PSO aktuell - Der Ratgeber bei Schuppenflechte (Psoriasis)

DER RATGEBER BEI SCHUPPENFLECHTE

 

 

Äußerliche Behandlung der Schuppenflechte

 

Entschuppen ist Voraussetzung der äußerlichen Therapie, da die Wirkstoffe sonst nicht bis zum Grund der krankhaften Vorgänge in den tieferen Hautschichten vordringen können.

 

Warmes Wasser fördert die Ablösung der auf der Haut klebenden Hornzellen. Durch Zusatz von Salz beim Baden wird dies noch unterstützt.

 

Salicylsäure, ursprünglich aus Weidenrinde gewonnen, erweicht Hornmaterial, indem sie es in kleinere Teile zerlegt. Gewöhnlich dient Vaseline oder Öl als Grundlage. Unter Plastikfolie oder Badehaube genügt ein Gehalt von 5 %. Offen können10 bis 20 % angewandt werden, besonders an Handflächen und Fußsohlen.

 

Harnstoff, der als Endstufe des Eiweiß-Stoffwechsels mit Schweiß und Urin ausgeschieden wird, ist in der Haut ein natürlicher Feuchthaltefaktor. Konzentrationen ab 10 % können ebenfalls Schuppen ablösen. Fertigpräparate wie Nubral® Forte oder Balisa® sind zu diesem Zweck teuerer als Salicylsäure, pflegen jedoch zugleich die Haut.

 

 

Teer

Durch Erhitzen von Steinkohle oder verschiedenen Holzarten wird ein Gemisch aus bis zu 10 000 Stoffen gewonnen. Therapeutisch verwendet man heute meist gereinigte Auszüge des Steinkohleteers in Rezepturen und Fertigpräparaten. Chronische Hautkrankheiten wurden schon vor über 100 Jahren mit Steinkohlenteer behandelt. Die Weltgesundheitsorganisation zählt ihn nach wie vor zu den unverzichtbaren Medikamenten. Die darin enthaltenen Substanzen hemmen sowohl übersteigerte Zellteilung und Verhornung als auch Entzündung, lindern obendrein Juckreiz.

[weiterlesen...]

 

 

Dithranol

Unter dem ursprünglichen Firmennamen Cignolin® ist die künstliche Abwandlung des natürlichen Wirkstoffs Chrysarobin in deutschsprachigen Ländern bekannt. International heißt sie Anthralin oder Dithranol.

Als "spezifisches Heilmittel der Psoriasis" wurde die Substanz 1916 eingeführt. Sie reguliert jene Vorgänge in den Zellen, die zur überschießenden Vermehrung der Oberhaut führen. Zudem wird die entzündlichen Hautveränderungen zugrundeliegende Immunreaktion blockiert.

[weiterlesen...]

 

 

Kortison

Das von den Nebennieren in der Rinde (latein. cortex) gebildete Hormon ist natürliches Vorbild für künstlich hergestellte Stoffe, die umgangssprachlich unter seinem Namen zusammengefasst werden. Fachleute nennen sie Kortikoide oder nach dem chemischen Grundgerüst Kortikosteroide.

In den fünfziger Jahren entdeckten Hautärzte, wie schnell und sauber kortisonhaltige Salben, Cremes oder Lösungen auch bei Psoriasis die Erscheinungen unterdrücken. Der allzu leichtfertige Umgang mit den immer zahlreicher angebotenen Präparaten ließ dann die anfängliche Begeisterung umschlagen in eine heute unter Betroffenen verbreitete „Nein-danke-Mentalität“. Der Nutzen überwiegt freilich bei weitem das Risiko, wenn beachtet wird, was, wo und wie anzuwenden ist.

[weiterlesen...]

 

 

Vitamin D

Künstliche Abwandlungen der im Körper entstehenden Form von Vitamin D3 wirken ebenso auf die Haut, beeinflussen aber viel weniger als dieser Calcitriol genannte Stoff den Kalzium- Stoffwechsel.

Als erste Substanz mit chemisch geringfügig verändertem Aufbau wurde 1992 in Deutschland Calcipotriol (Psorcutan®, Daivonex®) verfügbar. 1996 folgte Tacalcitol (Curatoderm®). Entsprechend dem natürlichen Vitamin D3 normalisieren beide Verbindungen das Wachstum und die Reifung der Oberhautzellen. Daneben beeinflussen sie Botenstoffe und weiße Blutkörperchen, insbesondere T-Zellen, über die das bei Psoriasis fehlgesteuerte Immunsystem die krankhaften Vorgänge in Gang halten soll.

[weiterlesen...]

 

Mahonia aquifolium

Aus einem nach dem nordamerikanischen Gärtner B. MacMahon benannten Zierstrauch, der zu den Berberitzengewächsen gehört, wird die „Urtinktur“ hergestellt. Sie entspricht den Vorschriften des Homöopathischen Arzneibuches, ist aber nicht Ausgangsbasis für die bei dieser Therapieform übliche „Potenzierung“, sondern unverdünnt in eine zehnprozentige Salbe eingearbeitet.

Das apothekenpflichtige Präparat (Rubisan®) wurde 1992 als Salbe eingeführt, 1997 kam eine Creme hinzu. Der Pflanzenextrakt enthält chemische Substanzen aus der Gruppe der Alkaloide, die im Labor nachweisbare Wirkungen auf die Vorgänge der Zellteilung und Entzündung haben. Als Angriffspunkt vermutet man T-Lymphozyten, die Schlüsselzellen der örtlichen Immunreaktion.

[weiterlesen...]

 

 

Vitamin A

Durch chemischen Umbau von Vitamin A, das unter anderem zum Sehvorgang in der Netzhaut (lat. retina) nötig ist, können zahlreiche neue Substanzen entwickelt werden. Solche Retinoide helfen auch gegen Schuppenflechte. Bisher war allerdings nur innerliche Behandlung mit teilweise ernsten Nebenwirkungen möglich.

Als erstes äußerlich anwendbares Retinoid kam 1997 in Deutschland Tazaroten (Zorac®) auf den Markt. Es wirkt gezielt über Aufnahmemoleküle (Rezeptoren) in der Oberhaut, deren Zellen dann ihr außer Kontrolle geratenes Wachstum drosseln und wieder regulär verhornen.

[weiterlesen...]

 

 

Anzeigen

 

 

 

© PSO aktuell 2017 Sitemap | RSS-Feed | Datenschutz | Impressum | Kontakt