PSO aktuell - Der Ratgeber bei Schuppenflechte (Psoriasis)

DER RATGEBER BEI SCHUPPENFLECHTE

 

Aus PSO aktuell Dezember 2004

 

 

Was tun gegen Bakterien?

Seit etwa 14 Jahren habe ich Schuppenflechte, die sich nun schon einige Zeit als Psoriasis guttata äußert. Wie inzwischen durch den Dermatologen festgestellt wurde, habe ich stark erhöhte Antistreptolysin-Werte, zuletzt über 500. Ich musste ein Antibiotikum einnehmen, die Hauterscheinungen wurden wesentlich besser. Nun werden sie wieder schlimmer, ich bekomme am ganzen Körper kleine rote Punkte. Mein Arzt hat mir Immunosporin® verschrieben, aber ich habe Angst vor der ständigen Tabletteneinnahme, da mein Immunsystem doch ziemlich geschwächt ist. Kann ich es denn nicht durch Spritzen wie Thymus oder Dioxychlor stärken? Und wie lässt sich der hohe Antistreptokokkenwert dauerhaft ohne Antibiotikum senken?

Ingrid L.

 

 

PSO aktuell: Das zeitliche Zusammentreffen von Streptokokken-Infektion und tropfenförmiger Psoriasis guttata ist oft nachgewiesen worden und nach den heutigen Vorstellungen zur Entstehung der Schuppenflechte auch erklärbar. Die Bakterien sondern verschiedene Eiweiße ab, z. B. Streptolysin O. Der infizierte Organismus bildet dagegen Abwehrstoffe, die sich mit der Anti-Streptolysin-O-Reaktion (ASO) messen lassen. Bei Erwachsenen gelten Werte über 200 internationale Einheiten je Milliliter als krankhaft, die bei etwa drei Viertel der untersuchten Psoriasis-Patienten gefunden wurden. Die vereinzelten Berichte, dass Antibiotika die Schuppenflechte bessern, bestätigten kontrollierte Studien nicht. Dennoch werden sie bei der plötzlich wie ein Ausschlag erscheinenden Schuppenflechte selbst dann empfohlen, wenn keine Infektzeichen wie eitrige Mandelentzündung vorhanden sind (Hautarzt 52, 344-345; 2001). Zur Therapie eignen sich nach Auskunft dermatologischer Fachleute besonders äußerliche Kortisonanwendungen in Kombination mit UVB-Bestrahlung. Für Ciclosporin, den Wirkstoff in Immunosporin®, ist Psoriasis guttata keine anerkannte Indikation. Thymus-Spritzen sind wie viele andere Mittel zur allgemeinen Stärkung des Immunsystems umstritten. Zur Wirksamkeit von Dioxychlor, das als „natürliches Antibiotikum" in homöopathischer Zubereitung angeboten wird, kennen wir keine überzeugenden Belege. Günstige Effekte werden für die Klimatherapie an der Nordsee oder im Hochgebirge (Davos) beschrieben im Sinne der „Umstimmung" durch die Witterungsreize. Sie fordern die Regulationsfähigkeit des Körpers heraus und erhöhen die Widerstandskraft.

 

 

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