PSO aktuell - Der Ratgeber bei Schuppenflechte (Psoriasis)

DER RATGEBER BEI SCHUPPENFLECHTE

 

Aus PSO aktuell September 2004

 

 

Dithranol besser als Kortison?

Ich habe an beiden Ellenbogen relativ große und neuerdings an den Beinen vereinzelte kleine Psoriasis-Herde. Nachdem ich ohne viel Erfolg eine kortisonhaltige Creme benutzt hatte, verschrieb mir der Hautarzt Micanol® und sprach davon, dass man nach dieser Therapie bis zu einem Jahr beschwerdefrei sein kann. Gibt es dazu Studien? Wie hoch sind die Erfolgsaussichten, und welche Risiken muss man beachten?

Gisela B.

 

 

PSO aktuell: Der Wirkstoff in dem genannten Präparat ist Dithranol. Er wurde in Deutschland 1916 unter dem Markennamen Cignolin® eingeführt und gilt nach wie vor als „Goldstandard" der äußerlichen Behandlung, an dem sich neuere Lokaltherapeutika messen lassen müssen. So war etwa im Vergleich zu Vitamin-D-Abkömmlingen wie Calcipotriol (Daivonex®/Psorcutan®) die Rückfallneigung nach dem Absetzen von Dithranol geringer. Wie lange der erreichte Hautzustand andauert, ist allerdings nicht an einer großen Gruppe von Patienten statistisch überprüft worden. Denn die dazu nötigen kontrollierten Studien waren früher nicht üblich, später lohnten sie sich bei dem Oldtimer nicht. Damit kommt auch kein schnelles und womöglich heftigeres Wiederaufflammen der Psoriasis vor, was als "Rebound" bei Kortison gefürchtet ist. Ein weiterer Vorteil: Man kann das Mittel ein Leben lang immer wieder anwenden, ohne dass die Wirksamkeit infolge Gewöhnung nachlässt. Spätere Gesundheitsschäden sind ausgeschlossen, selbst wenn ein nicht vorschriftsmäßiger Gebrauch zu akuten Hautreizungen führt. Im Gegensatz zu den Verbrennungen durch UV-Licht sammeln sich solche unerwünschten Wirkungen nicht wie auf einem Konto an, um ab einer gewissen Menge dann nicht mehr rückgängig zu machende Schäden hervorzurufen. Zu beachten ist zudem die mögliche Verfärbung nicht betroffener Haut und mit Dithranol in Kontakt kommender Wäsche. Beide Unannehmlichkeiten wurden durch die besondere Zubereitung des Wirkstoffs in Micanol® gegenüber den früheren Rezepturen vermindert. Eine zusammenfassende Darstellung dieser Behandlung erschien zuletzt in PSO aktuell 3/2000, S. 26-27. Die rezeptpflichtige Creme ist obendrein preiswert. 50 g werden in der Apotheke für 22,21 Euro ( 1%) bzw. 24.68 Euro (3 %) verkauft.

 

 

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