PSO aktuell - Der Ratgeber bei Schuppenflechte (Psoriasis)

DER RATGEBER BEI SCHUPPENFLECHTE

 

 

Kortison

Viele Fertigpräparate auf dem Markt

 

Das von den Nebennieren in der Rinde (latein. cortex) gebildete Hormon ist natürliches Vorbild für künstlich hergestellte Stoffe, die umgangssprachlich unter seinem Namen zusammengefasst werden. Fachleute nennen sie Kortikoide oder nach dem chemischen Grundgerüst Kortikosteroide.

In den fünfziger Jahren entdeckten Hautärzte, wie schnell und sauber kortisonhaltige Salben, Cremes oder Lösungen auch bei Psoriasis die Erscheinungen unterdrücken. Der allzu leichtfertige Umgang mit den immer zahlreicher angebotenen Präparaten ließ dann die anfängliche Begeisterung umschlagen in eine heute unter Betroffenen verbreitete „Nein-danke-Mentalität“. Der Nutzen überwiegt freilich bei weitem das Risiko, wenn beachtet wird, was, wo und wie anzuwenden ist.

 

  • Schwache und mittelstarke Wirkstoffe der Klasse I und II hemmen in erster Linie die Entzündung, Mittel der Wirkstoffklassen III und IV zudem den übermäßigen Zellnachschub. Je mehr die Haut also nicht vorwiegend gerötet ist, sondern auch schuppt, desto höher muss die Wirkstärke sein.

  • Am behaarten Kopf, an Handflächen und Fußsohlen sowie bei der Nagelbehandlung sind kaum Schäden zu befürchten. Wegen der ohnehin zarteren Haut problematisch: Gesicht, Hals, Beugen, Genital-und Analregion. Mit der nötigen Vorsicht ist Kortison (bevorzugt als Lotion oder Creme) trotzdem gerade dort hilfreich, wenn sonstige Mittel zu sehr reizen. Intensiv wirkende Präparate können verdickte und lange bestehende Herde (Ellbogen, Knie, Kreuzbein) am ehesten für andere Therapien vorbereiten. Die Wirkung wird durch abdeckende Plastikfolie verstärkt.

  • Kortison einmal täglich dünn (!) nur auf die betroffene Haut auftragen. Lediglich Handflächen und Fußsohlen brauchen wegen der dickeren Hornschicht zwei Behandlungen am Tag. Grundsätzlich nicht länger als zwei Wochen ununterbrochen, Wirkstoffe der Klasse III und IV nur eine Woche, höchstens auf der von einer Hand bedeckten Fläche. Anwendung jeden zweiten Tag oder Intervalltherapie (drei Tage pro Woche bloß Pflegemittel) beugt nachlassender Wirksamkeit durch Gewöhnung (Tachyphylaxie) vor. Therapie ausschleichend über schwächere Kortisonpräparate und andere Wirkstoffe (z. B. Dithranol, Teer) beenden, damit die Psoriasis nicht womöglich schlimmer als vorher bald wieder aufflammt (engl. rebound = Rückstoß).

  • Die Kombination mit Vitamin-DPräparaten hat sich neuerdings bewährt (siehe unten).

 

 

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