kühlschrank zu verwenden. Zur innerlichen Behandlung des Juckreizes kommen die bereits versuchten (Zyrtec®) oder andere Antihistaminika in Frage.

 

 

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