Fototherapie
Die heilsame Wirkung von Sonne haben Hautkranke seit jeher am eigenen Leib erfahren. Sie beruht auf der Strahlung im unsichtbaren Ultraviolettbereich (UV). Seitdem der Däne Nils Ryberg Finsen vor gut hundert Jahren begonnen hat, mit künstlich erzeugtem Licht zu behandeln, wurde der therapeutisch geeignete Anteil des Spektrums immer besser erforscht und technisch nachgeahmt.
Häufig umfasst die Bestrahlung fast die ganze Bandbreite von UVB, die heute mit 280 bis 320 nm (= Nanometer, der millionste Teil eines Millimeters) angegeben wird. Zum Teil ist auch noch ein UVA-Anteil (bis 335 nm) dabei. Die Abkürzung SUP bezieht sich auf die frühere Schreibweise von „Foto...“ und steht für Selektive Ultraviolett-Phototherapie. Hier nutzt man nur eine Auswahl (latein. selectio) der UVB-Strahlen von 300 bis 320 nm. Die Speziallampe TL-01 engt das Spektrum auf die Wellenlänge bei 311 nm ein.
- Je nach dem Ausmaß der von gewöhnlicher Schuppenflechte betroffenen Körperpartien ist eine Teiloder Ganzkörperbestrahlung möglich. Sie wird in vielen Kliniken und Praxen angeboten. Die ärztlich überwachte Heimbestrahlung bietet grösseren persönlichen Spielraum und kann die vernünftigste Lösung sein.
- Eine wirksame Fototherapie soll das Erbmaterial in den Kernen der Oberhautzellen gerade so stark schädigen, dass es diesen nicht mehr die überstürzte Teilung befehlen kann, aber keine bleibenden Fehlinformationen mit der Gefahr eines Krebswachstums weitergibt. Das erfordert anfangs drei bis fünf Bestrahlungen pro Woche. Bei längeren Pausen können Reparaturmechanismen der Zellen die notwendigen Schäden ausgleichen. Ist das Ergebnis befriedigend, lässt sich die Häufigkeit der Bestrahlung vermindern, um spätestens, wenn bei einmal wöchentlicher Behandlung keine Verschlechterung eintritt, ganz aufzuhören.
- Die jeweilige Lichtmenge orientiert sich an der Bestrahlungsdauer, die individuell mindestens erforderlich ist, damit die noch nicht an Strahlung gewöhnte Haut mit einer Rötung (Erythem) reagiert. Diese minimale Erythemdosis (MED) liegt bei der Schmalspektrum-Lampe etwa um das Sechs- bis Achtfache über der, die mit herkömmlichen SUP-Strahlern ermittelt wird. So lässt sich ohne Verbrennung erheblich mehr Strahlung in dem gegen Psoriasis besonders wirksamen Bereich zwischen 310 und 315 nm verabreichen. Für die Heimbehandlung ist wegen der viel später auftretenden Rötung die Gefahr einer Überdosierung zu groß.
- Wird der Haut zu viel zugemutet, tritt als akutes Warnzeichen ein Sonnenbrand auf. Je mehr von den UVBStrahlen, die diese Hautentzündung hervorrufen, im Lauf des Lebens angehäuft werden, desto wahrscheinlicher sind langfristige Schäden einschließlich Hautkrebs. Um das Risiko abzuschätzen, müsste man daher den erythemwirksamen Anteil der natürlichen und künstlichen Strahlenmenge kennen. Üblicherweise wird aber bei der Lichtbehandlung lediglich gemessen, was die Geräte insgesamt an UVB/UVA aussenden, und aus der Bestrahlungszeit die je Fläche verabreichte Dosis ermittelt.
- Die bisherigen Untersuchungen konnten für UVB-Fototherapie entweder gar nicht oder nur geringfügig vermehrt Hauttumoren nachweisen. Dies betraf überdies hauptsächlich Geschwülste wie Basaliome, die gut zu behandeln sind. Deshalb: Jede ungewöhnliche Veränderung an der Haut dermatologisch klären lassen.
- Die Kombination mit Dithranol, Kortison oder Vitamin D steigert die Wirksamkeit der UV-Bestrahlung, so dass deren Gesamtdosis geringer sein kann. Das gilt ebenso für entzündungshemmende Magnesiumionen, die mit einer 25prozentigen Creme (Wogederm®) vorher aufgetragen werden, und in schweren Fällen für die Retinoid-Einnahme.