PSO aktuell - Der Ratgeber bei Schuppenflechte (Psoriasis)

DER RATGEBER BEI SCHUPPENFLECHTE

 

Aus PSO aktuell Dezember 2000

 

 

Welche Therapie gibt es zur Kopfbehandlung der Psoriasis bei Kindern?

Meine siebenjährige Tochter hat seit drei Monaten Psoriasis. Ganz schlimm ist die Kopfhaut betroffen. Dafür habe ich vom Hautarzt eine in der Apotheke gemixte Creme verschrieben bekommen, die über Nacht auf den betroffenen Stellen einwirken soll. Dann wird noch eine halbe Stunde vor dem Haarewaschen eine Lotion aufgetragen. Um sie so aufwändig zu behandeln, muss ich meine Tochter an den Schultagen schon um 5 Uhr 30 wecken. Da ich noch zwei kleine Kinder habe, wäre ich sehr froh, wenn es eine einfachere Therapie gäbe.

Hanna A.

 

 

PSO aktuell: Unabhängig vom Alter ist die Behandlung am behaarten Kopf schwierig. Damit die Wirkstoffe überhaupt an den Ort der Störung gelangen, müssen vorher die Schuppen entfernt werden. Dazu dient meist Salicylsäure in Olivenöl oder auswaschbaren Salben über Nacht unter einer Duschhaube. Ein solcher abdeckender Verband steigert die Wirkung von Kortison, das in diesem Bereich auch bei Kindern kurzfristig angewandt werden kann. Die Abwandlung von Vitamin D in Daivonex® / Psorcutan® ist bisher bloß als Salbe bei Personen unter 18 Jahren zugelassen. Am Kopf besser geeignet wäre die alkoholische Lösung. Sie wird zweimal täglich nach dem Scheiteln der Haare (!) nur auf den betroffenen Stellen eingerieben. Die Herstellerfirma rät bei Kindern wegen mangelnder Erfahrung noch ab. Eine UVB-Bestrahlung käme in Betracht, allerdings reicht sie allein selten aus. Auf jeden Fall muss das Haar mit dem Kammaufsatz gescheitelt werden, um die Strahler langsam in gleichmäßigem Abstand über die freigelegten Herde zu führen. Entsprechende Geräte sind als Hilfsmittel zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen verordnungsfähig. Die gleichfalls mühsame Prozedur könnte immerhin ohne den morgendlichen Zeitdruck stattfinden. Denn die damit für Mutter und Tochter verbundene Belastung wirkt sich zusätzlich negativ aus. Das Kind soll ja möglichst früh und spielerisch die eigenverantwortliche Pflege und Behandlung lernen. Wichtig ist dabei die seelische Unterstützung der Eltern, die durch das rechte Maß an Zuwendung (weder überfürsorglich noch vernachlässigend) das Vertrauen stärken, mit der Neigung zu Schuppenflechte leben zu können. Das wird durch eine offene Information von Lehrern und Mitschülern über die Hauterkrankung unterstützt. Bei stärkeren Problemen kann ein Training zur Krankheitsbewältigung, wie es beispielsweise die Fachklinik Sylt der LVA für Kinder und Jugendliche anbietet, sinnvoll sein.

 

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