PSO aktuell - Der Ratgeber bei Schuppenflechte (Psoriasis)

DER RATGEBER BEI SCHUPPENFLECHTE

 

Aus PSO aktuell September 2002

 

 

Worin besteht der Unterschied zwischen Bad Bentheim und dem Toten Meer?

Ist es richtig, dass man Behandlungserfolge in Deutschland ebenfalls ohne Chemie erreicht, wie z. B. in Israel? Ich bin seit 1975 an Haut und Gelenken erkrankt. Alle gängigen Therapien (zum Schluss MTX, Arava® &c.) habe ich ohne Erfolg hinter mich gebracht, nach Blut und Leber auch Probleme mit der Lunge bekommen und nur noch eine Niere. Jetzt bin ich 55 und möchte mich nicht mehr als Versuchskaninchen zur Verfügung stellen. Meine Krankenkasse behauptet aber, ich könnte in Deutschland genauso gut behandelt werden. Muss ich mir denn alles von Ärzten und Gutachtern des Medizinischen Dienstes vorschreiben lassen? Oder darf ich als Patient in wichtigen Entscheidungen auch ein entschiedenes Nein sagen?

Karl-Heinz B.

 

 

PSO aktuell: Die Enttäuschung ist verständlich, doch auch wenn man sich natürlich nicht alles von medizinischen Fachleuten vorschreiben lassen muss, genügt „ein entschiedenes Nein“ keineswegs. Vor allem im Hinblick auf die entzündlich-rheumatische Gelenkbeteiligung gilt es, sorgfältig abzuwägen, wie schnell und heftig diese Psoriasis arthritis fortschreitet, das heißt Knorpel und Knochen angreift, dadurch dauerhaft die Bewegungsfähigkeit einschränkt. In Bad Bentheim und verschiedenen anderen deutschen Fachkliniken ist die Bade-Lichtbehandlung mit hauseigener Starksole und dosierten UVB-Bestrahlungen ein Bestandteil des komplexen medizinischen, physiotherapeutischen (z.B. Krankengymnastik), psychologischen und gesundheitspädagogischen Behandlungsprogramms. Dazu gehören je nach Art und Ausmaß der Haut- und / oder Gelenkerscheinungen auch äußerliche und innerliche Medikamente. Diese intensive Betreuung gibt es am Toten Meer nicht. Was dort Klinik heißt, sind bestenfalls mehrere gemeinschaftlich betriebene Arztpraxen und Bäderabteilungen in den Hotels. Die Klimatherapie verlangt also von den einzelnen Patienten viel Selbstdisziplin. Bei ausgeprägter Gelenkerkrankung werden die wegen Schmerzen und verminderter Beweglichkeit notwendigen Arzneimittel nicht gleich abgesetzt, sondern höchstens allmählich vermindert. Ob die Erfolge gleich, besser oder anhaltender sind als bei der hierzulande üblichen Behandlung, wurde bisher nicht untersucht. Das wird wohl auch in Zukunft nicht geschehen, da keine finanzkräftigen Interessenten solche aufwändigen Studien fördern. Forschungsergebnisse, wie sie für Arzneimittel vorliegen, fehlen also. Die wissenschaftlichen Nachkontrollen zur Klimatherapie in Israel und Jordanien sind auch seit unserer Bestandsaufnahme in PSO aktuell 4/1999, S. 20 nicht wesentlich überzeugender geworden. Man kann daher gegenüber den Kostenträgern nur mit den positiven Erfahrungen zahlreicher Patienten und Ärzte argumentieren, wenn ihnen die am eigenen Leib erlebten Misserfolge gegenüberstehen.

 

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